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Erstickungs-Tee 14/10/2009

Posted by Hermione in "Ich erklär das mal kurz...", Lernen, misc.
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Ein bisschen später als versprochen, aber hier ist sie: die ultimative Erklärung zum flachsten EKG-Witz ever (“Ich geh mir dann mal einen Erstickungs-Tee kochen”)!
(Oder kennt ihr noch dämlichere?)

Herrje, wo soll ich anfangen? Ich glaub, ich geh am besten nochmal auf das “normale” EKG ein, also den Sinusrhythmus. *Bildchen wieder hervorkram*

Sinusrhythmus

So, jetzt benennen wir mal die einzelnen Aktionen:

pqrst
(Zauberhaft, was man mit MS Paint so alles machen kann… xD)

Rufen wir uns noch mal in Erinnerung, was ein EKG eigentlich ist, nämlich die grafische Darstellung der elektrischen Herzaktivität.
Die P-Welle zeigt die Vorhoferregung an. 
Der QRS-Komplex ist die Erregung der Herzkammern
Die T-Welle ist die Erregungsrückbildung der Herzmuskulatur.

Das wäre dann, ganz ganz ganz vereinfacht ausgedrückt, alles.

Bei einer Hypoxie (also einer Sauerstoffunterversorgung) der Herzmuskulatur (z.B. bei einem Herzinfarkt) (und wie ich grad nachgelesen hab auch bei einer Kohlenmonoxidvergiftung) kann (muss aber nicht!) sich direkt nach dem Ereignis kurzfristig ein sogenanntes Erstickungs-T im EKG zeigen, also eine pathologisch hohe T-Welle.

Soll ich nochmal malen? *g*

pqrst2

So in etwa. xD

Kommentare»

1. DelfinStern - 14/10/2009

Also ich versteh den Witz nicht, zumindest nicht bevor ich den Eintrag komplett gelesen hatte ;-) Hoffe ich versteh es jetzt richtig (bin nicht aus dem Medizinbereich, sonder Informatikbereich..)
Machst du noch weiter mit den Erklärungen? Ich glaub in dem Stil versteh sogar ich was was ist :-) soweit man das eben als Nicht-mediziner versteht

Hermione - 14/10/2009

Es ist ja auch ein echt übler Flachwitz… *g* Eigentlich absolut unlustig. Über sowas lach nur ich. xD

Ja, ich mach auf jeden Fall weiter mit den Erklärungen. Mir hilft es auch; indem ich es anderen erkläre, erkenn ich nämlich auch ob ich es selbst verstanden habe und hab nen netten Anreiz, nochmal ein bisschen was dazu zu lesen.
Meine nächste Erklärung wird sich mit der Reanimation beschäftigen. : )

2. Special Agent Gibbs - 14/10/2009

Das ist mal wieder ein hervorragender Artikel! Sehr gut gemacht :-) !

Allerdings habe ich einen Vorschlag und eine Nachfrage:
Vorschlag: Ich würde das “kann auftreten” betonen, weil es ja nicht unbedingt vorkommt!
Nachfrage: Gibt es nicht auch eine Verschiebung der T-Welle nach unten nach einem EKG? (Ich finde gerade meinen “Taschenatlas Rettungsdienst” nicht, daher die Nachfrage ;-) .)

Hermione - 14/10/2009

Danke für den Vorschlag, ich änder es gleich.
Ja, die Verschiebung nach unten gibts laut meinen EKG-Büchern auch. Nach einem EKG? Du meinst Infarkt, oder?

Special Agent Gibbs - 14/10/2009

Oh Gott, wo habe ich nur meine Gedanken… ?!

Natürlich muss es Herzinfarkt heißen :-) !

Chris - 14/10/2009

So, gerade nochmal die Unterlagen inspiziert: Der EKG-Befund des Herzinfarktes lässt sich in 5 Stadien einteilen (0, I, II, III, IV). In den ersten beiden (10 min nach Infarkt bis zu mehreren Stunden) ist das T noch positiv, in den nächsten beiden negativ (1 Tag bis mehrere Tage) und beim Spätbefund (Stadium IV) ist es wieder positiv. Natürlich zählen da noch einige andere Faktoren dazu, also wer es ausführlicher will:

- Stadium 0 (etwa 10 min nach Infarkt): T positiv, hoch und breit
- Stadium I (nach einigen Stunden): Q und R klein, deutliche ST-Strecken-Hebung, T positiv
- Stadium II (nach 1 Tag): Q groß, R klein, ST-Hebung rückläufig, T spitz und negativ
- Stadium III (nach mehreren Tagen): Q groß, R höher als in II, keine ST-Hebung mehr, T spitz und negativ
- Stadium IV (Spätbefund): Q noch groß, R wieder normal, ST-Strecke normal, T wieder positiv

Hoffe, das war jetzt alles auch wirklich richtig :-)

Ach ja, den Witz kannte ich übrigens noch nicht :-)

Special Agent Gibbs - 14/10/2009

Danke für die Erklärung der Stadien! Dadurch habe ich nun alles zusammen, um es zu verstehen :-) .

Hermione - 14/10/2009

Wow, dankeschön!!

rettungsscherge - 14/10/2009

Prima geschrieben, verdammt gut!

Zum negativen T:
Eine negative T-Welle muss nicht pathologisch sein.
Die T-Welle ist in V1 und 2 positiv, negativ oder biphasisch. In allen übrigen Ableitungen ist das T positiv. Oder bin ich gerade auf dem Holzweg?

Hermione - 14/10/2009

EKG-Information von H. H. Börger sagt, dass ein negatives T in V1-V4 bei Kindern, Heranwachsenden und gelegentlich noch bei jungen Frauen auftreten kann; außerdem in V3 oder V4 bei mageren Patienten, da sollte es aber bei tiefer Inspiration verschwinden.

Dankeschön : )

Hermione - 14/10/2009

EKG endlich verständlich sagt, dass eine physiologische T-Welle in allen Ableitungen mit überwiegend positivem Kammerkomplex ebenfalls positiv sein sollte.
Was heißt denn überwiegend positv? Insgesamt mehr Millivolt oberhalb der Grundlinie als unterhalb? *verwirrt bin*
Und heißt das umgekehrt, dass in Ableitungen mit überwiegend negativen Kammerkomplexen auch die T-Welle negativ sein darf?

rettungsscherge - 15/10/2009

Hach, jetzt gebe ich gerne zu, ich bin ebenso verwirrt. Das müssten wir nochmal seperat durchleuchten… Ist ja wie “Ein bisschen Tot”…

Hermione - 15/10/2009

Ja… Und jetzt will ich halt auch wissen, warum die T-Welle pathologisch überhöht ist. Also wie es ausgerechnet dazu kommt und alles.
Das wird ein lustiger Lernnachmittag. *g*

rettungsscherge - 16/10/2009

Und ich will die Ergebnisse wissen :)
Vielleicht kann mir ja mal ein Doc, der hier mitliest, ein wenig Auskunft über “überwiegend” hohe/tiefe T’s geben ?

Hermione - 16/10/2009

Ist hier zufällig ein Arzt anwesend?? *lach*

rettungsscherge - 16/10/2009

*gröhl*
Zwei Witze, die schon UBahn fahren, so flach sind sie.
Genau mein Geschmack :-)

3. Lele - 14/10/2009

Super erklärt, jetzt verstehe ich es auch ;)

Freu mich schon auf deinen Beitrag über die Reanimation :)

LG

4. Ein Herz für Blogs – Nummer 2 | Herr Pfleger - 16/10/2009
5. AdminRettd - 16/03/2011

Ich find den echt genial XD


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