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ARSCHBRIEF! [Karrierehöhepunkte] 08/12/2016

Posted by Hermione in Karrierehöhepunkte, Kollegen, Rettungsdienst, Trollolololol.
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Mal wieder eine lustige Geschichte ausm Rettungsdienst. Lachen ist ja gesund. 😉

Und was würde sich da besser eignen, als endlich wieder auf die Reihe Karrierehöhepunkte zurückzukommen. Schließlich muss ich ja mein intellektuelles Vermächtnis vorbereiten, und damit bin ich die nächsten Jahrzehnte gut ausgelastet. 😉

Unser Patient war wirklich, wirklich schwerhörig.

Dieser Dialog erstreckte sich bestimmt über gut zwei Minuten.
Mein Kollege fragte mit von Mal zu Mal gesteigerter Lautstärke, ob der Patient einen Arztbrief habe. Der Patient rief jedesmal nur „WAS?“ und „SIE MÜSSEN LAUTER REDEN!“

Es war so schon unheimlich lustig, und das war einer dieser Einsätze, bei denen es mir wirklich schwer fiel, ein ernstes Gesicht zu behalten. Ich glaube, ich hab mir die Innenseiten meiner Wangen blutig gebissen bei dem Versuch, mein Grinsen zu unterdrücken.

Es war übrigens keine akut vital bedrohliche Situation, also konnten wir uns die nötige Zeit auch nehmen.

Mein Kollege wurde immer lauter und immer verzweifelter, bis er aus Versehen „ARSCHBRIEF!“ brüllte.
Da war es dann auch mit meiner Beherrschung vorbei, ich bin halb zusammengebrochen und musste mich an die Trage (da war der Patient noch nicht drauf!) klammern um nicht auf dem Boden zu landen. Eingenässt habe ich gottseidank nicht, aber es hat ehrlich gesagt nicht mehr viel dazu gefehlt.
Es hat ne ganze Weile gedauert, bis ich mich so weit beruhigt hatte, dass wir weiterarbeiten konnten.

Den Arztbrief haben wir am Ende dann übrigens bekommen. Und ich hatte für den Rest der Schicht etwas, womit ich meinen Kollegen aufziehen konnte.

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Kommentare»

1. annesch - 08/12/2016

Hihi! Erinnert mich an eine schwerhörige Englisch-Lehrerin, die dafür bekannt war, dass sie kein th konnte. Einmal habe ich von ihr ein echtes th gehört:
Lehrerin: Give me adjectives that describe our hero!
Schüler: Well, he’s athletic.
L: Pardon?
S: ATHLETIC!
L: Sorry?
S: ATH-LE-TIC!!!!!
L: Ach tho!
Wir anderen in der Klasse lagen am Boden vor Lachen. Sie tat einem irgendwie leid, aber wir konnten einfach nicht nicht lachen, es war solche Situationskomik!

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Hermione - 08/12/2016

Jetzt liege ich aufm Boden! 😀

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2. turtle of doom - 08/12/2016

Oh Mann. Mögen die Eulen dir viele Arschbriefe bringen! 😀

Nur so, weil ich ja selbst hörbehindert bin: Mit einem Hörbehinderten ständig lauter zu reden ist eigentlich ein Akt der Verzweiflung. Man versteht euch besser, wenn ihr die Person kurz anspricht, um die Aufmerksamkeit herzustellen – und erst dann eine Frage stellt oder etwas mitteilt.

„Deutlich“ ist nicht dasselbe wie „laut“. Lieber langsam reden.

Und wenn etwas nicht verstanden wurde, sollte man es mit anderen Begriffen oder einer anderen Satzstellung wiederholen. Anstelle „Arztbrief“ zum Beispiel „Brief vom Arzt“ oder „Überweisung“.

Es gibt übrigens Leute, die machen mehr oder weniger absichtlich das genaue Gegenteil. Sie rattern die Worte wie ein Maschinengewehr runter, und das erst noch monoton. Je schlechter man dich versteht, desto weniger lästige Gegenfragen, desto seltener ein Widerspruch… und so lässt man dich einfach machen.

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Hermione - 08/12/2016

Danke für die Tipps, das ist notiert! 🙂

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turtle of doom - 08/12/2016

Und auch: Nur reden, wenn du Sichtkontakt hast. Du hasts ja auch nicht gerne, wenn du von hinten mit einem Riddikulus abgeschossen wirdst.

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Hermione - 08/12/2016

Dankeschön!

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annesch - 08/12/2016

Danke für den Tipp mit der Umformulierung, da kommt man als nicht Betroffener nicht so schnell drauf, aber in dem Moment, wo ich es las, dachte ich: ja, na klar!
So klar, das es mir in Zukunft hoffentlich sofort in entsprechenden Situationen einfällt – funktioniert ja auch als Tipp, wenn jemand gerade erst die Sprache lernt…

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Tauchaussie - 08/12/2016

Meine Oma war die letzten Jahre auch schwerhörig, meine Mutter hat es dann mit immer lauter werdendem Ton bis zum Schreien versucht, meine Oma tat mir dann ziemlich leid… wenn man sehr langsam und deutlich sprach, konnte sie doch sehr vieles noch verstehen. Laut bewirkte bei ihr eher das Gegenteil, da ihr Hörgerät das wohl nicht richtig umsetzen konnte.

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3. gsfuchsi - 09/12/2016

Bin gerade via Pharmama hier gelandet und musste doch sehr grinsen.
Aber als jemand, der auch viel mit Schwersthörigen zu tun hat, kann ich übrigens bestätigen, dass Umformulierungen viel bringen können – Wiederholungen hingegen nur die Verzweiflung vergrößern. 😉
Wenn alle Stricke reißen, lieber einen Zettel zücken und das problematische Wort kurz aufschreiben.
Oder langsam und möglichst ruhig sprechen – viele Schwerhörige können wenigstens ein wenig Lippen lesen und Lautstärke hilft leider gar nicht. Ist aber trotzdem das, was (instinktiv?) jeder versucht.

Liebe Adventsgrüße,
Fuchsi

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4. aponettesplauderei - 09/12/2016

Arschbrief… Klasse
Aber ich habe gemerkt, dass ja wirklich l a n g s a m und vor allem
D E U T L I C H , sehr viel besser hilft als Lautstärke. Oft werden Frauenstimmen besser verstanden, also das nächste mal liebe Hermione, bist Du dran… 😉

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Hermione - 09/12/2016

Bei den ganzen guten Tipps die ich jetzt bekommen habe, werde ich meinem Kollegen so richtig zeigen wie es geht! 😄

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5. Sylana - 09/12/2016

Jippie, ich lag jetzt auch grad unterm Schreibtisch. Vor Lachen.
Und da ich auch zu den Schwersthörigen gehöre, muss ich meinen Senf natürlich auch dazu geben.
Im großen und ganzen schließe ich mich meinen Vorrednern an, was die Tipps betrifft.
Nur noch zusätzlich: Lippenlesen funktioniert nur bei ausreichender Sicht. Also am Besten, wenn man ziemlich nah am Betreffenden steht, und es schön hell ist. Quer durchs Zimmer und mit Petroleumfunzel ist Mist.
Extrem betonen und langsam reden, wirkt bei mir z.B. eher kontraproduktiv, ich kann am Besten Lippenlesen, wenn ganz normal gesprochen wird.
Aufpassen, wenn es ähnlich klingende Worte gibt, die sehr unterschiedliche Bedeutungen haben. Da muss ich zum Beispiel aus dem Zusammenhang schließen. (So was, wie Mutter – Butter – Futter-Kutter – das klingt für mich erst mal vollkommen gleich, nur aus dem gesamten Satz kann ich dann erkennen, ob es um einen Brotaufstrich oder eins meiner Elternteile geht.)
Für mich sind Frauenstimmen auch schwerer verständlich als Männerstimmen. Hängt mit den Tonlagen zusammen.
Ich habe aber auch immer wieder festgestellt, das es ein großer Unterschied ist, wann man zu dem Gehörschaden kam, und wie gut man den dann kompensieren kann

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aponettesplauderei - 10/12/2016

Das finde ich jetzt echt interessant! Bei meiner Mutter ist es so, daß sie ihre Töchter, insbesondere mich viel besser versteht, als meinen Bruder oder Mann. Wobei ich mit langsam, nicht betont lahm meinte, sondern vor allem nicht schnell. Dann neigt man erst recht dazu Buchstaben zu verschlucken (gibt das dann Buchstabensuppe mit der Magensäure?).

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6. Sylana - 10/12/2016

Na, Frauen untereinander reden auch mehr…. ;-). Mit seinen Töchtern ist man in der Regel ja sehr vertraut, das macht es einfacher
Ist eine Übungssache.
Und: Ich kenne es nicht anders. Bei mir laufen die Kompensationsmechanismen automatisch nebenbei. Jemand der relativ neu zu seinem Hörschaden kommt, muss das quasi erst lernen. Das Männerstimmen für mich besser zu verstehen sind, hängt mit der Art vom Hörverlust zusammen. Frauenstimmen sind ja höher, und in den Frequenzen hab ich mehr Einbußen.

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7. squirrel1976 - 10/12/2016

Jetzt hab ich mich fast vor Lachen bepieselt 😉
Aber mir passiert es immer wieder, dass ich mit ausländischen Mitmenschen lauter spreche, wenn sie mich nicht verstehen…als ob Lautstärke da was ändert *hüstel*

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8. ptachen - 10/12/2016

!!!ARSCHBRIEF!!! Nee, wat geil 🙂
Ich hab so gelacht gerade, Danke!

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Hermione - 10/12/2016

😊😊😊

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