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Die Nahrungsaufnahme. [#DRDSDBL] 25/09/2014

Posted by Hermione in Die Rettungsdienstschule des Berufslebens, Krankentransport, Rettungsdienst, Rettungswache.
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Ein weiterer Aspekt des Berufslebens, den ich anfangs unterschätzt habe.
Man hat zumindest auf dem Rettungswagen nie eine richtige „Pause“, also einen Zeitraum, in dem man sich ungestört den natürlichsten Dingen der Welt widmen oder die Seele baumeln lassen kann. Besetzt man einen Krankenwagen und die Stadt geht unter (was leider gar nicht mal so selten vorkommt), kann es auch sein dass man seine Pause nicht wirklich bekommt, sondern zwischendurch etwas hinunterschlingen muss.

Die Konsequenz lautet also: Essen was man kriegen kann, sobald man es kriegen kann. Und immer was gegen den schlimmsten Hunger dabeihaben.

In meiner Jackentasche befinden sich immer mindestens drei verschiedene Müsliriegel (man weiß ja nie), und diverse Süßigkeiten kutschieren wir (also meine Kollegen und ich) in der Regel auch immer durch die Weltgeschichte.

Chancen nutzen.

Es ist noch nicht wirklich Zeit fürs Mittagessen, aber es ist momentan ruhig? Die Gelegenheit lass ich nicht mehr verstreichen, wenn Nahrung verfügbar ist, wird auch gegessen. Und wenn’s nur ein Brötchen oder ein Apfel ist. Ess ich bei einer Alarmierung zur Not auch auf dem Weg vom Aufenthaltsraum zur Fahrzeughalle, oder bei längerer Anfahrt auch währenddessen.

Schnelles Runterschlingen (auch Alarmfressen genannt) mag ich immer noch nicht und versuche auch, mir zumindest das nicht anzugewöhnen; es gibt aber durchaus Tage, an denen ich meine Prinzipien über Bord werfe.

Gesund ist das alles nicht wirklich, und ich bin mir ziemlich sicher dass wir an manchen Tagen viel mehr Kalorien in uns reinstopfen, als wir brauchen würden.

Aber was wäre denn die Alternative? Eine Gelegenheit zum Essen verstreichen zu lassen oder auf Snacks verzichten, und nicht zu wissen ob man im Laufe der Schicht nochmal die Chance bekommt, etwas zu essen?
Mit knurrendem Magen bin ich ziemlich unleidig, ich habe keine Geduld mit Menschen, ich werde zunehmend aggressiv, mir fehlt die Kraft Menschen zu schleppen, und ich neige dazu, zu unterzuckern.

Auch keine Lösung.

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Kommentare»

1. Martina - 25/09/2014

oja.. ein nicht zu unterschätzendes Problem bei Krankenhäuslern…. Bekommst Du wenigstens schon Mengenrabatt beim Müslikauf?

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2. blaulichtengel - 26/09/2014

Ja, das Thema Essen ist im Rettungsdienst nicht immer leicht.

Ich selbst esse während der Schichten meist weniger als im normalen Alltag, da ich kommischerweise weniger Hugner habe oder eben nicht zum essen komme.
Ich versuche mittlerweile aber dennoch die Chancen zu nutzen, denn man weiß echt nie, wann man wieder Zeit hat. Am Anfang war ich immer der Typ, Warten bis es „Essenszeit“ ist, aber davon kommt man schnell ab.

Eines kann ich aber echt nicht, schnelles Essen bei Alarm, davon wird mir nur übel und daher lass ich dies lieber.

Müsliriegel findet sich bei mir immer in der Handtasche und manchmal auch in der Jackentasche, ist nicht zu unterschätzen 😉

Bei uns gibts übrigens auch eine Kollegin, die während der Arbeit nichts isst, wirklich gar nichts und das eben dann über 12 Stunden.

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3. Linda - 26/09/2014

Das Problem kenne ich von Erzählungen meines Freundes (auch Rett-Ass) und anderen Assistenten.
Leider ist bei vielen von ihnen der Spruch „Wer rettet, der fettet“ darauf zurückzuführen…
Keine Zeit oder Langeweile. Das ist echt extrem in dem Job 🙂

Viele Grüße
Lindam

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4. NeuMama - 26/09/2014

Ich habe großen Respekt vor Euch, die so einen anstrengende Job haben. Ohne Euch würde es viele Menschen nicht mehr geben. Vielen Dank für diese Mühen.

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5. Schlusohr - 29/09/2014

Das Problem kenne ich auch. Ich bin zwar nicht in der Rettungsbranche, sondern in der Energiebranche. Das so genannte Alarmfressen ist mir auch leidlich bekannt. Mein Problem ist auch, das ich mir in meiner 8 Stundenschicht nicht vom Arbeitsplatz weg kann, um etwas zu Essen zu kaufen. Ich will mich nicht als Besserwisser darstellen und nur von meiner Lösung berichten.
Kohlenhydrate halten bei mir nicht lange vor. Ich nutze sie nur um körperliche Leistungsspitzen meistern. Beim Ausgleichsport, zum Beispiel. Ansonsten haben sie den Effekt meinen Zuckerspiegel hoch zu treiben. Durch den anschließenden Insulinausstoß bekomme ich dann recht schnell wieder Heishunger (Zucker im Keller).
Besser fahre ich mit der kohlenhydratarmen Ernährung. Sie hält meinen Zuckerspiegel konstant und nervt mich nicht mit Heisshungerattacken. Was esse ich dann? Eiweiß- und Fettreich. Die guten Fette. Nicht bearbeitet. Rohkostgemüse, das über der Erde wärchst. Also oft: Nüsse, fetter Jogurth, Kokosflocken, fetter Käse, Kohlrabi, Tomaten, Oliven, Brokkoli, Eier, Speck, Schokolade ab 85% Kakaomasse usw. helfen mir über den Arbeitstag.
Einiges davon kann ich gut mit zu Arbeit nehmen und dort zwischendurch essen. Trinken? Am Besten Wasser oder ungesüssten Tee. M
Natürlich ist das nur alles ein „möglichst“ für mich. Aber ich merke, dass es mir gut dabei geht.
Alles Gute bei Deiner Lösungsuche und ich bewundere Euch Retter sehr. Ihr habt mir auch schon mal helfen müssen.
P.S. Nachsicht, weil langer Text am Handy getippt. Die Autokorrektur mag mich auch nicht. 😉

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Hermione - 29/09/2014

Hi, danke für deinen Erfahrungsbericht. Acht Stunden am Platz gefesselt zu sein klingt ja auch anstrengend…
Auf Lösungssuche bin ich eigentlich nicht, ich weiß schon was mich (auch länger) satt macht, und was ich nehmen kann, um kurzfristig die leeren Energiespeicher aufzufüllen. 🙂
Für vieles gesünderes ist halt einfach nicht die Zeit, vor allem zwischen zwei Einsätzen mal eben… Ich gleich das dann nach Feierabend oder an freien Tagen mit gesünderer Ernährung aus.

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6. energist - 28/11/2014

Ich kann für ein paar Müsliriegele in der Beintasche plädieren, zur Überbrückung für den ernährungstechnischen Notfall. 🙂

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7. firefox05c - 18/01/2015

Ich bin seit fast 20 Jahren bei der BF – und stopfe selbst in der Freizeit alles schnell in mich rein. Im Dienst auch gerne unüberlegt alles, was gerade da ist und satt machen könnte. Denn wenn man sich etwas langwierig vorbereitet und langsam essen will, gehen die Glocken bzw. der Brüllwürfel. Naturgesetz. Die Folge: Magenprobleme, unkontrolliertes Essen, (etwas) Übergewicht. Und das regelmäßige Maßregeln durch Frau und Familie: „Hallo! Iss langsam! Du bist nicht im Dienst!“

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