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Eine Stunde auf Rettungswagen gewartet! 23/10/2016

Posted by Hermione in Fundstücke, Rettungsdienst, so bitte nicht, Uncategorized.
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Ich hab ja schon ein paar Mal erwähnt, wie gefährlich es sein kann, wenn viele Menschen unnötigerweise den Rettungsdienst rufen.

In einer Stadt oder einem Kreis gibt es natürlich immer nur eine begrenzte Anzahl an Rettungswagen und auch nicht unendlich viele Notärzte.
Wenn jeder Mensch mit quersitzendem Furz meint, dafür nen RTW zu brauchen, warten echte Notfälle sehr lange, manchmal sogar, bis es zu spät ist.

Hier zum Beispiel.

Da hat ein 72 jähriger mehrfach bei der Rettungsleitstelle angerufen/anrufen lassen, und beim letzten Telefonat hat seine Frau anscheinend sogar die Frechheit besessen, so zu tun als wäre der Patient akut vital bedroht.
Eine Fahrt, die ein Krankenwagen locker hätte machen können, wurde zum Rettungswageneinsatz gemacht. Und warum? Weil der Patient selbst mal als Arzt und vor über 30 Jahren auch als Notarzt tätig war und jetzt meint, es allen mal so richtig zeigen zu müssen. Er klagt sogar, will ein Exempel statuieren.

Mein Gott, es ging ihm so schlecht, die Retter mussten ihn beim Gehen zum Rettungswagen sogar stützen! Moment, er konnte gehen? Aber, heißt das etwa, es ging ihm gar nicht so schlecht? Hat er wirklich einen Rettungswagen gebraucht?

„Ich hätte umkippen und mich dabei verletzen können“

Ja, das könnte mir auch jeden Moment passieren, trotzdem lasse ich nicht rund um die Uhr nen RTW neben mir herfahren.

Liebe Menschen, genau wegen solcher Leute kann es passieren, dass euer Rettungswagen aus der Nachbarstadt oder dem Nachbarkreis anfahren muss, wenn ihr wirklich Hilfe braucht.

Kommentare»

1. pflaegermeister - 23/10/2016

Ich denke wir zäumen das Pferd hier von der falschen Seite auf. Offensichtlich sind dort zu wenige Fahrzeuge in der Vorhaltung, wenn man so lange auf – egal welchen – Transport warten muss.
In meinem RD-Bereich wartet niemand länger als 30 Minuten auf ein Fahrzeug. So stelle ich mir den KTW Bereich vor. Im RTW Bereich schaffen wir es rund um die Uhr über 97% der Fahrten deutlich schneller als die Hilfsfrist abzuarbeiten.

Man kann sich jetzt natürlich über den pensionierten Kollegen aufregen, aber im Grunde hat er Recht. Worum es ihm im Prinzip geht ist, dass er für einen Krankentransport nicht die RTW Pauschale zahlen möchte (finde ich nachvollziehbar) und, dass mehr Fahrzeuge in die Vorhaltung kommen. Und das kann uns doch nur recht sein.

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Hermione - 23/10/2016

Für nen RTW wär’s zu lange, ja. Es lag aber zu Beginn offensichtlich keine Indikation für nen RTW-Einsatz vor (zumal das Zielkrankenhaus ja auch noch eines ohne Notaufnahme war).
Auf nen KTW kann man bei uns, je nach Einsatzaufkommen, auch schon mal so lange warten. Das hat nichts damit zu tun, dass es in meinem Kreis zu wenig KTWs gibt, sondern damit, dass wir viele Terminfahrten (Dialyse) haben und auch damit, dass die Krankenhäuser für viele Entlassungen nen KTW bestellen, obwohl ein Taxi auch reichen würde – einfach nur, damit jemand den Patienten in die Wohnung trägt oder damit das viele Gepäck irgendwie mitkommt.

Der Typ hätte Recht gehabt, wenn er ein Fall für den RTW gewesen wäre, darüber müssen wir nicht diskutieren. War er aber offensichtlich nicht.

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pflaegermeister - 23/10/2016

So wie ich es verstanden habe, hat er sich als Arzt selbst eingewiesen. Wenn er da einen explizit RTW bestellt, dann hat die Leitstelle auch einen zu schicken. Mir geht es auch gegen den Strich, dass sich manche Disponenten über ärztliche Anweisungen hinwegsetzen. Es ist unstreitig, dass der Disponent rausfinden und entscheiden muss, welches Fahrzeug das richtige ist, aber im Falle einer Bestellung durch einen Arzt darf sich in meinen Augen der Disponent nicht darüber hinweg setzen, sondern muss davon ausgehen und darauf vertrauen, dass der Arzt weiß was er braucht bzw. wenn er für einen Patienten bestellt, sieht, was vor Ort los ist, im Gegensatz zur Leitstelle.

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themarv1 - 23/10/2016

Also ich glaube du siehst das etwas idealistisch. Wenn der Arzt damit gewinnt, wird die Kasse nicht etwa sagen wir geben mehr Geld aus und schaffen mehr Fahrzeuge an, sondern: „Hm, tolles Urteil. Dann werden wir jetzt immer wenn irgendeine Zeit nicht gehalten wird erstmal nur den KT-Satz zahlen.“ Der Disponent ist derjenige der seine Autos sinnvoll verwenden muss, weil er sich sonst verantworten muss. Deshalb verstehe ich den Disponenten total warum er zu diesem „Notfall“ keinen Rettungswagen schickt. Weil es eben keiner ist! Weder geht es in irgendeine Notaufnahme, noch ist es zu erwarten das der Patient in nächster Zeit kritisch wird(Was man ja aufgrund der Wartezeit durchaus als bewiesen sehen kann) Im Kreis Stormarn(der übrigens sehr ländlich ist) muss normalerweise auch kein Patient so lange warten, zu Stoßzeiten allerdings kann es zu Wartezeiten kommen, da Fahrzeuge von den Kassen so geplant werden da über 90% Auslastung im Bereich KT ist. Das ist überall so. In Schleswig-Holstein Pflicht das das regelmäßig das Aufkommen an Krankentransporten und Notfalleinsätzen gutachterlich überprüft wird. Also wenn wir es ganz genau nehmen, ist die Krankenkasse Schuld, da sie nicht mehr Autos zahlen wollen.😉
Was nichts an der eigentlichen Sache ändert, dass der RTW für den Arzt zu übertrieben ist und das Gesundheitssystem sinnlos belastet.

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Flo - 23/10/2016

Da habe ich so meine Zweifel das er als Arzt dem Leitstellendisponenten gegenüber die nötige Weisungsbefugnis besitzt. Zumal am Telefon ja jeder behaupten kann er sei Arzt.

Genauso draußen auf der Strasse. Der niedergelassene Arzt kann mir in seiner Praxis durchaus die Anweisung geben das ACS als KTW ins Krankenhaus weit,weit weg zu bringen. Aber nur in der Praxis. Also was wurde praktisch gemacht, ab ins Auto mit dem Patienten, losfahren, einmal rechts abbiegen und NEF nachgefordert.

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pflaegermeister - 23/10/2016

Wenn ein Arzt dem Disponenten gegenüber keine weisungsbefugnis hat, wer dann?

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Robin - 23/10/2016

Weisungsbefugt sicherlich nicht, aber ein geistig klarer Disponent wird den Wunsch eines ärztlich georderten Transports sicherlich anders beurteilen/berücksichtigen als den zum hundertsten Male während der letzten zwei Monate anrufenden „Querulanten“ mit Bauchschmerzen. Schlußendlich bleibt das Zuweisen entsprechender (und erreichbarer) Rettungsmittel Aufgabe der Leitstelle.

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pflaegermeister - 23/10/2016

Und was qualifiziert einen Rettungsassistenten und Feuerwehrmann mit Leitstellenausbildung sich über eine ärztliche Weisung hinwegzusetzen? MFAs, Pflegekräfte und RettAss auf dem Auto müssen sich auch an die Weisungen halten. Disponenten sind keine Gottheiten, sondern auch nur ein Rädchen in der Hierarchie, die bekannterweise nach oben hin von der Ärzteschaft begrenzt wird.
Um mal ein Beispiel aus der Praxis zu geben: wenn ich hier aus der Klinik einen Transport bei der Leitstelle bestelle kommt auch genau das, was ich geordert habe. Die Disponenten gehen bei Fachpersonal davon aus, dass sie wissen, was sie brauchen.

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Hermione - 23/10/2016

Vielleicht ist es einfach ein Unterschied, ob jemand aus einer Klinik anruft oder eine Privatperson, die für sich selber nen Transport bestellt und behauptet, Arzt zu sein.😀

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pflaegermeister - 23/10/2016

Sicherlich. Aber die meisten alten doggder sind, gerade in ländlichen Regionen, doch bekannt😉

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Hermione - 23/10/2016

Ja, wenn der Disponent zur Zeit seines Schaffens schon in der Gegend gearbeitet hat. Dieser Arzt hier war ja sogar Notarzt, aber halt vor 30 Jahren… Da wird ihn jeder Disponent unter 50 kaum noch kennen. Zugezogene erst recht nicht. Wobei es auf dem Land glaub ich weniger Zuzug gibt als in den Städten, oder?

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pflaegermeister - 23/10/2016

Er ist aber auch erst vor drei Jahren in rente gegangen aus seiner Praxis. Da könnte man ihn schon kennen. Praxensind ja bekannt.

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Hermione - 23/10/2016

Das stimmt, in ner ländlichen Gegend kennt man tatsächlich jede Praxis. Vielleicht ist das aber auch jemand, der nie nen Transport bestellt hat? Oder, Achtung Spekulation, immer RTWs bestellt hat, wenn auch KTWs oder n Taxi gereicht hat?😀

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pflaegermeister - 23/10/2016

Kann natürlich sein. Ich hoffe ja weiterhin, dass die Kassen irgendwann verstehen, dass steigende einsatzzahlen mit mehr Fahrzeugen beantwortet werden müssen

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Hermione - 23/10/2016

Ja, und dass in Krankenhäusern und Altenheimen irgendwann nicht mehr nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten gehandelt und am Personal gespart wird.

Aber ich fürchte, bis unsere Wünsche erhört werden geht noch einige Zeit ins Land, und dann muss es wahrscheinlich erstmal richtig schlimm kommen.😦

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Hermione - 23/10/2016

Ich finde es eher furchtbar nervig, wenn Disponenten sich gegen den gesunden Menschenverstand dazu entschließen, nen RTW zu schicken, wenn ein KTW gereicht hätte (und das auch schon beim Anruf deutlich gewesen ist).
Grundsätzlich und idealerweise ja, der Arzt sollte wissen, was er da bestellt, aber – wie viele niedergelassene Ärzte kennen denn den Unterschied zwischen Rettungs- und Krankenwagen nicht, glauben, dass ein KTW ein nichtqualifizierter Transport ist und wissen einfach überhaupt nicht, was sie da tun und bestellen? Das schlägt sich nicht nur in komplett falsch ausgefüllten Transportscheinen nieder, das wird auch im Gespräch oft deutlich.
Und wenn dann jemand einen Rettungswagen bestellt für die Einweisung in ein Krankenhaus ohne Notaufnahme, dann kann ich durchaus verstehen, dass der Disponent nen KTW-Einsatz aufmacht.
Vielleicht wäre es auch grundsätzlich klüger, am Telefon nicht „Ich bin Arzt, ich brauche einen Rettungswagen für den Transport in Klinik Xyz“ zu sagen (wie er vermutlich getan hat), sondern die Ws abzuarbeiten. Das hätte dem Disponenten ein klareres Bild gegeben. Und er hätte dann vermutlich trotzdem nur nen KTW-Einsatz aufgemacht, denn nichts anderes wäre es ja im Grunde gewesen.
Dass er den RTW-Einsatz bezahlen soll, ist trotzdem richtig, denn statt des geplanten KTW ist für ihn ja dann ein Rettungswagen alarmiert worden, der dann in diesem Einsatz gebunden war.

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pflaegermeister - 23/10/2016

Wenn der RTW erst nach einer Stunde kommt ist fraglich ob das ein R Transport war. Wir haben keine KTWs, d.h. Wir fahren auch mit dem RTW K Fahrten und kreuzen das entsprechend auf dem trapo an.

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Hermione - 23/10/2016

Ah okay. Bei uns sind RTW und KTW vorhanden, und zumindest die KTW können auch keine RTW-Fahrten machen, weil sie sehr, sagen wir, reduziert ausgestattet sind.😀
Umgekehrt machen unsere RTW ab und zu auch KTW-Touren, zum Beispiel nachts, weil wir da keine KTW haben. Dann wird auf dem Schein „KTW“ und auf unserem internen Protokoll „RTW als KTW“ angekreuzt und gut ist.

So wie ich das verstanden habe, wurde der Einsatz erst nach dem letzten Anruf der Ehefrau zum RTW-Einsatz hochgestuft und war davor als KTW-Einsatz im System. Ein RTW-Einsatz, der eine Stunde lang im System hängt, das darf wirklich nicht sein. Aber so wie es dargestellt ist, ist da meiner Ansicht nach nichts schiefgelaufen.

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Hermione - 23/10/2016

Das finde ich jetzt aber spannend. Kommt es da nicht zu Problemen, dass alle (oder zu viele) RTWs durch KTW-Fahrten besetzt sind? Habt ihr so viele einsatzbereite Fahrzeuge, dass das gut funktioniert?

Ne Kommilitonin hat mir letzte Woche auch erzählt, dass es bei ihr im Kreis keine KTWs gibt, sondern nur RTWs, die dann auch die KTW-Fahrten machen. Findet sie eher nervig, weil man sich ihrer Meinung nach nicht auf einen bestimmten Typ Dienst einstellen kann.
Findest du das auch, oder siehst du das anders?
Ich hab bisher nur in Städten und Kreisen gearbeitet, bei denen es (außer nachts) RTWs und KTWs gab und ich vorher immer wusste, ob es eher eine „Warten und Blut“- oder „Durchrollen und Schleppen“-Schicht wird.😀

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pflaegermeister - 23/10/2016

Nein, das funktioniert wunderbar. Wir haben natürlich mehr rtws als ein Kreis, der ktws einsetzt, insgesamt sind es aber weniger Fahrzeuge als im dualen System. Ich fand das eigentlich immer angenehm, weil man eine gute Mischung aus allem hat und nicht nur scheissdreck oder ständig Blaulicht fährt.

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Hermione - 23/10/2016

Ist bei nem MANV sicher auch nicht schlecht, viele RTWs zu haben.😀

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pflaegermeister - 23/10/2016

Kann sich hier keiner dran erinnern jemals einen richtigen manv gehabt zu haben. Mehr als fünf Patienten kommt in unserer sicherheitsglocke irgendwie nicht vor.

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Hermione - 23/10/2016

Besser ist das! Macht ja auch nicht wirklich Spaß…🙂

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Thorsten Reimnitz - 23/10/2016

Eigentlich sollte es sowas gar nicht mehr geben, wurde mir mal erzählt. Bei uns (Landkreis in Baden-Württemberg) wurde der Bereich RTW / KTW strikt getrennt, und zwar auf Anweisung „von oben“. Die Begründung: Rettungsdienst ist Hoheitsaufgabe, Krankentransport ein Transportgeschäft. RTWs dürfen bei uns auch nur in absoluten Ausnahmefällen Krankentransporte fahren (meistens Nachts, wenn KTWs rar sind), sollte allerdings etwas passieren (also dass im Bereich des mit einem KTW belegten RTWs ein Notfalleinsatz gemeldet wird, der dann nicht bedient werden kann), hat das der Disponent, der den Transport geplant hat, zu verantworten.
Die Begründung „wir schaffen dann eben mehr RTWs an“ wird bei uns nicht akzeptiert, denn die beiden Bereich haben ihre eigenen Budgets, die bei der Abrechnung nicht vermischt werden dürfen.

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2. Lutz Prauser - 23/10/2016

Diese Einstellung pflanzt sich 1:1 in der Notaufnahme der Krankenhäuser fort. Was da an Patienten auftaucht, die plötzlich nachts am Wochenende das Zwicken haben und meinen jetzt auf der Stelle behandelt werden zu müssen…
Bloß nicht am Montag zum Hausarzt oder zu einem Facharzt, um einen Termin in vier Wochen zu bitten, weil es im Knie kneift – dann doch lieber gleich in die Notaufnahme. Gerne auch samstags. Da haben ja ohnehin alle anderen Ärzte ihre Praxen geschlossen. Und man kann montags wieder in die Arbeit gehen.

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3. turtle of doom - 23/10/2016

Aus diesem Grund schicke ich bei lstsim.de immer einen RTH los. Der ist schnell dort und meldet auch schnell zurück: „Keine Indikation für uns, schickt einen KTW“, und dann weiss man, dass es nicht so schlimm war.

Der einzige Dumme sitzt bei der Nachbarleitstelle, der für mich nen RTH abstellt.

Also: Wenn jemand anruft, eine „Einweisung“ und auch noch eine Wunschklinik angibt – dann würde ich nicht von einem Notfall ausgehen.

Kommt noch hinzu: Genaue Anweisungen zu erteilen können ein Zeichen für Fachkompetenz sein. Oder auch eines für Misstrauen. Und dann handelt der „Befehlsempfänger“ auch entsprechend…

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Hermione - 23/10/2016

Genial, diese Taktik muss ich bei lstsim.de auch mal ausprobieren. Überhaupt sollte ich das mal wieder spielen. Aber lieber nicht jetzt, macht ja süchtig…

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Basti - 23/10/2016

Mein jüngerer Bruder arbeitet in einer Notaufnahme. Ihm ist es kürzlich passiert, dass ein Mann gegen zwei Uhr nachts in die Notaufnahme kam, und sagte, er hätte gern eine “Pille danach“, um kein HIV zu bekommen. *kopfschüttel*
Also manche Menschen sind anscheinend wirklich so dumm.

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Hermione - 23/10/2016

Das ist tatsächlich etwas sonderbar…

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pflaegermeister - 23/10/2016

Obacht, Leute. Bei vorliegen einer Indikation für eine PEP sollte diese optimalerweise in den ersten 2 Stunden nach potentieller Infektion stattfinden, spätestens jedoch nach 24h. Sowas sollte Fachpersonal eigentlich wissen.

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Hermione - 23/10/2016

Ja, aber nicht in Form der PiDaNa, die bekannterweise zur Notfallempfängnisverhütung zählt. In gewisser Weise auch eine Form der Postexpositionsprophylaxe, aber … 😁

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pflaegermeister - 23/10/2016

Wenn ein Mann explizit eine Pille haben will um kein HIV zu bekommen wird er wohl kaum das Notfallverhütungsmittel für Frauen haben wollen. Woher soll ein Normalo denn wissen, wie das Präparat genau heißt? Ist doch schon schön, dass er überhaupt wusste, dass es eine PEP gibt.

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Hermione - 23/10/2016

Ja – witzig ist es trotzdem, dass er etwas zur Empfängnisverhütung verlangt hat.

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pflaegermeister - 23/10/2016

Er hat nicht explizit ein Verhütungsmittel verlangt. basti schreibt es in Anführungsstrichen und wir wissen nicht, wie die originale Formulierung war. Und selbst wenn er Pille danach gesagt haben sollte finde ich das nicht witzig, sondern die für einen Laien bestmögliche Formulierung. Das witzig zu finden zeugt IMHO eher von einer Überheblichkeit aus dem eigenen Fachwissen heraus, die man gegenüber Patienten nciht an den Tag legen sollte.

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turtle of doom - 23/10/2016

Ich korrigiere: Genaue Anweisungen zu erteilen kann auch ein Anzeichen für Dummheit sein.🙂

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4. brc_medic - 23/10/2016

Das Problem zu wenige RTW haben wir auch hier[TM]. Das ist man als First Responder schon mal gerne eine Zeit auf sich gestellt, weil die RTW und RRV zu ’nem gebrochenen Finger fahren muessen, der am Telefon eher als Extremitaeten semi-amputation dargestellt wird. Und natuerlich muss man Morphiumsulphate haben. Paracetamol (IV) geht nicht? Really?

Zu dem guten Doc: Er konnte sprechen/atmen, hatte also Airway/Circulation. IMHO keine Indiaktion fuer einen RedCall. Warum ist er denn nicht mit dem Taxi gefahren? Auf die Nase zu fallen gehoert zu den Risiken des Lebens. Praezedenzfall my arse …. ER hat jemand den RTW genommen der wirklich einen Notfall haben koennte.

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5. SchroedingersCat - 23/10/2016

Als Notarzt fahrender Gynäkologe (fällt nur mir da grade die Ironie auf? ) hätte er ja wissen können, dass er sich auch mit nem Taxi hätte selbst einweisen können…

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6. mauerunkraut - 23/10/2016

Der Arzt gibt sich (zumindest anhand des Artikels) so, als hätte man ihm Folge zu leisten, einfach nur weil er Arzt ist und damit ja zwangsläufig Recht hat. Das wird vor Gericht allerdings nicht zur Diskussion stehen.
Die Frage ist ja, ob ein RTW-Einsatz gezahlt werden muss, wenn dieser eine Stunde lang ein KTW-Einsatz war. Und nicht zuletzt natürlich auch, ob ein Arzt, der sich selbst in die Klinik einweist, auch auf diese Weise Wunschtransporte anfordern darf, ohne dass dies von der Leitstelle hinterfragt werden darf.
Und diese Frage finde ich tatsächlich nicht uninteressant und ich bin gespannt, wie das Gericht entscheidet – auch wenn der Kläger ein Unsympath ist.

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brc_medic - 23/10/2016

Wunschtransporte nur weil man Doc ist? Kann ja wohl nicht sein. Gerade von $DOC erwarte ich ein wenig mehr Verstaendniss. Nur die Rosinen haben wollen, nur weil man selber mal NA war? Ich hoffe der Typ verliert den Prozess mit Ansage. Ist ja so als ob Ex-POL das MEK ordert weil ihn einer zugeparkt hat.

Persoenlich sehe ich da wenig Klaerungsbedarf.

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7. turtle of doom - 23/10/2016

pflaegermeister:

„Und was qualifiziert einen Rettungsassistenten und Feuerwehrmann mit Leitstellenausbildung sich über eine ärztliche Weisung hinwegzusetzen?“

Das da:

Soldat bewacht ein Eingangstor.

Verteidigungsminister kommt vorbei und befiehlt, dass er ihn reinlässt.

Soldat öffnet nicht.

Minister droht mit Konsequenzen.

Soldat öffnet nicht und mahnt den Typen zur Ruhe.

Minister zetert nochmal.

Soldat zieht die Pistole und sorgt ggf. für eine Neubesetzung in Berlin.

Alles korrekt abgelaufen. Nur der direkte Vorgesetzte kann einen Befehl erteilen. Fehlt der direkte Vorgesetzte, wägt man ab, ob man die Befugnis hat, einem solchen Extrawunsch zu entsprechen. Wenn aber der Befehl lautet, nur bestimmte Leute reinzulassen, gibts da gar keinen Spielraum.

In einer ähnlichen Situation befindet sich jeder Disponent.

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pflaegermeister - 23/10/2016

Wenn du schon ins Soldatenrecht gehst, dann nimm wenigstens die korrekte Analogie mit einem Offizier einer anderen Einheit. Dieser wäre, je nach Situation, durch Ranghoheit vorgesetzt und darf die Kaserne in aller Regel betreten😉
Der Verteidigungsminister kann erstmal nichts befehlen. Er ist Zivilist und primär in der Vorgesetztenverordnung nicht drin.

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pflaegermeister - 23/10/2016

Bevor jemand damit kommt, dass ein Wachsoldat erstmal auch einem Offizier vorgesetzt ist: ja, ich weiß. Aber da muss man schon eine gute Begründung haben einen Offizier am Tor abzuweisen.

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brc_medic - 23/10/2016

IIRC ist der Wachsoldat direkt dem Wachoffizier unterstellt. Der wiederum dem Kasernenkommandanten. Ich habe auch schon Offiziere umkehren lassen wenn zB. Parkschein nicht da war. Aber mit gueltigen Truppenausweis und zu Fuss kommt man idR in jede Kaserne. Mir ist so erstmal nichts anderes bekannt.

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pflaegermeister - 23/10/2016

So ist es.

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turtle of doom - 23/10/2016

Eine Kaserne ist das eine. Das ist naturgemäss schon fast öffentlich.

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pflaegermeister - 23/10/2016

Dann versuch doch mal ohne Truppenausweis oder personalisierte Einladung rein zu kommen. Ich musste auch mir persönlich bekannte Soldaten draußen stehen lassen, wenn sie ihren Ausweis in der Kaserne vergessen hatten.😉

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turtle of doom - 23/10/2016

„Dieser wäre, je nach Situation, durch Ranghoheit vorgesetzt“

Genau, je nach Situation. Ranghöher zu sein bedeutet nur im Ausnahmefall, dass man einen Befehl erteilen kann. Aber auch ein Ranghöherer der selben Einheit wird auf Probleme stossen, will er sich im Mikromanagement versuchen…

„und darf die Kaserne in aller Regel betreten“

Der steht auch auf der Liste der Leute, die reindürfen.

Aber item: Sobald jeder Ranghöhere jedem Rangtieferem etwas auftragen kann, schaffst du mehr Probleme als du löst. Dies fängt schon damit an, dass oft nur der direkte Vorgesetzte einen guten Überblick über die Lage verfügt. Nur der Disponent weiss, welche Mittel er wohin schicken kann. Nur er kann die Abwägung treffen, welcher Patient warten muss.

In diesem Beispiel scheitert es ja schon daran, dass im Grunde genommen jeder behaupten kann, er sei ein Arzt, oder er sei früher sogar Notarzt gewesen.

Dass die Zielklinik ja keine Notfallstation hatte, ist ja auch so etwas. Und bei einem Notfall weist er sich nicht ein.

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pflaegermeister - 23/10/2016

Per se ist ein Offizier einem Soldaten erstmal vorgesetzt, nicht nur im Ausnahmefall. Eher ist es andersrum, er ist im Ausnahmefall nicht vorgesetzt.
Klar kann das jeder behaupten, das ist auch das einzige Problem, das ich hier sehe. Warum es so vielen medizinsichen Berufen allerdings so schwer fällt sich einfach mal an ärztliche Anordnungen zu halten verstehe ich allerdings nicht. Da wird in einer Tour über Ärzte gelästert, erzält wie blöd die doch sind oder wie cool man sich über eine Anweisung hinweggesetzt hat oder wie man es dem Arzt gezeigt hat. Das fällt mir regelmäßig auf der Rettungswache wie auch im Krankenhaus auf. Und es stinkt mir ein bisschen. Es geht keineswegs darum sich zum Sklaven und Diener der Ärzteschaft zu degradieren, aber eine klare Befehlsstruktur ist auch im Gesundheitswesen wichtig und richtig. Einfach mal das machen, was man gesagt bekommt tut nicht weh und wenn man berechtigte Zweifel hat, kann man die ja formulieren. Warum aber Leute mit einer Berufsausbildung oder gar ein Rettungssanitäter – auch schon erlebt – sich regelmäßig für höher qualifiziert halten als jemand, der sechs Jahre studiert und im Anschluss noch 4-7 Jahre eine praktische Ausbildung genossen hat ist mir schleierhaft und ich kann das nicht gut heißen.

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turtle of doom - 23/10/2016

„Per se ist ein Offizier einem Soldaten erstmal vorgesetzt, nicht nur im Ausnahmefall.“

Die Wiederholung macht es nicht richtiger.

„Warum aber Leute mit einer Berufsausbildung oder gar ein Rettungssanitäter – auch schon erlebt – sich regelmäßig für höher qualifiziert halten als jemand, der sechs Jahre studiert und im Anschluss noch 4-7 Jahre eine praktische Ausbildung genossen hat ist mir schleierhaft und ich kann das nicht gut heißen.“

C’est le ton qui fait la musique.

In diesem Beispiel hat es der Arzt einfach verbockt, sein Anliegen klar zu kommunizieren. Braucht ein Kind mit akutem Lungenleiden den Notarzt, hätte auch seine medizinisch ungebildete Mutter den RTW sofort hergeordert bekommen.

Wenn man aber von „Einweisung“ faselt und dann noch eine spezifische Klinik angibt, kann es kein Notfall sein. Und doppelt man mit „Ich bin Arzt, ich weiss es besser! Ich weise mich jetzt dorthin ein!“ nach – glaubst du, seinem Wunsch nach sofortiger medizinischer Hilfe wäre eher entsprochen?

Klingt eher wie „pensionierter Arzt ist geil auf seine Privilegien“, und der Disponent teilt ihn ganz hinten ein…

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pflaegermeister - 23/10/2016

Was auch eine unzulässige Willkür des Disponenten wäre.
Und was ist an meiner Ausführung falsch? Primär entscheidet der Rang über das Vorgesetztenverhältnis. Alle anderen Vorgesetztenverhältnisse sind nachrangig definiert und beziehen sich auf bestimmte Fälle.

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turtle of doom - 23/10/2016

Innerhalb seines gegebenen Handlungsspielraums kann man willküren, wie man will. Und es ist ja nicht mal Willkür im Spiel, wenn der Dispo mit gutem Grund annimmt, es würde sich nur um einen flennenden pensionierten Arzt handeln, der auf seine tollen Privilegien pocht.

Ich kann mich einweisen lassen! Tüütaatüütalüülalüüla!

„Primär entscheidet der Rang über das Vorgesetztenverhältnis.“

Praktisch jeder Vorgesetzte ist höherrangig. Aber bei weitem ist nicht jeder von höherem Rang auch dein Vorgesetzter.

Ein gutes Beispiel: Der Militärarzt hat sehr oft einen höheren Rang als sein verunfallter Patient. Trotzdem hat er keine Befehlsgewahlt.

Oder wenn du Notfallpfleger bist, dann hat der Chefarzt von der Dermatologie dir nichts zu sagen. Auch wenn er mit einem Stock im Hinterteil auf der Notfallstation aufkreuzt.

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brc_medic - 24/10/2016

Ich will das jetzt nicht unbedingt weiter OT fuehren, _aber_: Es gibt beim Bund auch „Vorgesetzter auf Grund des Aufgabenbereiches“. Damit kann ein zB. Gefreiter der Feldjaegertruppe (dienstliche) Anweisungen auch an einen General geben – sofern dies fuer die Ausfuehrung seiner Taetigkeit sind (Bsp: Route aendern, Uniformordnung beachten ….)

Der Disponent ist hier Vorgesetzter auf Grund des Aufgb. . Sonst koennte ja jede Crew machen was sie will. Der $DOC ist nicht im Dienst/Aktiv und daher kaum weisungsberechtigt. Wieder Es koennte ja sonst jeder Ex-BW-Offz froehlich Kommandos geben – auch ausser Dienst (wobei das auch nur *innerhalb* millitaerischer Anlagen gilt, aber das geht jetzt zu weit OT).

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8. stillbeobachten - 23/10/2016

Hm, der größte Skandal ist hier ja noch gar nicht zur Sprache gekommen, so ist der RTW ja laut Artikel nur mit RS besetzt gewesen…(so viel dann wohl zur Qualität der Berichterstattung…)

Also wie sich mir die Situation darstellt, hat der Arzt bei der Leitstelle einen Krankentransport bestellt, ja gerade nicht einen Notfalleinsatz hat aufmachen lassen.
Für den Krankentransport habe ich in Schleswig-Holstein jetzt keine Aussagen zu einer Hilfsfrist gefunden, daher kann ich die Beschwerde jetzt nicht nachvollziehen…

Und der letzte Anruf, der ja dann als Notfalleinsatz behandelt wurde, wurde ja binnen drei Minuten erfolgreich beschickt…(wobei ich es für eher unwahrscheinlich halte, dass sich bei der Lungenentzündung der Zustand nachdem er einige Tage gleich blieb und dann binnen weniger Minuten ins lebensbedrohliche abgleitet, dann aber nur soweit, dass der Arzt selbstständig zum RTW laufen kann?!?)

Irgendwie ist die Geschichten hinten und vorne nicht stimmig. Und die Beschwerde über die Wartezeit auf den Krankentransport erscheint mir völlig unbegründet zu sein. Und naja, der Notfalleinsatz anch dem vierten Anruf wurde ja äußerst schnell beschickt. Und dafür ist ja dann auch die Abrechnung als Notfalleinsatz korrekt?!?

Und naja, dass ein Notfallrettungseinsatz, wenn die Hilfsfrist gerissen wird, nur noch wie ein Krankentransport zu berechnen ist…das halte ich juristisch doch für eher abenteuerlich…

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turtle of doom - 23/10/2016

„Und naja, dass ein Notfallrettungseinsatz, wenn die Hilfsfrist gerissen wird, nur noch wie ein Krankentransport zu berechnen ist…das halte ich juristisch doch für eher abenteuerlich…“

Ganz richtig. Als dann endlich ein Notfall kommuniziert wurde, ist auch bald ein RTW gekommen…

…und hätte die Frau nicht noch nachalarmiert, wäre wunschgemäss der KTW eingetroffen.

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pflaegermeister - 23/10/2016

Ich denke, dass das in der Zeitung auch naturgemäß anders klingt als es tatsächlich abgelaufen ist. Man kennt das ja. Warten wir die Verhandlung und die offizielle Entscheidung ab.

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9. schulsanitaeterin - 26/10/2016

Im Asthmaanfall ist (wenn ich mir Hilfe hole) jede Minute ne Qual. Um so schlimmer, wenn der RTW dann aus dem nächsten Ort kommen muss und vilt. 15 Minuten (Jaja, keine lange Zeit mit ohne Luft aber eben schon) braucht.
Wüsste ich, dass der RTW aus meinem Ort für so einen Unsinn nicht kommen kann…Derjenige würde ordentlich was zu hören bekommen.

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