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R(üpel)TW 02/12/2012

Posted by Hermione in Rettungswache.
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Einen frohen ersten Advent, ihr Lieben! Zeit, besinnlich zu werden.

Da gibt es diesen einen Kollegen …
Eigentlich verstehe ich mich ganz gut mit ihm, aber manchmal hat er richtig fiese Aussetzer. Ein bisschen wie eine Rettungsdienstversion von Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Eine Art Hulk, dessen Trigger ich nur noch nicht ganz durchschaut habe. Wie bei „Blaulicht an, Hirn aus“, nur dass der Mechanismus in diesem Fall nicht zwingend ans Blaulicht gekoppelt ist.

Aus dem Nichts heraus fühlt er sich plötzlich dazu berufen, etwas völlig idiotisches zu tun. Wie z.B. auf Alarmfahrt ohne ersichtlichen Grund linksherum durch den Kreisverkehr zu fahren. Zur besten Feierabendberufsverkehrzeit. Zeitersparnis: -500! Der Autofahrer und ich hatten den selben zu Tode entsetzten Gesichtsausdruck.

Eine weitere Spezialität von ihm ist der besonders feinfühlige Umgang mit ängstlichen Patienten. Die Patientin hat Angst vor Nadeln und möchte keinen Zugang gelegt bekommen, auch wenn es aus medizinischer Sicht durchaus angebracht wäre? (Notarzt im RTW!) Kein Problem, mein Rüpelkollege bringt dieses Problem in ein völlig neues Level, indem er die Patientin anbrüllt und ihr mit der Polizei droht. Yeah.

Eine verwirrte und ängstliche Altenheimbewohnerin (deren Hand ich während der gesamten Fahrt gehalten habe) möchte mich bei Ankunft im Krankenhaus nicht mehr loslassen? Folgender hilfreicher Tipp kam vom Rübel: „Einfach mit Gewalt losreißen!“

Ein kleines Krankenhaus hat nicht genug Platz für drei RTW vor der Notaufnahme? Challenge accepted! Parken wir doch einfach so, dass die anderen beiden diesen Ort nie wieder verlassen können und/oder die Hecktür nicht mehr aufbekommen.

Jemand anders möchte mal fahren? „NIEMALS, DEN SCHLÜSSEL GEB ICH NICHT MEHR HER!!!!!!!!!!!!!11“

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Kommentare»

1. Nobelix - 02/12/2012

Das ist aber irgendwie eher ein interdisziplinäres Phänomen 😉 da gibt’s noch ganz andere, die das ähnlich handhaben.
Oder was meinst du, warum es in einigen Drive-Ins von Fast-Food-Tempeln ein „Hausverbot“ für gewisse olivgrüne Fahrzeuge mit nem Y im Kennzeichen gibt…?
Ich bin natürlich – wie immer – unschuldig O:-)

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Gedankenknick - 02/12/2012

@Nobelix: Wer malt denn sein Fahrzeug freiwillig olivgrün an und schreibt sich auch noch ein Y ins Nummernschid? – Und sechs Zahlen dazu? 😉

Ich hab damals FAST das Dach der Notaufnahme demoliert (und hätte mir dabei die schönen blauen Leuchten von „meinem“ San-Unimog abgerissen), als wir mit einem Kameraden mit totalem Gefühlsverlust unterhalb des Beckens und unklarer potentieller Wirbelsäulenverletzung beim örtlichen Krankenhaus aufschlugen. Später stellte sich glücklicher Weise heraus, dass der gute dermaßen C2-Intox war, dass er seine Beine nicht mehr gespürt hat. Sowas passiert… 😉

@Hermione: Augen zu und durch! Du wirst denjenigen wohl nicht mehr ändern, und die Versuche machen Dich wahrscheinlich nur unglücklicher. Betrachte denjenigen als Deine „Erdung“, als das Level, wohin Du nicht willst – nicht unter den schlimmsten Umständen – und dann kannst Du sogar (für Dich) etwas positives mitnehmen. [Und so zynisch es sich anhört: Wenn Du einmal in eine völlig undenkbare Sitiation gerätst, vielleicht hilft Dir die Einstellung dieses Kollegen – nur für diese eine Situation – das zu meistern. Denn die meisten waren nicht von Anfang an so. Ironisch, sarkastisch, zynisch – das sind Eigenschaften, die man lernt – und die einen manchmal helfen, schwierige Situationen zu meistern.]

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Nobelix - 03/12/2012

@ Gedankenknick
Offensichtich so Leute wie du 😉 Aber in solch einer Situation kann man das Schild, das die maximale Einfahrtshöhe angibt, schon mal übersehen. Vor allem, wenn man mit nem Unimog (die ja für ihre Flunderform, den ebenerdigen Einstieg und großzügige Raumaufteilung in der hinteren Kabine bekannt sind) durch die Gegend heizt.

Immerhin hast du dem Kandidaten nicht gesagt „wir tragen dich ja jetzt, da brauchst du die Beine grad eh nicht“.
Zum Glück wars bei mir nur ne Übung…gab aber trotzdem reichlich Mecker dafür – immer im Sinne von „gut gemeint ist immer das Gegenteil von gut gemacht“

@ Hermione
Jeder braucht ein Ziel, wie er/sie nicht werden will…ein laufendes abschreckendes Beispiel. Manche habe sogar mehr als eines davon jeden Tag um sich herum. Da kann man nur stärker von werden

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gedankenknick - 03/12/2012

@Nobelix: Ich war da nicht so ewig. Nach einem Jahr hab ich mich ehrenhaft mit zwei Schrägbalken über der dunkelblauen Litze davongeschlichen. Mein Olivgrün-Bedarf war zu diesem Zeitpunkt mehr als gedeckt… 😀

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2. stellinchen - 02/12/2012

Uff.. Mehr fällt mir zu dem Kollegen nicht ein Oo

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3. BRC_MEDIC - 02/12/2012

Jetzt weiss ich warum wir Zettel mit Bewertungsfragen an unsere „Kunden“ geben muessen …. Es gab so was auch wohl bei uns[TM].

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4. nicabel - 03/12/2012

Habe deinen Blog gerade entdeckt und bin begeistert 🙂 ich musste erstmal lachen, kann mir deinen Kollegen bildlich vorstellen. Empathie ist nunmal angeboren, vielleicht sollte er seine Berufswahl ueberdenken.

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5. Katja - 06/12/2012

Vielleicht hat er einfach eine sehr niedrige Toleranzschwelle und Probleme im Umgang mit privaten/ persönlichen Problemen, was sich dann so äußert.
Manchmal hilft da eine klare Ansage.

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