Herz gewinnt! 10/10/2010
Posted by Hermione in "Ich erklär das mal kurz...", Hermione lernt..., Lernen.Tags: Herz, Leber, Lunge, Milz, Siegerehrung, Umfrage
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So, Zeit, das Umfrageergebnis zu betrachten.
Das Herz liegt (wie erwartet) an erster Stelle, mit 32,9% und ganzen 51 Stimmen.
Glückwunsch, Herz!
An zweiter Stelle eine kleine Überraschung: die Milz erkämpfte sich 25,16% mit 39 Stimmen.
Den dritten Platz eroberte sich die Leber mit 21,29%, das waren 33 Stimmen; und die Lunge macht mit einer Stimme Rückstand zur Leber knapp den letzten Platz, 20,65%.
Da das Herz gewonnen hat, werd ich mich da jetzt auch zuerst dransetzen. Kann aber noch ein wenig dauern (ich bin sehr pingelig, wenn es um sowas geht und überprüfe jedes Detail gefühlte 20.000 mal). Wenn das abgearbeitet ist, kümmer ich mich um die Milz.
Leber und Lunge folgen auch noch, aber wahrscheinlich nicht mehr dieses Jahr.
Danke an alle 155 Teilnehmer. : )
Hermione lernt… Der Sonnenstich 13/06/2010
Posted by Hermione in "Ich erklär das mal kurz...", Hermione lernt..., Lernen.Tags: Hirnhaut, Lernen, Medizin, Sommer, Sonne, Sonnenstich
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Aus gegebenem Anlass ein paar neue Artikel aus der Reihe “Hermione lernt…”. : )
Sollte ich irgendwas Falsches schreiben,seid doch bitte so gut, mich in einem Kommentar drauf hinzuweisen.
Außerdem gilt, was der gesunde Menschenverstand gebietet: Meine Artikel ersetzen zwar die Recherche bei Wikipedia, aber keinesfalls einen Arztbesuch. ; )
Sonnenstich (lat. Insolation, griech. Heliosis)
Vom Sonnenstich hat wohl jeder schonmal gehört. Nur was genau ist das eigentlich und wie bekommt man sowas (und vor allem: wie bekommt man sowas nicht)?
Wie entsteht ein Sonnenstich?
Der Sonnenstich entsteht durch eine Hirnhautreizung aufgrund länger andauernder Sonneneinstrahlung (und der daraus resultierenden Wärmebelastung) auf den ungeschützten Kopf.
Besonders gefährdet sind Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder (und Erwachsene mit geringer oder gar keiner Kopfbehaarung). Ein weiterer Grund, warum kleine Kinder sich nicht in der direkten Sonne aufhalten sollen.
Der erhöhte Druck im Schädelinneren führt außerdem zu einer Störung der Blut-Hirn-Schranke und einer erhöhten Permeabilität (Durchlässigkeit) der Kapillaren (feinste Blutgefäße), was dann zu einem Hirnödem führen kann, durch das sich wiederum der Druck erhöht.
Und was sind die Symptome?
Typisch für den Sonnenstich ist, dass er erst einige Zeit nach der Sonneneinstrahlung auftritt. Während man den ganzen Mittag ohne Kopfbedeckung auf dem Fußballfeld rumgetollt hat, geht es einem noch prächtig, aber ein paar Stunden später, wenn man schon längst wieder zuhause ist, geht es los.
Der Kopf ist stark gerötet und glüht förmlich, während der restliche Körper kühl und kaltschweißig ist. Durch die Reizung der Hirnhäute (Meningen) kommt es zu weiteren, typischen Symptomen: Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, sehr heftige Kopfschmerzen, Sehstörungen und auch eine Nackensteifigkeit (Meningismus), bei dem der Patient den Kopf nicht oder nur unter sehr starken Schmerzen das Kinn auf die Brust beugen kann. Außerdem können Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit vorliegen; der Patient könnte auch krampfen.
Warum kommt es zu diesen Symptomen?
Der Schädel umgibt das Gehirn als knöcherne Kapsel. Diese Kapsel ist mit Liquar cerebrospinalis (Hirnwasser) gefüllt, sodass das Gehirn im Schädel schwimmt. Es liegt also nicht lose im Kopf rum. *g*
Wenn es zu einer Drucksteigerung im Schädelinneren kommt, wird das Gehirn quasi ‘zusammengequetscht’ und in Richtung Hinterhauptsloch (Foramen magnum) gedrückt. Das ist da, wo das Gehirn am hintersten Gehirnteil, der Medulla oblongata (verlängertes Rückenmark) in das Rückenmark übergeht und aus dem Schädel in den Wirbelkanal eintritt. Ist das verständlich oder wirr geschrieben?
Zur Verdeutlichung hier folgende Bildchen:
Das ist das Foramen magnum an der Unterseite des Schädels:
Und das sind Gehirn und Rückenmark:
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Danke, Wikimedia-Commons. : )
Ich hoffe, dass nun nachvollziehbar ist, wie die Medulla oblongata bei erhöhtem Druck im Schädel im Foramen magnum eingequetscht werden kann.
In der Medulla oblongata befinden sich unter anderem das Atemzentrum, das Kreislaufzentrum und das Brechzentrum. Dementsprechend führt ein Reiz auf die Medulla oblongata zu Symptomen, die mit den betroffenen Zentren zusammenhängen.
Was kann ich nun tun?
Als allererstes gilt natürlich: Raus aus der Sonne, ab in den Schatten!
Der Patient sollte auch mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden, um den Druck auf die Birne zu lindern. Wenn der Patient bewusstlos oder deutlich eingetrübt ist, bitte in die stabile Seitenlage bringen! Zusätzlich kann mit kühlfeuchten Tüchern an Stirn und Nacken gekühlt werden, um die erhöhte Temperatur zu senken und damit die Belastung der Hirnhäute zu vermindern.
Sollten die Beschwerden stärker sein (also wenn ein Meningismus vorliegt, dem Patienten schlecht ist oder er sich sogar übergeben hat, Sehstörungen empfindet usw. und selbstverständlich bei Bewusstseinseintrübung und Bewusstlosigkeit!!), bitte unbedingt den Rettungsdienst rufen. In der EU ist die 112 die einheitliche Nummer dafür; in der Schweiz erreicht ihr den RD soweit ich weiß unter der 144.
Hermione lernt… Die Alkylphosphatintoxikation 04/04/2010
Posted by Hermione in "Ich erklär das mal kurz...", Hermione lernt..., Lernen, Lernmarathon, Prüfungen.Tags: E 605, Gift, Intoxikation, Lernen, Pflanzenschutzmittel, Schwiegermuttergift
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Alkylphosphatintoxikation ist nicht nur ein tolles Wort für’s Galgenmännchen, sondern auch ein beliebtes *würg* Thema in der mündlichen Prüfung. Beim RS hat es meinen Teampartner getroffen…
Aber hey, was zur Hölle ist das eigentlich?
Einige von euch kennen vielleicht noch das Pflanzenschutzmittel E605. Wenn nicht – nun, es ist inzwischen auch verboten. *g*
Besser so, denn es ist alles andere als gesund. Als Kontaktgift muss man es noch nicht mal schlucken oder sonstwie invasiv aufnehmen (keine schmutzigen Gedanken, ich meine jetzt Injektionen oder so!), es reicht schon Hautkontakt aus, um sich damit zu vergiften. Und nicht nur das, es reicht schon der Hautkontakt zu einer damit vergifteten Person aus. Jahaa!
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(Wikipedia sagt übrigens: Im Volksmund wird auch der Begriff „Schwiegermuttergift“ verwendet, da es für viele bekannt gewordene Suizide und Morde missbraucht wurde.)
(Und noch was: “Gegen saugende und beißende Schädlinge” – hilft es dann gegen Vampire und Werwölfe?)
(Sorry, zuviel Kaffee…)
Alkylphosphate sind Acetylcholinesterasehemmer. Ja, wtf…? Das bedeutet nichts anderes, als dass sie durch Hemmung des Enzyms Acetylcholinesterase den Abbau von Acetylcholin im synaptischen Spalt verhindern. Acetylcholin ist für die Übertragung des Parasympathikus zuständig. Wenn Acetylcholin nicht mehr abgebaut werden kann, ist der Parasympathikus also sehr aktiv – und das ist schlecht.
Die Symptome einer Alkylphosphatintoxikation sind dementsprechend die eines erhöhten Parasympathikustonus: Hypersalivation (vermehrter Speichelfluss) (und weil Alkylphosphate blau eingefärbt sind, ist der Speichel auch blau – daran sollte man die Gefahr erkennen können), Bradykardie (verlangsamte Herzfrequenz), Hypotonie (niedriger Blutdruck), Miosis (enge Pupillen), Schwitzen und tränende Augen, erschwerte Atmung durch Dyskrinie (also vermehrte Bronchialschleimsekretion) und Bronchospasmus (also Engstellung der Bronchien), Magen-Darm-Krämpfe, Übelkeit und (blaues) Erbrechen… Und Muskelzuckungen bis hin zu Lähmungen im späteren Verlauf. Kopfschmerzen und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma gibts natürlich auch.
Keine schöne Sache also.
Was macht man da? Nun, zunächst ist es natürlich wichtig, auf die eigene Sicherheit zu achten. Also keinen Hautkontakt herstellen, Erbrochenes nicht berühren (aber wer macht das schon freiwillig?), usw. Die Feuerwehr nachzufordern ist hier eine gute Idee.
Eine weitere Kontamination des Patienten sollte verhindert werden, also Kleidung entfernen (die des Patienten, nicht die eigene) und ggf Pflanzenschutzmittelreste von der Haut abwaschen.
Welche Antidota gibt es? Nun, für den RS wurde uns nur Atropin ans Herz gelegt. Atropin ist ja bekannterweise ein Parasympatholytikum, es “hemmt” also den Parasympathikus.
Jetzt, im RA-Lehrgang, haben wir ein zusätzliches Antidot kennengelernt: Toxogonin. Ba-bämm!
Was genau Toxogonin macht, das erfahrt ihr nach der nächsten Maus. ; )
Dämlichste Eselsbrücken – Hormone der Nebennierenrinde 28/03/2010
Posted by Hermione in Dämlichste Eselsbrücken, Hermione lernt..., Lernen, Schule.2 comments
Mineralwasser und Zucker machen sexy.
Okay, das klingt im ersten Moment nach WTF!? Aber dann…
Mineralokortikoide, produziert in der Zona glomerulosa
Glukokortikoide, produziert in der Zona fasciculata
Sexualhormone, produziert in der Zona reticularis
Ba-bämm!
Dämlichste Eselsbrücken – Hirnnerven 19/03/2010
Posted by Hermione in Dämlichste Eselsbrücken, Hermione lernt..., Lernen, Schule.4 comments
Nicht ganz jugendfrei… ; )
Und außerdem wahrscheinlich ebenfalls jedem bekannt.
Onkel Otto onaniert tag-täglich, aber freitags vögelt er gern viele alte Huren.
Igitt.
I N. olfactorius
II N. opticus
III N. oculomotorius
IV N. trochlearis
V N. trigeminus
VI N. abducens
VII N. facialis
VIII N. vestibulocochlearis
IX N. glossopharyngeus
X N. vagus
XI N. accessorius
XII N. hypoglossus
Der Nervus trigeminus teilt sich in drei Hauptäste auf, die Nn. ophtalmicus, maxillaris und mandibularis.
Die Nn. oculomotorius, facialis, glossopharyngeus und vagus innervieren das Pars cephalica des Parasympathikus, also den Kopfteil. (Das Pars sacralis (Kreuzteil) entspringt den Rückenmarkssegmenten S2, S3 und S4.)
Dämlichste Eselsbrücken – Narcanti 19/03/2010
Posted by Hermione in Dämlichste Eselsbrücken, Hermione lernt..., Lernen, Medikament des Tages, Schule.Tags: Eselsbrücke, Lernen, Medikament, Narcanti, Opiate
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Okay, den kennt wahrscheinlich jeder.
Jeder Junkie kriegt Narcanti.
Narcanti (Wirkstoff: Naloxon) ist nämlich das Antidot bei Opiat-Intoxikationen.
Also, wenn der Verdacht besteht, dass der Patient dieses Problem hat, für den Notarzt schonmal Narcanti aufziehen.
Woran erkennt man eine Opiatintoxikation? Wenn wir die Pupillen des Patienten kontrollieren, fällt uns eine Miosis auf, also stecknadelkopfgroße Pupillen. Auffällig ist auch die Atmung: stark verlangsamt (Bradypnoe) und die Atemzüge sind, sehr, sehr tief.
Durfte ich in der Anästhesie ziemlich oft beobachten (manchmal war’s dann gegen Ende der OP doch noch ein bisschen zuviel Fentanyl oder Sufentanil. *g*)
Zu den Opiaten folgt übrigens hoffentlich im Laufe des Wochenendes ein eigener Artikel. : )
Ganz ganz wichtig bei Narcanti ist, dass es eine geringere Halbwertszeit hat als die Opiate. Also kann es durchaus sein, dass der Patient, nachdem er wieder “voll da” war, später wieder von den noch in seinem Körper befindlichen Opiaten weggekickt wird, wenn das Narcanti weg ist. Deswegen sollte man seinen Patienten nicht aus den Augen lassen, er könnte sonst leider sterben. *g*
Dämlichste Eselsbrücken – Akrinor 18/03/2010
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Und es ist wieder Zeit für eine neue Kategorie! *g*
Ich merk mir meine Sachen ja gern mittels Eselsbrücken; je dämlicher, desto einprägsamer. ; )
Los geht’s mit Akrinor:
In Akrinor ist Kaffee drin. (Cafedrin-Theodrenalin-Kombipräparat)
Ja, ich weiß. Der ist unterirdisch. Aber er hilft, ich hab’s schon seit drei Tagen nicht vergessen.
Akrinor ist übrigens ein ß-Sympathomimetikum, das eine langanhaltende arterielle Blutdrucksteigerung bewirkt. Haben wir in der Anästhesie sehr oft benutzt und auch immer (ebenso wie Atropin) als Notfallmedikament ständig aufgezogen bereitliegen gehabt. : )
*in Erinnerungen schwelg*
Theodrenalin ist eine Kombination aus Theophyllin und Noradrenalin; Cafedrin eine Kombination aus Coffein <3 und Ephedrin.
So, jetzt muss ich das Laptop aber langsam mal zuklappen, der Unterricht geht gleich weiter. : )
Galgenmännchen reloaded 16/03/2010
Posted by Hermione in Hermione lernt..., Medikament des Tages, misc, Quiz, WTF.25 comments
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Pharmakologie 11/03/2010
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…ist ja bekanntlich nicht mehr mein absolutes Horrorfach. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an die beiden lieben Anästhesisten, die sich zum Ziel gesetzt haben mich in Sachen Medis richtig fit zu machen! :’)
Heute haben wir nen Pharma-Tag. Noch im ersten RA-Block wär das für mich die absolute Horrorvorstellung gewesen. Jetzt geh ich da ziemlich relaxt (nicht: relaxiert) (muahaha) an die Sache. Läuft.
Und weil ich so gute Laune hab, werd ich meine Aufzeichnungen zum Thema Medis gern mit meinen LeserInnen teilen. Nicht alle auf einmal, aber Artikel für Artikel wird das “Medikament des Tages” ein Revival erleben. Yeah.
Positiver Nebeneffekt ist, dass ich durch das Abtippen und Ausformulieren alles nochmal schön wiederholen kann.
Und zur Einstimmung gibt’s auch quasi live ein Foto von meinen Aufzeichnungen:
Mein aktuelles Lieblingsbuch 28/01/2010
Posted by Hermione in Anästhesie, Bücher, Hermione lernt..., Krankenhaus, Lernen, misc, Praktika.2 comments
Nachdem ich meine beiden BASICS-Bücher ausgiebig gefeiert habe, verdient mein aktuelles Lieblingsbuch ebensoviel Aufmerksamkeit. *find*
Es handelt sich hierbei um das Buch “Anästhesie Intensivmedizin Notfallmedizin Schmerztherapie” aus dem Springer-Verlag, das ich mir kürzlich via ebay gegönnt habe. Und ich muss sagen, ich hätte auch den vollen Neupreis dafür bezahlt, ich finds nämlich klasse.
Zur Zeit erfreu ich mich an dem tollen, dicken, genialen, wunderbaren Pharmakologie-Kapitel, in dem ich alle Medis, mit denen ich zur Zeit täglich zu tun habe, ausgiebigst nachlesen kann. Und auch die anderen Kapitel sind echt toll.
Ob ich das AINS grundsätzlich für ‘andere Menschen in meiner Situation’ (LOL!) empfehlen kann, weiß ich nicht. Ich finde es halt total interessant und würde es wahrscheinlich auch lesen, wenn ich nicht das Gefühl hätte dass es mir beim Lernen für’n RA weiterhilft (das Gefühl hab ich aber, schon allein wegen des tollen Pharma-Kapitels!).
Weil das ein Buch ist, das eindeutig mehr hergibt und das sich nicht mal eben in einer Woche durcharbeiten lässt, wird es sicher noch ne Weile ganz oben auf merinem Schreibtisch liegen und mich in der Tasche durch die Weltgeschichte begleiten. Und ich werde auch sicher noch ein paarmal voller Begeisterung von meinem aktuellen Kapitel schwärmen, also bitte nicht wundern.
(So langsam glaub ich, ein Werbevertrag mit den Verlagen würde sich für mich lohnen *g*)






