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Man möchte brechen. 23/02/2010

Posted by Hermione in Krankenhaus, misc, Notaufnahme, Praktika.
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Oder weglaufen. Das wär ich heute tatsächlich ein paar Mal gerne. Auf dem Weg vom Labor einfach rechts abbiegen und zurück in die Anästhesie… Hab ich leider nicht getan.

Stattdessen hab ich mich den ganzen Tag abwechselnd gelangweilt und zu Tode geärgert. -.-
Die meisten Mitarbeiter in der Ambulanz scheinen ja ganz nett zu sein, aber um mit ihnen rumzualbern kenn ich sie nicht gut genug (da vermiss ich doch die vielen lustigen Momente der letzten Monate doppelt so stark!), und die eine sehr unfreundliche Person reißt echt alles rum. Ich war lang nicht mehr (ich möchte fast sagen: noch nie) so sehr von einer einzigen Person angepisst wie jetzt. Noch nicht einmal in meinem „alten“ Krankenhaus von Schwester Schraube, und die war ja schon der Horror.

Ob das wohl die Stutenbissigkeit ist, vor der eine der jungen Anästhesistinnen mich vor kurzem noch gewarnt hat? Jedenfalls ist diese Schwester nur zu weiblichen Personen so verdammt unfreundlich, zu den Jungs ist sie übertrieben freundlich. Gnaa. Hey, immerhin scheint es dann nicht explizit an mir zu liegen. *kicher*

Nein, ich bin wirklich genervt, ich hab keinen Bock mehr und war heute schon ein paar Mal kurz davor, meine Tasche zu schnappen und zu gehen. Ernsthaft.
Ich mag es nicht, behandelt zu werden als sei ich geistig minderbemittelt.

Ja, ich bin nur die Praktikantin, und ja, ich bin erst den zweiten Tag in der Ambulanz und hab noch nicht so richtig nen Überblick über alles gewonnen. Trotzdem bin ich nicht blöd.
Ich kann verdammt gut Zugänge legen, Blutabnehmen ist auch kein Problem (auch wenn eine gewisse Person vielleicht den Eindruck hat, nur weil ich gefragt habe welcher Sticker auf welches Röhrchen kommt – woher soll ich das denn auch wissen, verdammt!?), 12-Kanal-EKGs schreiben kann ich im Schlaf und wie man Blutdruck misst, muss mir auch nicht mehr erklärt werden (sie hat mich da tatsächlich vorm Patienten und seinen Angehörigen in einem unmöglichen Tonfall korrigiert, obwohl ich das nun wirklich schon seit fast zehn Jahren kann und da bis jetzt noch nie jemand was zu meckern hatte…).

Nein, bitte: Es gibt keinen Grund, mich zu behandeln wie einen durchgedrehten Ersthelfer, der mit rostigem Taschenmesser und Kugelschreiber eine Koniotomie durchführen will. *g*
Ich weiß was ich kann und das tu ich dann auch, und wenn ich was nicht kann oder mir nicht sicher bin, dann frag ich nach.

Aber auch das ist falsch. Wie bereits erwähnt, ich bin erst den zweiten Tag da. Wenn ich frage, wo ich etwas finde, ist ein patziges „Da, wo es immer liegt!“ vielleicht nicht die hilfreichste aller möglichen Antworten. Und wenn ich sicherheitshalber nochmal nachfrage, ob ich beim Patienten XY schonmal Blut abnehmen soll, wäre es vielleicht freundlicher, einfach nur „Ja, bitte! zu antworten als genervt die Augen zu verdrehen und „Dafür hab ich Dir doch gesagt, dass Du mitgehen sollst“ zu motzen.

Auch das klärende Gespräch, das ich am späten Nachmittag mit ihr gesucht habe, hat nicht viel gebracht – außer dass ich hinterher noch genervter war und ihr am liebsten Desinfektionsmittel in die Augen gesprüht hätte… Nicht falsch verstehen, ich bin wirklich ein friedliebender Mensch und ich versuche auch soweit es geht, mit allen Kollegen gut klarzukommen. Aber mit dieser einen Person geht es leider echt nicht, und das Problem liegt nicht auf meiner Seite.

Meine Konsequenz wird sein, dass ich ihr in den nächsten drei Tagen so gut es geht aus dem Weg gehen werde und mich schon auf das Ende meines Praktikums freue. Ich zähle quasi schon die Stunden. Schade.

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Kommentare»

1. Chris - 23/02/2010

Naja, wenn Du zur Koniotomie neben dem Kugelschreiber noch ein Taschenmesser brauchst musst Du wirklich noch einiges lernen. 😉

Nein, Scherz! Das hasse ich auch wie die Pest, wenn man behandelt wird wie ein Kleinkind. Wenn mir z.B. Angehörige von Patienten erklären wollen, wie ich meinen Job zu machen habe. Und genauso läuft das auch mit manchen Kollegen. Manche Alteingesessenen können wirklich nichts mit dem „jungen Gemüse“ anfangen und sind wohl auch eifersüchtig und haben Angst, dass man ihnen den Job weg nimmt oder so.

Nimms nicht so tragisch, auch wenn es sicherlich schwierig ist. Es kommen auch wieder bessere Tage (und Kollegen) 😉

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2. ickedette - 23/02/2010

So eine Kollegin hatte ich auch mal. Keine Ahnung ob ihr Kerl ne andere hatte und sie unter Sexmangel litt oder ihr einfach „der Tag“ durch sonstwas versaut wurde. Jedenfalls war jeder schuld nur sie nicht und alles konnte sie besser, aber machen wollte sie nix. Beim Chef war sie immer die tüchtige und hat ihm ordentlich den Bauch gepinselt und vom ganzen Zucker in den Hintern pusten hatte sie schon rote Knie. Schau dir doch einfach den Schichtplan an und dann weißt du doch schonmal, wann sie da ist und wann nicht. Vllt lichtet sich ja dann einer der nächsten Tage etwas für dich 🙂

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3. NK - 23/02/2010

So jemand kenne ich auch. Jeder Fehler, was auch immer er/sie für einen Fehler hält und egal wessen Fehler es wirklich ist, wird mindestens mit einem abfälligen Stöhnen quittiert. Wenn es zwei Seiten einer Medaille gibt, wird grundsätzlich ausschließlich die schlechte Seite hervorgehoben. Das ganze natürlich nur anderen gegenüber – wenn man selbst das selbe macht ist es ok oder wird unter den Teppich gekehrt.

Da kann man entweder dagegenhalten – einfach mal ein „Sie machen das falsch!“ mit einem neutral-wohlwollenden „Hm… nö.“ beantworten. Selbstbewusstsein zeigen – zumindest bei dem Krempel, den du kannst.
oder halt ignorieren. Auf dummes Gequatsche nicht eingehen. Nach außen hin vielleicht sogar Gelassenheit zeigen.
Sagt sich natürlich alles leichter als es ist.

Bei mir persönlich läuft es folgendermaßen:
Die Person sagt was, das nehme ich zur Kenntnis und nur wenn es mit einem Mindestmaß zwischenmenschlichen Respekts gesagt wurde, nehme ich es überhaupt ernst.

Halte durch, viel Glück und lass einzelne schwarzen Schafe nicht deine Stimmung versauen 🙂

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4. Mocca - 23/02/2010

Ach Mist, das tut mir echt leid für dich. Aber vielleicht gewöhnt sie sich ja mit der Zeit an dich und es wird etwas besser. Gut schonmal, dass du es nicht persönlich nimmst. Und vielleicht zeigt das Gespräch ja mit etwas Verzögerung doch noch Wirkung. Nur nicht den Kopf hängen lassen.

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5. alltagimrettungsdienst - 23/02/2010

Ich leide mit dir. Ich hasse so Menschen wie die Pest. Versuche es einfach runter zu schlucken und dir zu sagen..ich bin nicht mehr lange hier und das wars dann auch. Vielleicht schaust du auch, das du anders arbeiten kannst, damit du ihr aus dem Weg gehst.

Und wie die anderen schon sagen…nicht den Kopf hängen lassen..

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6. krokofantilein - 24/02/2010

Liebe Hermione!
Das tut mir leid dass es Dir da so schlecht geht!
Diese „Kollegin“ find ich echt das Allerletzte! So geht man nicht mit anderen Menschen um!
Währe es evtl. ne Lösung, wenn Du Dich beim Chef beschwerst? Du sagst ja dass sie zu allen weiblichen Kolleginnen so ist. Da muss man doch was machen können… denn das Verhalten von der geht ja nun gar nicht! Wie lange musst Du noch auf der Ambulanz arbeiten?
Ich wünsche Dir viel Kraft… und ich bewundere Dich dass Du das so durchälst….
Lg

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7. mia - 24/02/2010

ein satz, der mir in solchen situationen kraft gibt, ist: „es gibt mehr trottel als menschen“. einfach gedanklich immer wieder wiederholen. schwöre, es hilft!

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Hermione - 25/02/2010

Oh, der Satz ist toll! Der lässt sich ja auch in jeder blöden Situation anwenden *freu*
Danke!

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8. Paramantus - 25/02/2010

Du weißt doch, dass jedem mal ein Unfall passieren kann… 😉

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Hermione - 25/02/2010

Ahahaha!! 😀

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9. Joe - 25/02/2010

So eine „nette“ ‚Kollegin‘ hatte ich damals während meiner Praktika im Krankenhaus ebenfalls.
Sie war der festen und absoluten Überzeugung, daß sie ihren Beruf quasi definiert hat und alle anderen, besonders männliche Kollegen, nichts können und es unter ihrer Würde wäre, sich mit diesen abzugeben. Männliche Kollegen wären ja eh nur „Schwanzorientiert“ und würden sich ständig an sie heranmachen. Meine Meinung über letzteres war „nicht mal zum Erhalt der Spezies Mensch“, zumal ich vergeben bin und absolut treu.
Sie umschrieb und unterstrich ihre Kenntnisse und Fähigkeiten daher auch immer wieder und versuchte einem zu verdeutlichen, daß man doch dankbar auch nur über einen Blick sein dürfe.
Dies eskalierte insoweit, als daß ich auf einmal nach knapp 2 Wochen Ambulanz in ihrer Anwesenheit auf einmal zum „Zuschauer“ deklariert wurde und sich die Ärzte über dieses Verhalten meinerseits, sie war leider in einer Vorgesetztenfunktion mir gegenüber und die Anweisung war überaus deutlich (natürlich incl. Hinweis, daß ich doch nichts könne), nicht nur wunderten, sondern sich bei der Pflegedienstleitung über mich beschwerten.

Klärende Gespräche mit ihr habe ich mehrfach versucht, leider erfolg- bzw. ergebnislos.
Erst nachdem die Leitung ein Gespräch mit mir verlangte, mich befragte warum ich nach gut 3 Monaten Tätigkeit in diesem Krankenhaus die Mitarbeit verweigern würde, ausgerechnet in der Ambulanz, wo ich doch vorher im Pflege- ITS- und OP-Bereich von allen Mitarbeitern und Ärzten ob meines Engagements, meiner Kenntnisse und dem sehr guten Umgang mit Menschen gelobt wurde, klärte sich die Situation.
Die betreffende Person wurde zu diesem Gespräch hinzugezogen, sowie weitere Kolleginnen und Kollegen, welche die von mir geschilderten Vorfälle bestätigen konnten.
Sie beharrte auf ihrem Standpunkt, liess sich auch durch ihre Vorgesetzten in keinster Weise davon abbringen.
Geklärt hat es sich insoweit, der Schichtplan so geändert wurde, daß ich mit ihr nicht weiter zusammenarbeiten brauchte.

Fazit:
Kopp nicht hängen lassen, das Gespräch unter Zeugen suchen, eine Lösung herbeiführen. Fruchtet dies nicht, so hast auch Du als Praktikantin die Möglichkeit, Dich bei ihren Vorgesetzten zu beschweren.
Das Praktikum dauert nur von a bis b und danach hast Du mti der Person höchstens noch dann zu tun, wenn Du Patienten ablieferst, sofern Du in dem Bereich fahren willst / wirst.

Lg,

Joe 😉

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