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Adventskalender: 4. Türchen. [Themenmonat Empathie] 04/12/2016

Posted by Hermione in Adventskalender, Krankenhaus, Krankentransport, Medizinstudium, Rettungsdienst.
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Mir ist aufgefallen, dass ich deutlich empathischer sein kann, wenn ich nicht ausschließlich arbeite.
Moment, ich drösel diesen Gedanken mal auf.

Also, ich würde mich ohnehin als sehr empathisch bezeichnen, aber manchmal sind meiner Empathie trotzdem Grenzen gesetzt. Morgens um halb drei zum Beispiel, oder gegen Ende einer halbstündigen Diskussion, oder wenn’s mir nicht gut geht, oder oder oder. Das ist normal, das ist menschlich.

Seit ich (im Vergleich zu früher) nur noch wenig arbeite und viel studiere, kann ich beobachten, dass ich auch in den oben genannten Situationen empathischer sein kann. Warum ist das so?
Ich würde mein Studium jetzt nicht als „Ausgleich“ bezeichnen (Gott bewahre!), aber vielleicht erfüllt es ja eine ähnliche Funktion?

Meine Grundgenervtheit über Dinge, die bei uns auf der Wache schieflaufen, ist auch deutlich zurückgegangen.
Vielleicht gibts da ja auch nen Zusammenhang.

Wenn Arbeitgeber aus dem Gesundheitswesen empathischere Angestellte wollen, wäre es also vielleicht ein guter Schritt die Arbeitszeiten zu reduzieren, sodass die Arbeit vom Zeitanteil her nicht mehr der Lebensmittelpunkt ist, und sie sollten die hausgemachte Scheiße reduzieren, mit der die Mitarbeiter sich tagtäglich rumschlagen müssen.

Wär doch mal ein Anfang. 😉

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Kommentare»

1. Liebenskünstlerin - 04/12/2016

Kenne ich zu gut. bis vor kurzem habe ich in der Notaufnahme gearbeitet und ich muss zugeben, nach zwei Jahren dort, wurde es zunehmend schwerer für gewisse Arten von „Patienten“ noch Verständnis aufzubringen. Damit meine ich nicht die, die wirklich aus einem ernstzunehmenden Grund kommen. Sondern die andere und vorherrschende Sorte.
Nun bin ich da seit zwei Wochen raus und so langsam werde ich wieder mehr zum Menschenfreund. Also da ist was dran. Die letzten Monate haben wir nur lange Arbeitszyklen gehabt und der Dienstplan hat sich immer wieder geändert und es war an manchen Tagen und bei gewissen Menschen einfach nur noch schwer freundlich zu bleiben.

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2. aponettesplauderei - 09/12/2016

Finde ich überhaupt nicht verwunderlich. Ich denke, jeder von uns hat ein Reservoir an Empathie und seelischer Kraft, das sich jeden Tag leert und in unseren Ruhephasen – weg von der Arbeit, ganz andere Themen und Menschen – wieder füllt. Aber es füllt sich langsamer, als es leer läuft….und daher Deine Erkenntnis. Ich weiß inzwischen, daß ich nicht mehr als 25-30 Stunde Apotheke pro Woche vertrage, wenn ich meine Arbeit gut machen will. Also arbeite ich nur so viel. Kann ich mir zum Glück leisten.

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