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„Können Sie die Tür öffnen?“ 20/08/2009

Posted by Hermione in Praktika, Rettungswache.
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(Haben Sie auch vor, es zu tun!?)

Das war letzte Nacht doch mal schön.

Hinter der verschlossenen Wohnungstür befand sich ein Patient, der anscheinend in den sehr frühen Morgenstunden einen epileptischen Anfall hatte.
Vor der verschlossenen Wohnungtür befand sich unsere RTW-Besatzung (also die beiden Rettungsassistenten und ich), zwei Polizisten und eine handvoll besorgte Angehörige/Freunde/Nachbarn/Schaulustige. 

Der Patient hat durchaus auf unser Klopfen reagiert – jedes einzelne der unzähligen Male. Und wenn wir ihn gefragt haben, ob er die Tür öffnet, hat er auch jedes einzelne der unzähligen Male mit „Ja“ geantwortet. Getan hat sich trotzdem nix.
Vielleicht hat er ja geahnt, wer da außer uns und der Polizei noch so vor seiner Tür steht, und hat sie deshalb nicht aufgemacht. Ich hätte mich auch lieber irgendwo fernab von diesen besserwisserischen Nachbarn verbarrikadiert. xD

Die Nachbarn, die gemutmaßt haben „Der ist bestimmt wieder besoffen“ (war er übrigens nicht!), und alle ständig abwechselnd bei dem Patienten auf dem Handy und dem Festnetz angerufen haben – was natürlich sehr hilfreich ist, wenn wir wollen dass er zur Tür kommt. *augenverdreh*
Als einer der Polizisten sie dazu aufgefordert hat, das ständige Anklingeln endlich sein zu lassen, war das Volk sehr eingeschnappt. 

Nachdem der Patient die Tür dann (nach fast einer Stunde; wir fünf haben schon überlegt ob wir ne Pizza bestellen sollen) endlich doch noch geöffnet hatte, stellte er sofort klar, dass sie auf gar keinen Fall ‚in den Krankenwagen‘ will und war drauf und dran, die Tür wieder zu schließen. Also haben wir erstmal versucht, ‚zwischen Tür und Angel‘ durch Nachfragen rauszufinden, was genau passiert ist und wie es dem Patienten jetzt geht. Das wurde dann von einer besonders klugen Nachbarin kommentiert mit den Worten „Ihr müsst den untersuchen!“ach was! Der freundliche Polizist und ich wechselten an dieser Stelle einen seeeeeeeeehr genervten Blick, bevor er die ganze Bande darum bat, in ihre Wohnungen zurückzugehen. Danke!

Der Patient ist letztendlich übrigens doch mitgekommen.

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Kommentare»

1. Bene - 20/08/2009

jetzt kennst du eine ganze „nette“ Nachbarschaftsgemeinschaft in deiner Stadt und weißt schon mal sicher, wo du nicht hinziehst 🙂

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Hermione - 20/08/2009

Ganz genau!
Ich sollte mir einen Stadtplan kaufen und den mit Stecknadeln versehen – grüne Stecknadeln für „nette Nachbarschaft“, gelbe Stecknadeln für „hier will ich nicht wohnen“ und rote Stecknadeln für „lauf, lauf so schnell Du kannst!“.

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