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Wir sind keine Hauselfen! 08/09/2016

Posted by Hermione in FERIEN, Krankentransport, so bitte nicht.
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Merlin, was haben wir uns heute aufgeregt! Heute war wieder ein Tag wie gestern, mit anstrengenden Patienten und total überzogenem Anspruchsdenken.

Was genau heute alles von uns gefordert wurde (was nicht heißt, dass wir das auch getan haben!), werde ich in ein paar Monaten mal bloggen. Sicherheitsabstand.
Aber nur mal so als Tipp, wenn das Pflegepersonal der gesamten Station uns begeistert anstrahlt und laut jubelt, wenn ein bestimmter Patient abgeholt wird, dann ist das selten ein Zeichen dafür, dass jemand besonders ins Herz geschlossen wurde.

Wir sind keine Hauselfen. Wir alle nicht.

Die Schwestern und Pfleger auf Station haben anderes zu tun, als den selbsternannten Nabel der Welt rund um die Uhr zu hofieren.
Meine KollegInnen und ich erfüllen aus Nettigkeit zwar schon mal den ein oder anderen Sonderwunsch (klassisch: nach der Dialyse erstmal eine rauchen, bevor es nach Hause geht – kein Thema!), aber, wie ich bereits einmal geschrieben habe: Freundliches Entgegenkommen kann man nicht im Befehlston einfordern.
Und sobald ein Patient oder Angehöriger einmal in diesem Ton mit mir gesprochen hat, ist meine Bereitschaft dahingehend für den Rest des Einsatzes gestorben.

Mag sein, dass die Menschen im persönlichen Umfeld solcher Menschen sich das gefallen lassen. Mag auch sein, dass solche Menschen nur mit in ihren Augen minderwertigem Servicepersonal so umgehen. mag auch daran liegen, dass mehr und mehr Menschen Krankenhäuser mit Hotels und Krankenwagen mit ner Limousine inkl Chauffeur und Boardservice verwecheln.

Erwachsene Menschen zu erziehen ist nicht meine Aufgabe, aber ich finde, dass es manchen Menschen sehr gut täte, öfter ihren Willen nicht zu bekommen.
Und genau deswegen (und weil mein Stolz auch nichts anderes zuließe) beißen unverschämte Menschen sich an mir die Zähne aus.

Kommentare»

1. trakky - 08/09/2016

Das ist so ätzend, wenn manche Menschen so beschissen sind. Ich hab da so im Gefühl, dass der medizinische Bereich und der Einzelhandel solche Leute abonniert haben… Ich arbeite im Buchhandel. Da ist es auch oft so, dass die Kunden ankommen und so nach dem Motto „du dumme Verkäuferin kannst ja gar nichts“ herumkrakelen.
Besonders schlimm war es im Schulbuchgeschäft… Da kamen Leute an, die einem die Schullisten in die Hand drücken und noch dreist meinten, dass wir denen das raussuchen und die sich das dann nachher abholen. Bei solchen Leuten habe ich dann grundsätzlich die teuersten Sachen in den Korb (den ich denen in die Hand gedrückt habe) gelegt. Da war mir das dann ehrlich gesagt egal, weil die so ätzend waren. Allgemein gilt das nunmal bei uns als Service, die Sachen herauszusuchen… Wenn die Leute sehr nett und vielleicht mit der Liste überfordert sind (weil manche Lehrer auch seltsame Sachen auf solche Listen schreiben), mache ich das sehr gerne und gebe auch mal Tipps, wie man Sachen kombinieren kann, um Geld zu sparen. Schulsachen sind auch ohne Faber Castell Stifte und Oxford Hefte teuer genug.
Ich hab nur keine Lust, mich von solchen Leuten als inkompetent und frech nennen zu lassen. Aber wie du schon mehrfach gesagt hast, wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es auch so heraus…

Das musste jetzt mal sein😀

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Hermione - 08/09/2016

Hammer, auf die Idee wären meine Eltern ja auch nie gekommen (und ich auch nicht, wenn ich Bücher für die Uni shoppe).
Aber ja, im Einzelhandel werd ich auch sehr oft Zeugin von solchem Verhalten; wie oft wird der Kassierer oder die Kassiererin beleidigt und beschimpft. Seit ich mal nebenbei an der Kasse gejobbt hab, hab ich erst ne Ahnung was die Leute sich den ganzen Tag anhören müssen…
Und seitdem ist es auch ein Hobby von mir, so unverschämten Kunden dann die Meinung zu sagen, denn die Mitarbeiter müssen ja leider höflich bleiben (einer der Gründe, warum ich den Nebenjob nur wenige Wochen gemacht hab, ich kann nicht freundlich bleiben wenn jemand mich wie Dreck behandelt)…

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2. Julia - 09/09/2016

Wieder mal deinen Artikel gelesen und bei jedem Satz „Genau so ist es“ gedacht.
Ich bin eine Freundin offener Worte und von Ehrlichkeit, aber sicher nicht so!
Gefälligkeiten gehören dazu, das ist nur menschlich. Ich habe selbst immer kaum Zeit bei meinen Patienten in der ambulanten Pflege, oftmals sind die Leute schon dankbar, wenn jemand einfach mal eine Minute länger bleibbt und zuhört.
Das kalte Schütteln bekomm ich aber, wenn ich oder meine KollegInnen als „von der Kasse bezahlte Putzkraft und Servicepersonal“ herabgewürdigt werden. „Jetzt machste mir erstmal n Kaffee und holst mir mal die Zigaretten“ – würde ich sicher (egal ob ich überhaupt gar nichts mit Hauswirtschaft/Betreuung zu tun habe oder nicht…), wenn da das kleine Wörtchen „Bitte“, die Form des Siezens oder ein „Könnten Sie vielleicht“ dabei wäre. Ich bin ja nicht beim Militär -.-

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3. xayriel - 09/09/2016

Ich bin ja der, zugegeben idealistischen, Meinung, dass man alle Menschen respektvoll behandeln sollte, ganz egal, was sie für einen Beruf haben oder welche Tätigkeit sie ausüben. Erstens hat das was mit Höflichkeit und Anstand zu tun und zweitens sieht man sich immer mindestens zweimal im Leben und man weiß nie, wann man mal wirklich auf die Hilfe der Putzfrau oder des Krankenpflegers angewiesen ist!

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