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Diktiergeräte(-Apps) [Lerntechniken] 25/07/2016

Posted by Hermione in #medlife, Hermiones Lernmethoden, Lernen, Manage Mischief, Medizinstudium, Prokrastinationsscheiße.
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Manage Mischief

Heute widmen wir uns einer Lerntechnik, die auch wirklich Technik ins Spiel bringt.

Gute Diktiergeräte sind gar nicht mal so billig, aber es gibt bezahlbare Apps, die sehr gute Dienste leisten.
ALON Dictaphone ist mein Favorit. Es gibt eine kostenlose Version zum Testen, aber ich bin recht schnell auf die Bezahlversion mit noch mehr tollen und nützlichen Funktionen gewechselt. Man kann Ordner anlegen und die Aufnahmen so sinnvoll gruppieren, Aufnahmen mit individuellen Namen versehen, schneiden, zum Archivieren in die DropBox hochladen, … Schaut sie euch einfach mal an.

Kommen wir zu den verschiedenen Einsatzmöglichkeiten.

Ich hab ja in einem früheren Artikel bereits erwähnt, dass ich die App mit einer gewissen kriminellen Energie dazu nutze, Vorlesungen aufzuzeichnen, damit ich sie mir im HogwartsExpress, beim Einkaufen, zum Einschlafen etc nochmal anhören kann, oder damit ich damit zuhause am Schreibtisch in Ruhe meine Mitschriften ergänzen und überarbeiten kann. Praktischerweise lässt sich dafür auch die Wiedergabegeschwindigkeit ändern.
Eure Dozenten werden Mitschnitte ihrer Vorlesungen aber nicht erlauben, also lasst es oder lasst euch nicht erwischen.

Sprechen wir also lieber von den alternativen Einsatzmöglichkeiten für diese tolle App, denn ich will ja hier niemandem die Karte des Rumtreibers in die Hand drücken und sagen “Geh und brich alle Regeln!”.

Erstelle ein individuelles Audioskript.

Du kannst deine Mitschriften selbst einsprechen und dir so ein eigenes Audioskript zu deinen Vorlesungen und Seminaren erstellen. Das ist zwar ein bisschen aufwändiger und es ist anfangs eher unangenehm, die eigene Stimme zu hören, aber die Vorbereitung und Durchführung geht auch als Lernen durch und an die eigene Stimme gewöhnt man sich.
Die selbsteingesprochenen Vorlesungen werden auch frei(er) von Störgeräuschen sein, denn in deinem Arbeitszimmer werden sich eher nicht 400 redende und lautes Essen essende Kommilitonen befinden.

Es müssen auch nicht unbedingt Mitschriften sein. Wer hat sich die Fachbücher noch nicht als Hörbuchversion gewünscht? Klar, das ist ein Projekt, das viel Zeit in Anspruch nimmt, und bei manchen Büchern ist es auch nicht wirklich sinnvoll. Aber die meisten (wichtigen) Texte wirst du sowieso mehr als einmal lesen müssen, um sie zu verinnerlichen, da kannst du sie auch gleich einmal einsprechen und dir das Buch immer wieder beim Joggen, Wäsche waschen oder in der Kassenschlange im Supermarkt anhören. Auch hier gilt: Allein das Einsprechen hat schon einen gewissen Lerneffekt. Wenn du die Inhalte in deinen eigenen Worten wiedergibst, sogar noch viel mehr.
Und das ist ein schöner Übergang zum nächsten Tipp:

Nutze diese App, um dich auf mündliche Prüfungen vorzubereiten.

Noch besser wäre natürlich eine Kamera, um dich dabei zu filmen, aber die Audiodatei kannst du dir auch bei dieser Anwendung öfter und komfortabler unterwegs anhören. Das (also das wiederholte Anhören) solltest du aber lieber erst machen, wenn deine simulierten Prüfungen sicher und fehlerfrei sind, sonst prägt sich am Ende etwas falsches ein.

Schreib dir Prüfungsthemen (zum Beispiel die einzelnen Organe, die in einer mündlichen Histologieprüfung geprüft werden können) auf Karteikarten, und wenn du die Möglichkeit hast, nimm noch typische Fragen dazu, die von den Prüfern an deiner Uni zu diesen Themen gefragt werden. Es gibt bestimmt auch an deiner Uni entsprechende Sammlungen.
Bei Fächern wie Histo könntest du auch ganz fancy Fotos von Präparaten auf die unbeschriftete Rückseite der Karte kleben und erstmal versuchen, zu erkennen um welches Organ es sich handelt. Wenn deine Uni nen Online-Kurskasten anbietet, kannst du dich für diese Zwecke prima dort bedienen, andernfalls findest du mit der Suchmaschine deines Vertrauens die Kurskästen anderer Unis, oder du kombinierst das ganze mit gekauften Histo-Lernkarten.

Los gehts: Zieh blind eine Karteikarte, lies das Thema und die erste Frage vor, und dann versuch, in deinen eigenen Worten diese Frage zu beantworten (oder erstmal selbst einen Überblick über das Thema zu geben. Es gibt Prüfer, die das sehr mögen). Wenn du glaubst, die Frage erschöpfend beantwortet zu haben, liest du die nächste Frage vor und beantwortest diese, usw.
Wenn du dir deine Prüfungssimulation anhörst, achte nicht nur auf inhaltliche Fehler, sondern auch darauf, wie du dein Wissen präsentiert hast. Das ist die Gelegenheit, an den Formulierungen zu feilen (ohne ganze Sätze auswendig zu lernen!) und so sicherer zu werden und zu wirken. Das macht in mündlichen Prüfungen viel aus.

Vokabeln und Formelsammlungen einsprechen.

Das ist eher stupide, aber auch dafür eignet sich eine Diktiergerät-App super.
Wenn du auch zu den glücklichen Studierenden gehörst, die keine Formelsammlungen in die Klausur mitnehmen dürfen, ist das vielleicht eine Idee, wie du die Formeln (oder Vokabeln) ergänzend zum Lernen mit Karteikarten etc verinnerlichen kannst. Einen Tag vor meiner letzten Physikklausur habe ich meine (selbsterstellte) Formelsammlung eingesprochen (20 Minuten Spaß!) und sie mir dann nicht nur zum Einschlafen, sondern auch am nächsten Tag bis etwa eine Stunde vor der Klausur in Dauerschleife angehört, entweder solo oder mit der geschriebenen Formelsammlung als Begleitung. Seitdem kann ich auch meine eigene Stimme ertragen.
Es ist ätzend, aber das ist Auswendiglernen von Formeln eh, und so kann man auch unterwegs noch was tun, ohne gegen Laternen zu laufen.

Habt ihr so etwas auch schon einmal ausprobiert, und seid ihr dabei geblieben? Habt ihr vielleicht noch weitere Ideen, wie man so eine App zum Lernen nutzen könnte?

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Kommentare»

1. Prüfungsorientiert lernen [Lerntechniken] | rescue blog - 08/08/2016

[…] auf mündliche Prüfungen vorbereiten (bzw sich dabei verbessern kann), hab ich ja schon in diesem Artikel vorgeschlagen. Dort hab ich auch sowohl für die Fragen-Prüfung als auch für die Erzähl-Prüfung […]

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