Die maulende Myrte 16/06/2013
Posted by Hermione in Rettungsdienst, so bitte nicht.Tags: fremdschämen, Kollegen, Rettungsdienst, unfreundlich
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Ich werde nie wieder behaupten, dass das Fernsehprogramm nicht inspirierend ist.
Die maulende Myrte kenn ich. Ist ne Arbeitskollegin.—
Hermione ☕ Granger (@hermione_rescue) June 15, 2013
Samstag lief mal wieder Harry Potter im TV, und das erinnerte mich an einen Artikel, den ich schon eeeeeewig geschrieben haben wollte!
Die maulende Myrte. Meine Arbeitskollegin, die jeden Tag schlecht gelaunt ist und das an Passanten, den Kollegen und, schlimmer noch, an den Patienten auslässt.
Anamnese unter erschwerten Bedingungen. 14/06/2013
Posted by Hermione in Rettungsdienst, WTF.Tags: Anamnese, Notarzt, Rettungsdienst, unkooperativer Patient
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Bei dem Titel denkt ihr jetzt sicher an Sprachbarrieren oder an bewusstlose Patienten. Weit gefehlt. Die Anamnese war aus “Datenschutzgründen” nahezu unmöglich.
Später Nachmittag. Der Melder verspricht uns einen internistischen Patienten. Wir lassen Kaffee und Kekse zurück in der Obhut unserer Kollegen vom zweiten RTW und machen uns auf den Weg, Menschenleben zu retten.
Und der Preis für den Autofahrer des Monats geht an … 13/06/2013
Posted by Hermione in Rettungsdienst, so bitte nicht.Tags: Alarmfahrt, Autofahrer, Blaulicht, Fehlverhalten
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… den Helden, der uns auf einer Alarmfahrt überholt hat.
Innerstädtisch. An einer Kreuzung. Bei roter Ampel.
Sind die Leute eigentlich nur noch bescheuert?
Wenn man das Ohr ganz nah an den Idioten hält, der uns auf ner Alarmfahrt an der Kreuzung überholt hat, kann man Krepitationsgeräusche hören—
Hermione ☕ Granger (@hermione_rescue) June 12, 2013
Nein, außer dass mein Kollege und ich uns fürchterlich erschrocken haben ist nichts passiert. Gottseidank.
Diese Aktion hätte auch locker in mehreren Schockräumen enden können.
Jeder macht mal Fehler, kein Autofahrer ist perfekt und die meisten interpretieren die ein oder andere Verkehrsregel hin und wieder mal etwas großzügiger als üblich …
Aber so eine riskante und höchst idiotische Nummer? Ich wünschte, wir hätten uns das Kennzeichen gemerkt, dann würden wir den Idioten anzeigen.
Mein Twitter- und Blogkollege firefox05c hat einen großartigen Artikel darüber geschrieben, wie andere Verkehrsteilnehmer sich am besten verhalten sollten, wenn sich ein Einsatzfahrzeug mit Blaulicht (und Horn) nähert.
Werft unbedingt mal nen Blick drauf. : )
Und wenn ihr selbst im Blaulichtmillieu arbeitet, erzählt doch mal in den Kommentaren unterm Artikel, was euch auf Alarmfahrten schon so an Heldentaten begegnet ist.
Ich freu mich auf ne interessante Diskussion. : )
Warum es verdammt uncool ist, zum Spaß “Hilfe!” zu rufen. 06/06/2013
Posted by Hermione in Alltag, Rettungsdienst, so bitte nicht.Tags: Der Hirtenjunge und der Wolf, Falschalarm, Fehlalarm, Fehlverhalten, Hilfe, Rettungsdienst
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Ein Beitrag, der schon länger in meinem Hinterkopf lebt. (Ja, da leben viele lustige Dinge. Fragt nicht.)
Nein, dies ist eigentlich ein ernstes Thema. Auch wenn viele es scheinbar lustig finden, oder schlicht nicht nachdenken.
Jeder kennt doch die Fabel “Der Hirtenjunge und der Wolf”, oder?
Warum passiert es dann regelmäßig, wenn wir z.B. mit dem RTW in der gut gefüllten Fußgängerzone sind und aussteigen (um zu einem Patienten zu gelangen), dass uns vorbeigehende, erwachsene (!) Menschen zum Spaß “Hilfe, Hilfe!”, “Hilfe, Rettungsdienst, ich hab nen Herzinfarkt!”, “Ich kipp gleich um, Hilfe!” zurufen?
Warum kommt es auf jeder Veranstaltung vor, egal ob ich dort im Rahmen des Sanitätsdienstes bin oder ob wir mit dem Rettungsdienst dort sind, um einen Verletzten zu versorgen, dass die Leute uns im Vorbeigehen festhalten und Dinge sagen wie “Mir gehts gar nicht gut. Mein Bier ist leer.” und “Ich krieg keine Luft mehr … gibst du mir ne Mund-zu-Mund-Beatmung?”?
Mein persönliches Highlight bei einer Großveranstaltung war ein Typ, der uns “Hilfe, Reanimation!” zugerufen hat. Zum Spaß.
Dagegen wirken die Kleinigkeiten wie “Hilfe, Hilfe, ich brauch nen Druckverband!” auf einem Volksfest nahezu nicht erwähnenswert. Das kam übrigens von einem grinsenden Vater. In Gegenwart seiner beiden Kinder. Tolles Vorbild.
Ja liebe Hilferufer, im ersten Moment mag euch das ja wahnsinnig witzig vorkommen und ach so originell.
Das Problem ist nur, dass das auf einer Veranstaltung bzw in der Fußgängerzone, im Supermarkt, wo auch immer nicht nur einmal vorkommt. Das passiert, während wir uns unseren Weg durch die Menge bahnen, nahezu alle fünf Meter.
Irgendwann hört man nicht mehr hin. Wenn in einem Festzelt fünf Mal “Hilfe!” geschrien wird, nimmt man das beim sechsten Mal schon nicht mehr ernst. Und beim achten Mal liegt da am Ende wirklich jemand mit Kreislaufstillstand.
Verkneift es euch bitte. Denkt nach. Euer lustiger und origineller Scherz könnte dafür verantwortlich sein, dass bei einem echten Notfall niemand mehr reagiert.
Und handelt bitte vorbildlich, wenn Kinder dabei sind. (Ich finde es im Freibad zum Beispiel auch immer wahnsinnig anstrengend, wenn Kinder beim Spielen um Hilfe rufen.)
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. : )
Vier. 31/05/2013
Posted by Hermione in blogosphere.Tags: Bloggeburtstag, Happy Birthday, Rescue Blog, Rettungsdienst
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Vier Jahre lang ist dieser Blog nun mein Baby.
In letzter Zeit war es aus diversen Gründen sehr still hier, obwohl bereits einige vordatierte Artikel warten. Und mit jedem neuen Arbeitstag sammeln sich weitere Geschichten an, die ich unbedingt erzählen will. Über interessante und bekloppte Einsätze, über meine netten und meine nervigen Kollegen.
Über die schönen und über die traurigen Momente.
Dieser Blog hat mich ziemlich stark geprägt.
In meiner Art, wie ich in meiner Ausbildung am Unterricht teilgenommen, für die Prüfungen gelernt habe. In meiner Art, wie ich auf meine Patienten zugehe, wie ich mit Notfällen und Katastrophen umgehe. Und auch in der Art, wie ich “die anderen” sehe – vor allem die Kollegen auf beiden Seiten der Notaufnahme, Feuerwehr, Polizei, aber auch Angehörige, Schaulustige …
Eigentlich wollte ich diesem Blog meinen Stempel aufdrücken, aber ich werd das Gefühl nicht los, dass es umgekehrt gelaufen ist.
Nicht unbedingt das Schlechteste, das mir passieren konnte. : )
Danke an alle lieben Menschen, die mich bis jetzt auf meiner Reise begleitet haben.
Danke für all die tollen Tipps und Ideen, die ich durch euch bekommen habe. Für den Beistand in stressigen und schwierigen Zeiten. Fürs Daumendrücken während der Prüfungen und Bewerbungsphasen.
Zur Feier des Tages gibt es jetzt Kaffee für alle. Außer für Pettigrew.
Wir lesen uns. : )
Geschützt: RD-Treff (Test) 17/04/2013
Posted by Hermione in Uncategorized.Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt.
Betr.: Budget für Alternativmedizin 03/03/2013
Posted by Hermione in WTF.Tags: Alternativmedizin, Homöopathie, IKK Classic, Voodoo
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Sehr geehrte Damen und Herren der IKK Classic,
mit großer Freude habe ich kürzlich Ihre Werbung entdeckt. Ein zugesichertes Budget für homöopathische Mittel ist ein toller Weg, die steigende Zahl der Menschen anzusprechen, die evidenzbasierte Medizin ablehnen.
Natürlich wäre es schön, wenn irgendwann auch konventionelle, jedoch kostspielige und deswegen “unwirtschaftliche”, Behandlungsmethoden von der Krankenkasse übernommen würden, aber Homöopathie ist da meiner Meinung nach ein Schritt in die richtige Richtung.
Wenn wir und unsere Krankenkassen es uns und sich leisten können, Globuli zu bezahlen, müsste bald auch das Budget für wirksame Behandlungen ausgebaut werden. Geld scheint ja genug vorhanden zu sein.
Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn Sie auch Voodoomedizin in Ihren Behandlungskatalog aufnehmen könnten. Der Voodoo-Kult ist eine viele Jahrhunderte alte Tradition, deren Heilkunst auf dem von Generation zu Generation weitergereichten Geheimwissen beruht.
Wie großartig würde diese exotisch anmutende Alternativmedizin auch in Deutschland das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten erweitern und ergänzen!
Zusätzlich zu Tieropfern könnte man dem Gott Bondieu und seinen stellvertretenden Loa ja auch Tofuopfer bringen, um wirklich jeden mit dieser traditionellen Heilkunst anzusprechen.
Ein großer Vorteil der Behandlungsmethoden ist ja auch, dass alles völlig frei von Chemie, Genen und Atomen ist. Perfekt also für die Zielgruppe der Homöopathieanhänger.
Voodoo lässt sich auch hervorragend mit den inzwischen in Deutschland etablierten alternativen Heilkünsten kombinieren. Akupunktur an der Voodoopuppe wäre hier ein naheliegendes Beispiel.
Ich freue mich sehr auf Ihre baldige Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen,
Hermione
Geschützt: Ich will doch nur meine Ruhe! 12/02/2013
Posted by Hermione in Rettungsdienst.Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt.
Suizid 11/02/2013
Posted by Hermione in Rettungsdienst.Tags: Rettungsdienst, Selbsttötung, Suizid, Suizidankündigung
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Um es direkt am Anfang vorwegzunehmen: Einen vollendeten Suizid hatte ich noch nie. Also, als Patienten. Bzw, dann eben nicht mehr Patienten.
Suizid-Ankündigungen sind jedoch leider häufiger zu verzeichnen.
Auch wenn’s eher bedrückend ist, möchte ich diesem Thema meine nächsten paar Artikel widmen. Eigentlich sind diese Einsätze nämlich ziemlich interessant.
Gerade bei so einem sensiblen Thema werde ich darauf achten, dass die Eckpunkte so sehr verfälscht sind, dass niemand Rückschlüsse auf die wahre Identität meiner Patienten ziehen kann. Außerdem werden die Artikel passwortgeschützt sein, damit Auszüge davon nicht ergooglet werden können.
Kostet mich zwar wahrscheinlich einiges an Zugriffszahlen, schützt aber meine Patienten noch zusätzlich zu allen Verfremdungen. Und das ist es mir wert.
Das Passwort für alle entsprechenden Artikel wird schlicht “Suizid” sein, ohne Anführungsstriche.
(Diesmal kommt der Passwortankündigungsartikel vor dem geschützten Artikel, um Missverständnisse zu vermeiden.)
Ich weiß nicht, inwiefern das nötig ist, aber ich möchte für diese Artikel auch eine Triggerwarnung aussprechen. Also, schaut bitte nicht rein, wenn ihr in irgendeiner Form davon getriggert werden könntet.
Es ist ein heikles Thema, aber ich möchte es nicht totschweigen.
(Das war jetzt ein unbeabsichtigtes Wortspiel.)
Der erste Artikel dieser Reihe geht morgen online, voraussichtlich in den Abendstunden. Hängt davon ab, wie schnell ich morgen meine To-Do-Liste abgearbeitet bekomme. Und es ist eine laaaaaaaange Liste.
Bis dahin vielleicht die Frage an die mitlesenden Rettungskräfte (und das schließt Polizei und Feuerwehr mal mit ein), welche Erfahrungen ihr in dieser Hinsicht schon machen musstet? Damit meine ich jetzt nicht nur Ankündigungen (aber auch!), sondern auch besonders den vollendeten Suizid (das Wort “erfolgreich” erspar ich uns in diesem Zusammenhang mal).
Ich hab von meinen direkten Kollegen ziemlich traurige Geschichten gehört, Einsätze, die einen wirklich mitnehmen und die man nicht einfach mit der Dienstkleidung im Spind lassen kann.
Wie geht ihr damit um?
112-Tag! 11/02/2013
Posted by Hermione in misc.8 comments
Alles Gute zum Europäischen Tag des Notrufs 112! : )
Die Nummer dürfte inzwischen so ziemlich jeder im Kopf haben. Gibt es noch Menschen, die nicht wissen, dass die 112 nicht nur die Feuerwehr ist? Und dass man über die 112 europaweit medizinische Hilfe anfordern kann, spricht sich ja auch so langsam rum.
Vielleicht nochmal eine kurze Erinnerung, wofür die 112 die richtige Nummer ist und wofür nicht …

Das ist jetzt natürlich ziemlich provokant.
Die Leser meiner letzten beiden Artikel werden aber verstehen, dass das tatsächlich ein großes Problem ist.
Viele Menschen sind nicht mehr in der Lage, einen Notfall zu erkennen und von einem Nicht-Notfall zu unterscheiden.
Auch wenn es wirklich wehtut, was ist durchaus verstehen kann: für einen umgeknickten Finger muss man keinen Rettungswagen rufen. Vor allem nicht, wenn man Freunde da hat, die dann allen Ernstes mit zwei privaten PKW hinter dem RTW her ins Krankenhaus fahren. Das hätte man auch gleich selbst machen können.
Eine stark blutende Verletzung jedoch ist durchaus etwas, womit man den Rettungsdienst behelligen darf.
Schon komisch, dass die Menschen, die wirklich Hilfe brauchen, sich oft scheuen die 112 zu wählen; und diejenigen, die gar kein medizinisches Problem haben oder durchaus auch selbst oder mit dem Taxi zum Arzt oder ins Krankenhaus könnten, oft die Einstellung vertreten “ich zahle in die Krankenkasse ein, dann will ich dafür auch Leistung haben”.
Können wir daran bitte arbeiten?




