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Betr.: Budget für Alternativmedizin 03/03/2013

Posted by Hermione in WTF.
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Sehr geehrte Damen und Herren der IKK Classic,

mit großer Freude habe ich kürzlich Ihre Werbung entdeckt. Ein zugesichertes Budget für homöopathische Mittel ist ein toller Weg, die steigende Zahl der Menschen anzusprechen, die evidenzbasierte Medizin ablehnen.

Natürlich wäre es schön, wenn irgendwann auch konventionelle, jedoch kostspielige und deswegen „unwirtschaftliche“, Behandlungsmethoden von der Krankenkasse übernommen würden, aber Homöopathie ist da meiner Meinung nach ein Schritt in die richtige Richtung.
Wenn wir und unsere Krankenkassen es uns und sich leisten können, Globuli zu bezahlen, müsste bald auch das Budget für wirksame Behandlungen ausgebaut werden. Geld scheint ja genug vorhanden zu sein.

Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn Sie auch Voodoomedizin in Ihren Behandlungskatalog aufnehmen könnten. Der Voodoo-Kult ist eine viele Jahrhunderte alte Tradition, deren Heilkunst auf dem von Generation zu Generation weitergereichten Geheimwissen beruht.
Wie großartig würde diese exotisch anmutende Alternativmedizin auch in Deutschland das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten erweitern und ergänzen!
Zusätzlich zu Tieropfern könnte man dem Gott Bondieu und seinen stellvertretenden Loa ja auch Tofuopfer bringen, um wirklich jeden mit dieser traditionellen Heilkunst anzusprechen.

Ein großer Vorteil der Behandlungsmethoden ist ja auch, dass alles völlig frei von Chemie, Genen und Atomen ist. Perfekt also für die Zielgruppe der Homöopathieanhänger.

Voodoo lässt sich auch hervorragend mit den inzwischen in Deutschland etablierten alternativen Heilkünsten kombinieren. Akupunktur an der Voodoopuppe wäre hier ein naheliegendes Beispiel.

Ich freue mich sehr auf Ihre baldige Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Hermione

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Kommentare»

1. ulf_der_freak - 03/03/2013

WORD!

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2. turtle of doom - 03/03/2013

Wenn du keine Antwort erhältst, bin ich enttäuscht. 🙂

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ulf_der_freak - 03/03/2013

Mich würde eine Antwort eher wundern.

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turtle of doom - 03/03/2013

Ich schrub ja mal an die SBB wegen den winterlichen Verspätungen der Intercity-Züge zu Beginn meines Studiums.

Ich schlug ihnen vor, ich würde meine geschäftlichen Kontakte gerne nutzen, die etwas sensiblen Züge in ein wärmeres Land zu verkaufen, während man aus Kuba altgediente Super 88 Convertible beschaffen würde…

Antwort? „Sehr geehrter Herr Schild Kröte,

Wir hoffen inständigst, dass Sie unsere Züge noch nicht verkauft haben. […]“

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Hermione - 03/03/2013

Zu geil! :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

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3. Hermione - 03/03/2013
4. turtle of doom - 03/03/2013

Aber die Frage ist: Verfügen einige Rettungswagen über Rettungstropfen?

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gnaddrig - 04/03/2013

Rettungstropfen? Viel zu zaghaft, da gehören Nägel mit Köpfen gemacht! Man sollte auf Rettungswagen zusätzlich zum herkömmlichen, medizinisch ausgebildeten Rettungsassistenten immer noch einen in Homöopathie-Schüßlersalz-Bachblüten-Voodoo-Geistheilerei ausgebildeten „Rettungsassistenten“ mitfahren lassen, um all den Leuten, die die sogenannte Schulmedizin ablehnen, auch im Notfall nicht mit bösen schulmedizinischen Behandlungsmethoden zu nahe zu treten oder das Chi zu verwirbeln.

Oder man hängt das noch eine Stufe höher: Notarztwagen werden doppelt besetzt, da ist ja auf der Rücksitzbank normalerweise sowieso mindestens ein Platz frei. Vor Ort müssen dann Arzt und Geistheiler untereinander ausdiskutieren, wer jetzt behandeln darf.

Um unnötigen Zeitverlust am Unfallort zu vermeiden, könnte man der Bevölkerung vielleicht das Tragen einer Karte vorschreiben, aus der hervorgeht, ob man im Notfall lieber medizinisch oder eben homöopathisch usw. behandelt werden will.

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gedankenknick - 04/03/2013

Rettungstropfen sind aber von Dr. Bach. Und Bachblüten sind ja was ganz anderes! Und die wirken auch ganz andres!

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gnaddrig - 04/03/2013

Ja, schon. Aber wenn Rettungstropfen nach Dr. Bach dabei sind, wollen die Schüßlers auch im Notfallkoffer vertreten sein, die Voodoo-Leute ebenfalls, und am Ende braucht man dann doch alles. Oder jemand denkt sich einen integrierten all-esoterischen gesamttherapeutischen Ansatz aus, mit dem man den ganzen Mist in einem Aufwasch abhandeln kann. Ein homöopathisch potenziertes aromatisches Bachblütenwasser nach Schüßler vielleicht, das bei Vollmond und Sommersonnenwende zusammen mit einer Strohpuppe und einer Silbernadel an einem Kreuzweg vergraben war, anschließend belebt, informiert, verwirbelt und von Elektrosmog befreit wurde.

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5. Piepsi - 04/03/2013

Muahahahaha!!
Ich bin ja eigentlich ein stiller Leser Deines Blogs, aber jetzt hab ich mir grad echt fast in die Hose gepisst vor Lachen und musste dies unweigerlich auch kundtun, da Dein Artikel einfach zu genial ist! Wirst Du ihn auch tatsächlich an die IKK schicken? (Oh pleeeease, do it!) 🙂
(Oh ja, alles ist durch und durch von pösen Genen und Atomen verseucht!!!11!!!!eins!!!elf!!!)

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Hermione - 04/03/2013

Freut mich zu hören! :mrgreen:
Ich habe ihn bereits an die IKK geschickt. 😆

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6. Zacharias Fuchs - 04/03/2013

Ich bin begeistert, so gut hätte ich das sicher nicht hinbekommen und ich freue mich schon, wenn wir im VEF (Voodoopriester Einsatz Fahrzeug) zur Einsatzstelle fahren, ein Lagerfeuer entflammen und Voodoopuppen pieksen. Wird das toll.

Und ich hoffe auch, dass dieser Homäopathiemist nicht bei den Krankenkassen um sich greift, das ist nämlich die reinste Kundenverarsche zum Kundengewinn. Mehr nicht. Alles doff und so.

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7. gnaddrig - 04/03/2013

Klasse Brief! Ich bezweifle aber, dass die antworten. Und wenn, kommt sicher nur so ein allgemeines Blabla von wegen „in weiten Teilen der Bevölkerung akzeptiert“, „auf vielfachen Publikumswunsch“, „bemüht, auch Alternativen“ usw. Die sehen gar nicht, was sie da anrichten.

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8. Wolf - 04/03/2013

Ich hatte mal das Bundesversicherungsamt angeschrieben. Habe sogar recht schnell eine Antwort bekommen: Die Kranke Kasse darf das. Traurig aber wahr!

Aber: Wenn die jemals von mir einen Zusatzbeitrag fordern sollten, dann würde ich mich verklagen lassen. Kann denen ja nicht so schlecht gehen, dass die zusätzliche Kohle brauchen, wenn sie alchemistischen Voodoohokuspokus bezahlen.

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9. gedankenknick - 04/03/2013

Ich habe mir mal erlaubt, ein „Gegenvideo“ auf meinem Blog zu verlinken. Hermione – das hat sogar einen Bezug zum Rettungswesen… 😉
Wer mag, darf grinsend darüber mit dem Kopf schütteln.

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10. Voodoocopter 117 – Sie retten deinen Zombie! | Nobelix - 04/03/2013

[…] dass der Laptop wieder getrocknet ist…) und einem durchaus ernsten Hintergrund (nachzulesen hier im Rescueblog) kommt hier nun die erste Folge vom Voodoocopter […]

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11. Krangewarefahrer - 05/03/2013

Googelte gerade „Ausbildung Medizinmann“. 34900 Treffer. Vielleicht sollte ich doch wieder ein Nebengewerbe anmelden.

Und vielleicht sollte man denen von der IKK Classic neben Homöopathie, Voodoo, Bachblüten und Geistheilerei auch mal die Klangschalen-Therapie vorschlagen. Unsere „Klangschalen“ haben wir ja eh schon auf dem Dach bzw im Kühlergrill. Einfach die Damen und Herren aus den Führungsetagen davor binden und ne halbe Stunde mit Sonderrechten um den Block fahren.

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gedankenknick - 09/03/2013

Zum Thema „Klangschalentherapie“ fällt mir eine Kolumne von Stefan Schwarz ein, die ich tatsächlich auch im Netz gefunden habe. Sie zu Lesen ist ECHT empfehlenswert:
http://kosmosklang.de/pages/posts/kristallklangschalenenergie-satire-von-stefan-schwarz-58.php

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12. lulu - 05/03/2013

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13. nicabel - 07/04/2013

Was ist denn mit Schamanen, die müssten doch auch von der IKK übernommen werden? Oder Wahrsager, die können gleich vorraussagen welche Krankheit den Patienten in Zukunft plagen wird.

Mal ehrlich, natürlich ist der Placebo-Effekt wirksam und sanfter für den Körper als richtige Medikamente, aber verzweifelten Leuten für wirkstofffreies Wasser/Zuckerkügelchen so viel Geld aus der Tasche zu ziehen ist unter aller Sau.

Was lebensbedrohliche Situationen angeht – leider hat nicht jeder Homöopathie Anhänger ein Gefühl dafür, wann es angebracht ist der richtigen Medizin zu vertrauen (deshalb wäre ich als 4-jährige einmal fast gestorben).

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14. Henrik B. - 09/04/2013

Die Sache mit der teilweisen Übernahme der nicht ganz homöopathischen Kosten homöopathischer Mittel ist meines Erachtens eine reine Kundenfang- Aktion. Der von mir vermutete Hintergedanke: Menschen, die auf Stärkekügelchen schwören (und deren Leiden so marginal sind, dass sie durch den erzielten Placebo- Effekt ausreichend behandelbar sind), haben weniger sonstige Gründe, sich über ihr Leben Gedanken zu machen. Zum Beispiel finanziell bedingte Gründe, sprich: Wer sonst keine Sorgen hat, verdient ausreichend und gehört mindestens zur arbeitenden Mittelschicht. Die gesetzlichen Kassen haben (meiner beruflichen Erfahrung nach) scheinbar ein enormes Problem mit den bei ihnen „Zwangsversicherten“, die kein oder nur geringes Einkommen haben und viel kosten (nicht arbeitsfähige mit chronischen Erkrankungen, die Hartz4 beziehen). Wenn man durch eine solche Aktion die Menschen zu sich lockt, die auf ihre Gesundheit achten (weil sie zum Beispiel die ach-so-dogmatische Schulmedizin mit ihrer ganzen Chemie gerne meiden), ist das unter dem Strich ein lohnendes Geschäft: Bei Versicherten, die nur ab und zu ein kleines Wehwehchen haben, übersteigen die Beiträge die Arztkosten.
Und wer mit einer schweren, chronischen Erkrankung so richtig kostet, wird im Gegenzug schikaniert, bis er – Gott sei Dank – die Kasse wechselt.

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15. jemseneier - 12/05/2013

Super Story, ich trage mich mit dem Gedanken so was mal explizit in Apotheken nachzufragen… Muß mir mal so´n Einkaufszettel machen, von Traumfängern, Pendelsets bis zu Warzenbeschwörungs-CD´s (hab ich soeben erfunden, wär doch ne Marktlücke;-) Mal sehen wie die reagieren…
.
Naja, mein Beitragen gegen dieses Blödsinn: Placebos selber machen: http://chiemgaugemseneier.wordpress.com/2013/05/04/hokus-pokus-salbe-selber-machen-bachbluten-und-homoopathie/

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16. jmcheidy - 30/08/2016

Hat dies auf Jessica McHeidy rebloggt und kommentierte:
Off topic, aber sicher Hirnfutter.

Gefällt 1 Person

Hermione - 30/08/2016

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