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Hermione lernt… Die Niere 02/12/2009

Posted by Hermione in "Ich erklär das mal kurz...", Hermione lernt..., Lernen.
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Ich hab mir überlegt, alles was ich zur Zeit lerne hier mal ein bisschen zusammenzufassen. Wenn ich es schriftlich ausformuliere, kann ich es mir besser merken, und ne coole neue Reihe wirds auch. xD
Überraschenderweise fang ich nicht mit dem Herzen an. ; )
 

Die Niere (lat. Ren, griech. Nephros)

Wo sind denn die Nieren und was machen sie den ganzen Tag?

Wie jedem bekannt sein sollte, haben wir normalerweise zwei davon. Werfen wir doch mal nen Blick von hinten auf die Nieren.


Also, die Nieren liegen unterhalb des Zwerchfells (also nicht im Brustraum) links und rechts neben der Wirbelsäule, wobei die rechte Niere ein wenig tiefer liegt als die linke. Die rechte Niere liegt nämlich unter der Leber, die wesentlich größer ist als die Milz, die oberhalb der linken Niere liegt. Beide Nieren liegen retroperitoneal, das bedeutet, sie liegen hinter dem Bauchfell (Peritoneum). Eine Niere wiegt zwischen 120 und 200 g und ist etwa 10 x 5 x 3 cm groß.
Die Niere hat einen oberen und einen unteren Pol, am oberen Pol sitzt jeweils eine Nebenniere. Die Nebenniere ist ein eigenständiges Organ.

Was die beiden Nieren machen, dürfte den meisten auch bekannt sein. Sie „reinigen“ das Blut. Genauer gesagt, sortieren sie alles aus, was in unserem Blut nichts zu suchen hat, sondern im Harn besser aufgehoben wäre, um so entsorgt zu werden.
Weil die Nieren dafür einen recht konstanten, nicht zu niedrigen Blutdruck brauchen, haben sie die Möglichkeit, unseren Blutdruck zu regulieren. Nett von ihnen. : )
Außerdem sorgen sie noch für eine gleichbleibende Elektrolytkonzentration und die Regulation unseres Säure-Basen-Haushalts, des Wassergehaltes und des osmotischen Drucks in unseren Körperflüssigkeiten.
Die Nieren sind auch an der Blutbildung beteiligt.

Fassen wir die Aufgaben der Niere also nochmal kurz und knackig zusammen:

  • Ausscheidung harnpflichtiger Stoffe (also Stoffwechselprodukte, giftige Stoffe, Arzneistoffe u.ä.)
  • Regulation der Elektrolytkonzentration, des Säure-Basen-Haushalts, des Wassergehalts und des osmotischen Drucks.
  • Kreislaufregulation durch Hormone
  • Anregung der Blutbildung

Durch die Nieren fließen im Laufe eines Tages etwa 1.500 l Blut, das entspricht mit knapp einem Liter pro Minute etwa 20% des Herzminutenvolumens. Die Nieren sind so gut durchblutet, weil sie aus unserem Blut den Harn abfiltrieren müssen.

Wie wir auf der Abbildung unten sehen können, können wir eine Niere in die Nierenrinde (Cortex renalis) und das Nierenmark (Medulla renalis) unterteilen.

1. Nierenmark mit Markkegeln (Pyramides renales)
2. Vas afferens
3. Nierenarterie (Arteria renalis)
4. Nierenvene (Vena renalis)
5. Hilum renale
6. Nierenbecken (Pelvis renalis)
7. Harnleiter (Ureter)
8. kleine Nierenkelche (Calices minores renales)
9. Nierenkapsel (Capsula fibrosa renalis)
10. unterer Nierenpol (Extremitas inferior)
11. oberer Nierenpol (Extremitas superior)
12. Vas efferens
13. Nephron
14. Nierenbucht (Sinus renalis)
15. große Nierenkelche (Calices majores renales)
16. Spitzen der Markkegel (Papillae renales)
17. Bertini-Säulen (Columna renalis)

Die Niere besteht aus etwa 1,2 Millionen Arbeitseinheiten, den Nephronen.
Ein
Nephron setzt sich aus einem Nierenkörperchen und einem Kanälchen (Tubulus) zusammen. Das Nierenkörperchen besteht aus verschlungenen Kapillargefäßen, dem sogenannten Glomerulus, der vom Ansatz des Tubulus überzogen ist. Dadurch entsteht die sogenannte Bowman-Kapsel.

Im Nierenkörperchen wird der Primärharn (ca 150 l pro Tag) filtriert, der dann in der Henle-Schleife des Tubulus zum Sekundärharn (ca 1,5 l pro Tag) eingedickt wird (nicht mit Mondamin *g*).

Die Arteriolen, die den Glomerulus bilden, werden unterteilt in Vas afferens und Vas efferens, also in das hinzuführende und das abführende Gefäß. Das Vas afferens führt das Blut in die Bowman-Kapsel, dort wird durch Osmose der Primärharn filtriert, und das Vas efferens führt das Blut wieder hinaus.
Der Tubulus, der sich an die Bowman-Kapsel anschließt und in dem aus dem Primärharn der Sekundärharn entsteht, wird auch unterteilt, und zwar in den proximalen Tubulus, die Henle-Schleife und den distalen Tubulus. Der proximale Tubulus befindet sich auf der der Bowman-Kapsel zugewandten Seite und führt den aus dem Blut filtrierten Primärharn. An ihn schließt sich die Henle-Schleife an, in der aus dem Primärharn Wasser rückresorbiert wird. Der dadurch entstandene Sekundärharn wird über den distalen Tubulus, der sich auf der der Bowman-Kapsel abgewandten Seite des Tubulus befindet, in ein Sammelrohr (Tubulus renali colligens) geleitet, das den Sekundärharn vieler hundert Nierenkörperchen sammelt und aus der Nierenrinde hinausführt. 

Die Sammelrohre münden in den sogenannten Nierenkelch (Calix renalis), der den Harn über das Nierenbecken (Pelvis renalis) in den Harnleiter (Ureter – nicht verwechseln mit der Harnröhre!) leitet.
Der Harnleiter führt den Harn dann in die Harnblase, wo er bis zu seiner Entsorgung ; ) aufbewahrt wird. Wir haben i.d.R. zwei Nieren, also haben wir auch zwei Harnleiter. Aus der Blase (Vesica urinaria) kann der Harn dann über die Harnröhe abgegeben werden. Das kennen wir alle. xD
Vielleicht noch ganz interessant zu wissen: Ab einer Füllung von etwa 350ml verspüren wir Harndrang, wir können aber willkürlich etwa die doppelte Menge zurückhalten.

Blutdruck, Blutbildung, Hormone und so…

Die Niere braucht, um ihre Arbeit verrichten zu können, einen Blutdruck über 80 mmHg. Wenn der Blutdruck weiter sinkt, fällt die Nierendurchblutung ab und die Niere kann nicht mehr filtrieren. Das nennt man dann akutes Nierenversagen.

Wie ich bereits erwähnt hab, kann die Niere allerdings den Blutdruck regulieren. Das macht sie, indem sie das Enzym Renin produziert. Dieses Enzym ist Teil des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems, das den Blutdruck erhöht.

Renin sorgt dafür, dass Angiotensinogen in Angiotensin I umgewandelt wird. Angiotensin I wiederum wird mit Hilfe des Angiotensin Converting Enzyms (ACE) in Angiotensin II umgewandelt. Angiotensin II bewirkt eine Verengung der Blutgefäße und damit einen Blutdruckanstieg, und außerdem die Freisetzung von Aldosteron aus der Nebennierenrinde.
Aldosteron sorgt dafür, dass in der Henle-Schleife mehr Natrium und mehr Wasser rückresorbiert wird. Auch dadurch steigt der Blutdruck an, weil so mehr Volumen in den Blutgefäßen verbleibt.

Wie man an der Natriumrückresorption schon erkennt, ist das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System auch für den Elektrolythaushalt wichtig. An einem Tag halten die Nieren etwa 1,3 kg Kochsalz (Natriumchlorid) im Körper zurück. Stellt euch mal nen Haufen von anderthalb Kilo Salz vor…
Die Nieren sorgen dafür, dass jeden Tag nur etwa soviel Kochsalz ausgeschieden wird, wie wir durch unsere Nahrung wieder zu uns nehmen, also etwa 8-15 g.

Renin fördert nicht nur die Natriumrückresorption, sondern auch die Kaliumausscheidung. Das ist wichtig, damit die Kaliumkonzentration im Blutplasma nicht ansteigt, da eine Hyperkaliämie ernste Folgen für den Organismus haben kann, von Herzrhythmusstörungen bis hin zum Kammerflimmern.

Außerdem ist die Niere noch an der Blutbildung beteiligt, indem sie Erythropoetin produziert. Erythropoetin regt im roten Knochenmark die Bildung neuer Erythrozyten (roter Blutkörperchen) an.

Das war’s erstmal von der Niere. Hier gibts noch nen kleinen Ergänzungsartikel.
Eigentlich hatte ich nicht geplant, über sechs Stunden an diesem Artikel zu arbeiten.

Solltet ihr irgendwas ergänzen oder korrigieren wollen, dann macht das bitte, bitte, bitte! : )

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Kommentare»

1. Daniel - 03/12/2009

wow… nicht schlecht… habs mir auch überlegt, das zum lernen zu machen… aber 1. lang nicht so ausführlich (bin ja nicht im ra-kurs *g*) und 2. würde das ja aussehen, als hätte ich das nachgemacht 😦

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Hermione - 03/12/2009

Ach, so ne Kurzzusammenfassung mit den wichtigsten Stichpunkten wär doch toll! : )
Ich hatte auch nicht vor, da knapp sechseinhalb Stunden dran rumzuschreiben. Es ist irgendwie außer Kontrolle geraten. *g*
Und das Schlimme: Es wird mindestens noch einen zweiten Teil zur Niere geben.

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2. quadratmeter - 03/12/2009

Ich finde das interessant. Übrigens hätte ich die Niere irgendwie weiter unten vermutet, wieder was gelernt 🙂

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3. Sven - 03/12/2009

War das jetzt Telepathie, dass du das heute gebloggt hast? Ich hatte heute Situs-Testat… unter anderem eben auch zur Niere 😉

Also danke für die Einstimmung, die du mir heute morgen beim Frühstück gegeben hast 😉

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Hermione - 03/12/2009

Tja, das nenn ich mal Teamwork! *high five*
Ich hoffe, es ist alles gut gelaufen beim Testat? : )

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Sven - 03/12/2009

Jep, lief wie am Schnürchen 🙂

Ich wurde auch nur über den Magen und Ösophagus ausgefragt… Schätze, da schreibe ich dann die Tage mal was zu 😉

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4. Matthias - 03/12/2009

Sehr schöne Zusammenfassung! Ich mach das ja bei mir auch öfters so – und finde es zum Lernen sehr hilfreich!

Vllt. kümmere ich mich die Tage mal um ein paar Nierenerkrankungen. Aber solche Zusammenfassungen sind auch echte Zeitfresser – aber es lohnt sich ja!

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5. Hermione lernt… Immer noch die Niere « rescue blog - 05/12/2009

[…] trackback Da es noch das ein oder andere hinzuzufügen gibt, nun der kleine Ergänzungsartikel zur Niere. Hoffentlich frisst der nicht wieder sechs Stunden… ; […]

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