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Motivationsstatus: Meh. 01/09/2016

Posted by Hermione in #medlife, FERIEN, Lernen, Medizinstudium.
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Oder, um es in einem Tweet zu sagen:

Sagen wir’s mal so, mit mehr Zeit jetzt außerhalb der Vorlesungszeit und ohne Druck durch irgendwelche dummen Kolloquien kann ich mich tatsächlich besser in Chemie reindenken als im Semester. Klar, wer beschäftigt sich schon mit den drölf verschiedenen Möglichkeiten der Titration oder irgendnem OC-Gedöns, wenn man gleichzeitig Anatomie oder Histo lernen muss, ein Referat und ne Präsentation vorbereiten soll, nur noch zwei Tage Zeit für ein Onlinetestat hat aber leider auch den Physik-Praktikumstag noch vorbereiten und das Protokoll vom letzten Versuchstag korrigieren muss, was leider auch mindestens zwei Stunden dauern wird?

Oder mit anderen Worten: Die Wochen im Semester sind so vollgepackt, dass ich viel Zeit damit verliere, mich panisch im Kreis zu drehen weil ich nicht weiß wo ich anfangen soll.

Jetzt in den Ferien ist es anders, aber nicht unbedingt gut anders. Ich muss die Arbeit, das Lernen und den Versuch, mich gut genug zu erholen um nächstes Semester nicht auszurasten unter einen Hut bringen. Und ich hab dafür nur noch einen Monat Zeit. Und ich hab noch viel zu wenig Geld verdient. Und ich hab mich noch gar nicht ansatzweise erholt, weil ich viel zu viel Stress hab. Und ich will einfach nicht irgendwelche Formeln auswendig lernen müssen.

Das ist ja nicht einfach irgendeine Prüfung. Von dieser Klausur hängt ab, ob ich nächstes Jahr Physikum machen kann oder vielleicht doch erst übernächstes. Oder überübernächstes. Oder halt gar nicht. Bye.

Ich gehörte immer zu den Leuten, die sich selbst einreden, dass sie unter Druck besser arbeiten können.

Die Wohnung sieht aus wie Sau? Ich warte bis zum Vorabend des zweiwöchigen Besuchs, weil ich unter Druck viel besser aufräumen kann.
Ich muss das Erdkundeheft neu abschreiben, weil der Lehrer es nicht ordentlich genug fand (ohne Quatsch)? Warten wir doch bis zum Vorabend des Abgabetermins und schreiben dann die ganze Nacht durch. Ist ja auch sehr förderlich für die Konzentration am nächsten Schultag.
Ja, ich hab sogar vor meiner mündlichen Abiturprüfung erst am Vorabend um 19 Uhr meine Ordner rausgeholt und angefangen zu sortieren, was ich für die Prüfung können muss und was nicht, dann bis morgens um 6 Uhr gelernt, mich für zwei Stunden hingelegt und dann mit 14 Punkten die mit Abstand beste Prüfung meines Kurses abgelegt.

Aber ehrlich gesagt ist der meistgedachte Satz, während ich so unter Druck vor mich hinpanike, dass ich mir wünschte, eher angefangen zu haben.

Jetzt ist dieses „eher“. Jetzt hab ich noch nen Monat Zeit, die Konzepte zu verstehen und die Formeln auswendig zu lernen. Jetzt wäre es noch okay schaffbar. Und es hängt viel davon ab, allein das sollte mich motivieren.
Aber nun ja, wenn ich Chemie auf Über-Leistungskurs-Niveau gewollt hätte, hätte ich in der Schule Chemie als LK gewählt. Oder Chemie studiert.
Das ist ein verficktes Nebenfach, und ich hasse es, dass ich dafür mehr (viel mehr) Zeit aufbringen muss, als für die Fächer, die wirklich in die Richtung meines Studienfachs gehen. Sogar in Physik haben die sich zumindest Mühe gegeben, dass man bei den Versuchen im Praktikum und bei den Übungs- und Klausuraufgaben das Gefühl hat, dass es zumindest ansatzweise in die richtige Richtung geht und dass es relevante Erkenntnisse bringt. Warum kann das in Chemie nicht auch so sein?

Und jetzt sitze ich hier und schreibe einen „Ich hab keine Lust mehr, Chemie zu lernen“-Artikel, anstatt Chemie zu lernen. Weil ich so sehr keine Lust mehr darauf habe.

Dabei ist das Buch, mit dem ich lerne (Erste Hilfe – Chemie und Physik für Mediziner), echt gut und hilfreich und ich ärgere mich ein wenig (na gut, ich ärgere mich sehr), dass ich es nicht von Anfang an (also im ersten Semester) genutzt hab, sondern versucht hab mich mit dem Zeeck durch die Themen zu quälen. Ich mag den Zeeck nicht. Ich weiß nicht wieso, aber ich mag ihn nicht. Ich kann die Absätze drölf mal lesen und hab es immer noch nicht verstanden. Das gleiche Thema im Erste Hilfe lese ich ein- oder zweimal und denk mir „Meeeeensch, warum hab ich das vorher nie gecheckt?“.

Also, falls jemand ebenfalls verzweifelt und an sich selbst zweifelt und mit dem bisherigen Lehrbuch nicht klar kommt: probiert einfach mal ein anderes aus. Vielleicht liegt es nicht an euch, sondern an eurem Werkzeug.

So. Und nun?
Ich glaub, ich muss jetzt langsam wirklich lernen. Mein Lernplan brüllt mich an, dass ich heute mit Redox fertig werden muss, damit ich morgen vor und nach der Arbeit mit dem nächsten Thema anfangen kann. Und OC muss ich ja ganz nebenbei auch noch wiederholen, weil ich mich punktemäßig nicht nur auf AC verlassen darf.

ICH HASSE ES!

Kommentare»

1. gedankenknick - 01/09/2016

Wenn Du beim Chemie-lernen und -verstehen Probleme hast, such Dir eine(n) Lernpartner(in) aus´m Pharmazie-Studiengang. Die müssen das meist sehr intensiv büffeln, und haben da durchaus viel Erklärbärpotential. Da weiß ich ausnahmsweise mal, wovon ich rede.

Auch Dinge wie LC, HPTLC, DC, GC (und auch VitC) und ähnlichen Unsinn können die meist recht gut erklären, und auch Sachen wie Titrationen müssen die ein ganzes Semester selbst machen (sozusagen bis der Pipettenhahn abfällt)… Ein LAG (LernAbschnittsGefährte🙂 ) kann da Wunder wirken.

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Hermione - 01/09/2016

Von den Abkürzungen im zweiten Absatz ist VitC die einzige, die mir was sagt. HILFE!

Ich versteh das Zeug jetzt ja tatsächlich ganz gut, ich bin nur unmotiviert, weil’s einfach so viel ist, vom Stoff und von den Formeln, die ich mir für die Klausur merken muss. Wenn ich das in den letzten beiden Semestern so verstanden hätte wie jetzt, hätte ich das Problem mit dieser Höllenklausur nicht.😦

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2. gedankenknick - 02/09/2016

LC – Liquid Chromatography – Flüssigchromatografie
DC – DünnschichtChromatografie
HPTLC – High Performance Thin layer Chromatografie – Hochleistungsdünnschichtc…
GC – GasChromatografie

Letzthin ist die Grundidee immer dieselbe, nur die stationäre Phase (also das „Krümelzeugs“) und die mobile Phase (also das Zeugs, was die Analysensubstanzen durch die stationäre Phase durchschiebt) wechseln, und das dient alles nur dem Trennen der unterschiedlichen Substanzen in der Analyse.

Als nächstes kämen dann die Möglichkeiten der Detektion…😉

Kopg hoch! Wird schon!

Gefällt 1 Person

Hermione - 02/09/2016

Puh, ich dachte schon das wären noch mehr Zyklen, die ich für BC wissen müsste.😆

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