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112-Tag! 11/02/2013

Posted by Hermione in misc.
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Alles Gute zum Europäischen Tag des Notrufs 112! : )

Die Nummer dürfte inzwischen so ziemlich jeder im Kopf haben. Gibt es noch Menschen, die nicht wissen, dass die 112 nicht nur die Feuerwehr ist? Und dass man über die 112 europaweit medizinische Hilfe anfordern kann, spricht sich ja auch so langsam rum.

Vielleicht nochmal eine kurze Erinnerung, wofür die 112 die richtige Nummer ist und wofür nicht …

rtw oder taxi

Das ist jetzt natürlich ziemlich provokant.

Die Leser meiner letzten beiden Artikel werden aber verstehen, dass das tatsächlich ein großes Problem ist.
Viele Menschen sind nicht mehr in der Lage, einen Notfall zu erkennen und von einem Nicht-Notfall zu unterscheiden.

Auch wenn es wirklich wehtut, was ist durchaus verstehen kann: für einen umgeknickten Finger muss man keinen Rettungswagen rufen. Vor allem nicht, wenn man Freunde da hat, die dann allen Ernstes mit zwei privaten PKW hinter dem RTW her ins Krankenhaus fahren. Das hätte man auch gleich selbst machen können.

Eine stark blutende Verletzung jedoch ist durchaus etwas, womit man den Rettungsdienst behelligen darf.

Schon komisch, dass die Menschen, die wirklich Hilfe brauchen, sich oft scheuen die 112 zu wählen; und diejenigen, die gar kein medizinisches Problem haben oder durchaus auch selbst oder mit dem Taxi zum Arzt oder ins Krankenhaus könnten, oft die Einstellung vertreten „ich zahle in die Krankenkasse ein, dann will ich dafür auch Leistung haben“.

Können wir daran bitte arbeiten?

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Kommentare»

1. Andreas - 11/02/2013

Habs auch mal nicht verstanden. In der Schule (lang ists her) erlitt ich eine Schnittverletzung am Handgelenk. Ich musste am Ende mit wenigen Stichen genäht werden, aber ich war absolut bei der Sache. Es blutete nicht. Die Erstversorgung in der Schule war super und die Notaufnahme drei Straßen weiter. Dennoch wurde ein Rettungswagen gerufen, weils Vorschrift war…

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2. Archie Brain - 11/02/2013

Ich finde, daß die Geschichte zwei Seiten hat.
Nach meinem Empfinden kann NIEMAND einen Rettungswagen für irgendwas rufen. JEDER kann im Falle eines medizinischen Notfalles die 112 anrufen. Dort sitzen gut bezahlte und formell gut qualifizierte Leute, die anhand der eingehenden Anrufe Entscheidungen treffen. Wenn für einen verdrehten Finger die Entscheidung lautet, einen Rettungswagen zu schicken, ist in der Entscheidungskette was falsch gelaufen, oder es genügt, angelernte Angestellte an die 112-Annahme zu setzen.

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Hermione - 11/02/2013

Es gibt Menschen, die ihren Angehörigen sagen „Erzähl auf jeden Fall am Notruf dass du Atemnot oder ein Stechen in der Brust hast, damit die nen Arzt mitschicken.“.

Das klappt umgekehrt auch mit verdrehten Fingern. Wenn man es nur genügend aufbauscht. Darüber hinaus haben wir nachts keinen KTW, es muss also der RTW geschickt werden. Und jemanden am Notruf abzuweisen, der über stärkste, kaum auszuhaltende Schmerzen klagt, ist sicher nicht einfach.

Außerdem fängt es schon damit an, dass heutzutage jedes Wehwehchen als „medizinischer Notfall“ betrachtet wird. Ein Notfall ist für mich eine lebensbedrohliche Situation, oder eine Situation in der ich stärkste Schmerzen erleide. Darunter würde ich für mich und auch für meine Angehörigen und Freunde keinen Rettungswagen rufen. Das kann man auch selbst erledigen (sprich, ins Krankenhaus bzw zum Arzt fahren).

Soviel dazu.

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3. svuechiatrie - 11/02/2013

Die Frage die ich mir gerade stelle… und zugegeben, vllt. ist sie wirklich blöd, aber sie geistert jetzt da halt in meinem Kopf rum… Was ist, wenn ich mir zum Verrecken kein Taxi leisten kann und es halt wirklich „nur“ ne Schnittwunde ist, oder nen platzender Schädel oder ähnliches? Also schon ein Fall wo ich denke, dass ich dringend zum Arzt müsste, es aber dann eben Wochenende oder Feiertag oder mitten in der Nacht ist…

Wobei ich ja selbst eh nicht telefonieren kann und wohl eher einsam sterben würde als den Notruf selbst zu tätigen. Das einzige Mal wo ich ihn wirklich brauchte, weil 20cm Schnee, keine Bahn mehr fuhr, ich nicht in der Lage war 2km zu laufen, und meine gesamte Familie sich im Schnee festgefahren hatte, hat das eine Blogfreundin erledigt. Taxen fuhren zu der Zeit auch nicht mehr 😉 und selbst der Wagen kam hier nur mit Schneeketten durch.

Aber die beiden Sanis haben auch wirklich blöd geschaut, als ich ihnen auf halber Strecke im Treppenhaus entgegen kam (weil sie nicht auch noch meine Wohnung sehen mussten :/). Sie waren wirklich meine letzte Rettung, denn ich war kurz davor vor Schmerzen den Kopf an die Wand zu donnern – ungelogen. Dennoch frage ich mich, ob es richtig war… Und das jetzt… nach über 2 Jahren.

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Hermione - 11/02/2013

Du hattest Schmerzen, die du nicht aushalten konntest, und keine andere Möglichkeit. Das rechtfertigt das in meinen Augen.

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4. o2junkie - 11/02/2013

Das Problem mit dem nicht-einordnen-können zieht sich aber durch alle medizinischen Bereiche: Ich fahre auch hausärztlichen Notdienst. Für was wir da teilweise Hausbesuche fahren… da fragt man sich, wie die Leute alleine erwachsen werden konnten.

Erkältung, etwas erhöhte Temperatur, etwas verschleimt, weit von ner richtigen Grippe oder so entfernt. Aber wir tanzen dafür mitten in der Nacht an. Um dann (auf nem Privatrezept) Paracetamol und einen Schleimlöser aufzuschreiben und wieder zu fahren…

Auch gerne genommen: Durchfall. Seit wann? Naja, ein paar Stunden. Wie oft? 2 oder 3 mal, aber ganz dolle flüssig. ARGH!

Hängt vielleicht an der Vollkasko-Mentalität: Nicht mehr selbst nachdenken, keine Verantwortung übernehmen, nicht mal für sich selbst. Immer schön jemanden suchen, der die Entscheidungen trifft.

svuechiatrie: Ist schwer einzuschäten. Schmerzen sind verdammt relativ. Und die Sanis werden sich vielleicht denken: Wegen sowas sind wir jetzt durch 20 cm Schnee gefahren. Denke du hast den Kollegen ja schon erklärt, warum du eben kein Taxi nehmen konntest, oder?
Zum Thema: Taxi kann ich mir nicht leisten: Kein Problem. Einfach in der Klinik in der Aufnahme einen Transportschein ausstellen lassen. Machen die Docs in der Regel. Dann bekommst du das Geld wieder. Ob der Eigenanteil da auch zum 1.1. weggefallen ist, weiß ich gerade nicht, sinder aber maximal 10€

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svuechiatrie - 11/02/2013

An dem besagten Tag (Heiligabend übrigens) fuhr hier in der Stadt überhaupt nichts. Das war das 1. Mal seitdem ich denken kann wirklich Schnee in der Innenstadt. Und natürlich waren alle davon überrascht. Wären Bahnen gefahren, wäre ich damit ins Krankenhaus. Keine Frage. Aber es fuhr nichts mehr. Auch keine Taxen. Die Schmerzen waren erst weg, als ich mit Tramadol so ausgeknockt war, dass ich 3 Tage geschlafen habe. ^^ Also ich denke.. sie waren schon ausreichend schlimm.

Das mit dem Taxi war dann jetzt eine generelle Frage für den Fall, dass ich noch mal in die Lage komme… Das mit dem Transportschein ist gut zu wissen…. funktioniert aber auch nur, wenn man vorstrecken konnte. *g*

Trotzdem danke 🙂

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5. Nano - 15/02/2013

Erst kürzlich war dies auch Thema in Schweizer Zeitungen (Alkoholleichen führen zu vermehrten Noteinsätzen):
http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/10091965

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