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Adventskalender: 24. Türchen. [Themenmonat Empathie] 24/12/2016

Posted by Hermione in Adventskalender, Kollegen, Krankenhaus, Krankentransport, Rettungsdienst.
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Es ist soweit, wir haben das letzte Türchen erreicht. 🙂

Vielen Dank für eure Kommentare und Anregungen, die interessanten Diskussionen (die argumentfreie Debatte auf Twitter mal ausgenommen) und auch für den einen idiotischen Schwurbelkommentar – ich habe sehr gelacht.

Vielleicht habe ich ja die ein oder andere, den ein oder anderen zum Nachdenken gebracht, dazu angeregt, eine Situation mal aus der Perspektive der anderen zu betrachten – auch, wenn man es nicht muss – denn es erleichtert das Miteinander für alle Beteiligten. Besonders auch in „Extremsituationen“.

Wer nochmal nachlesen möchte:

1. Türchen
2. Türchen
3. Türchen
4. Türchen
5. Türchen
6. Türchen
7. Türchen
8. Türchen
9. Türchen
10. Türchen
11. Türchen
12. Türchen
13. Türchen
14. Türchen
15. Türchen
16. Türchen
17. Türchen
18. Türchen
19. Türchen
20. Türchen
21. Türchen
22. Türchen
23. Türchen
24. Türchen

Adventskalender: 23. Türchen. [Themenmonat Empathie] 23/12/2016

Posted by Hermione in Adventskalender, Alltag, Rettungsdienst.
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Ich bin wirklich nicht in Weihnachtsstimmung dieses Jahr. Prüfungsvorbereitung und Prüfungen bis zwei Tage vor Weihnachten, kein einziger Glühwein, kein einziger Weihnachtsmarktbesuch.

100% selbstlos ist das natürlich nicht; mit Feiertagszuschlag kommt da einiges an Kohle für mich zusammen. 

Aber so haben Menschen, die eine Familie oder andere Menschen haben, mit denen sie Weihnachten gern Zeit verbringen würden, die Gelegenheit das auch zu tun.

Und ich arbeite eigentlich auch ganz gern an Feiertagen, mir macht das nix. 

Klar hätte ich die freie Zeit auch einfach so genießen können, aber dafür hab ich jetzt das gute Gefühl,  Kollegen geholfen zu haben, und ein paar hundert Euro mehr aufm Konto. Win-Win!

Adventskalender: 22. Türchen. [Themenmonat Empathie] 22/12/2016

Posted by Hermione in Adventskalender, Alltag.
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Ich hatte einen eeeeecht langen und anstrengenden Tag und appelliere deswegen an eure Empathie, mir nicht böse zu sein dass das Türchen erstens erst so spät kommt und zweitens relativ konzeptlos ist.

Eigentlich will ich gerade nur noch ins Bett und bis morgen mittag durchschlafen.

Erzählt doch mal (in den Kommentaren, dann können wir besser diskutieren), wann seid ihr das letzte Mal auf fehlende Empathie gestoßen. Oder, um auch positive Aspekte reinzubringen: wann ist euch mit Empathie begegnet worden, und die Situation wurde dadurch besser? Natürlich interessiert mich auch die jeweils andere Seite. 😀

(Gute Nacht!)

Adventskalender: 21. Türchen. [Themenmonat Empathie] 21/12/2016

Posted by Hermione in Adventskalender, Rettungsdienst.
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Manchmal sprechen andere (die weder dabei waren noch mich persönlich kennen) mir meine Empathie ab.
Warum? Weil ich über wirklich bescheuerte Situationen lache? Weil ich versuche, alles wenigstens im nachhinein mit Humor zu betrachten? Weil ich manche Entscheidungen anders treffe, als sie selbst es getan hätten?

Hier ist mal ein älterer Artikel über Vorwürfe, die mir so im Internet gemacht wurden. Sowas ärgert mich schon ein wenig, weil diese Leute ja nicht dabei waren und in der Regel auch gar nicht beurteilen können, wie man in diesen Situationen „richtig“ handelt. Ich kann nur nochmal betonen, dass ich genau weiß, was ich mache, und dass meine Patienten sich nie von mir verarscht oder vorgeführt fühlen, auch wenn ich in einer lustigen Situation mal lachen sollte.
Wer anders handeln würde: auch okay. Ich lasse meine Persönlichkeit aber nicht im Spind, und Rückmeldungen von Patienten zeigen mir, dass das auch gut so ist.

Adventskalender: 20. Türchen. [Themenmonat Empathie] 20/12/2016

Posted by Hermione in Adventskalender, Alltag.
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Heute geht es mal nicht um Empathie in medizinischen Berufen. Heute geht es darum, was gestern passiert ist – in den sozialen Medien.

Populisten, Nationalisten, „besorgte Bürger“, und alle anderen, die dieser Gesinnung zuzuordnen sind, hatten gestern Abend schon Weihnachten.

Wie die sich alle merklich gefreut haben, dass etwas passiert ist. Wie direkt die „Merkel muss weg!“- und „Terrorasylanten!“-Brüller aus allen Löchern krochen, um zu feiern und die Getöteten und Verletzten für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Wie vielen geradezu der Geifer aufs Smartphone oder in die Tastatur gelaufen ist. Die vielen Tweets, bei denen die freudige Erektion des Verfassers geradezu spürbar war.

Es ist widerlich. Das, was gestern los war, hatte nichts mit Betroffenheit oder Empathie zu tun. Das wurde höchstens geheuchelt, und oft nichtmal das. Diesen Menschen sind die Toten und Verletzten egal. Für diese Menschen war das eine vorgezogene Bescherung.

Das sind keine Menschen, die eine Lösung suchen wollen, das sind Menschen die das Problem feiern.

Seid nicht so. Haltet euch nicht an solche Menschen.

Adventskalender: 19. Türchen. [Themenmonat Empathie] 19/12/2016

Posted by Hermione in Adventskalender, Medizinstudium, Prüfungen.
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Prüfungswoche bedeutet auch: Stress pur. Da fällt es mir nicht leicht, empathisch zu sein. Gut, dass ich diese Woche nicht arbeite. 

Ich bin ja schon von mir selbst total genervt und von den kleinsten Kleinigkeiten, die andere Menschen tun – natürlich nur, um mich zu ärgern. Genauso, wie die Züge diese Woche alle nur deswegen Verspätung hatten, damit ich mich noch ein wenig mehr aufregen kann. In der Mensa gibt’s mein Lieblingsessen natürlich auch genau an dem Tag, an dem ich nicht hinkann. Da steckt System hinter! 💀

Nein, im Ernst. Ich versuche, meinen Stress nicht an anderen auszulassen. Ich hoffe, dass es mir größtenteils gelingt.

Und ich mach drei Kreuze, wenn diese Woche endlich rum ist!

Adventskalender: 18. Türchen. [Themenmonat Empathie] 18/12/2016

Posted by Hermione in Adventskalender, Rettungsdienst.
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Sie haben keine Sonderrechte! ist auch eine Geschichte über Empathie, und eine Geschichte darüber, für welche Seite ich mich entschieden habe. Andere Menschen hätten vielleicht anders entschieden, aber ich sehe mich meinem Patienten mehr verpflichtet als den Autofahrern, die ich nicht kenne und für die ich nicht die Verantwortung trage.
Das heißt nicht, dass mir deren Situation nicht bewusst oder mir sogar egal war. Ich musste mich halt einfach nur entscheiden, weil man, wie so oft im Leben, es nicht allen recht machen kann.
Ich habe die Wahl getroffen, die mit meinen inneren Maßstäben am besten korrelierte. Dass das in anderen Menschen (und ich meine jetzt nicht die beteiligten Verkehrsteilnehmer, sondern Leute im Internet, die hinter verschlossenen Forentüren über mich herzogen, die unverschämte Kommentare posteten und mir emotionale Instabilität vorwarfen) teilweise so einen Hass hervorgerufen hat, hätte ich nicht erwartet. Dass ich manchmal polarisiere, ist mir bewusst, und dass das ein Artikel ist, der nicht nur auf Zustimmung stoßen wird, war mir auch klar.
Im nachhinein finde ich, dass die Beleidigungen und Beschimpfungen mehr über die anderen aussagen als über mich. Ich habe genau das getan, was ich in der Situation für richtig hielt, ich steh dazu und ich steh auch heute noch hinter meiner Entscheidung und dem Artikel. Und ich würde im Zweifelsfall nochmal so entscheiden.

Adventskalender: 17. Türchen. [Themenmonat Empathie] 17/12/2016

Posted by Hermione in Adventskalender, Krankenhaus, Krankentransport, Rettungsdienst.
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Was für uns gilt, gilt auch für andere.
Manchmal haben Menschen, die eigentlich total freundlich und sympathsisch sind, nen so schlechten und anstrengenden Tag, dass ihr Freundlich nahezu aufgebraucht ist. Da kommt es dann schon mal vor, dass der Assistenzarzt, der sonst immer total nett ist, den Druck von oben „nach unten“ weitergibt.
Die Schwester in der Notaufnahme, die dem Rettungsdienst sonst immer Schokolade zusteckt, wurde vielleicht schon von drölfzig genervten Patienten angepampt und hat jetzt richtig schlechte Laune.
Die Notärztin, mit der man sonst mega gut zusammenarbeiten kann, hat vielleicht so nen beschissenen Einsatz hinter sich, dass sie jetzt ungewohnt ruppig und kurz angebunden ist.
Das ist scheiße, und es ist nicht okay seinen Ärger an anderen auszulassen, aber manchmal kriegen Menschen das nicht anders kompensiert und sie meinen es selten wirklich böse und persönlich.

In solchen Momenten ist es besser, kurz nachzufragen ob man gerade etwas falsch gemacht hat oder ob es ein anderes Problem gibt, gegebenenfalls darauf hinzuweisen dass man nicht der Fußabtreter ist, und nach Möglichkeit versuchen, verständnisvoll zu sein. Irgendwann kommt man ja selbst in ne Situation, in der es nicht leicht ist, geduldig und freundlich zu anderen zu sein. Kennen wir ja alle.

Adventskalender: 15. Türchen. [Themenmonat Empathie] 15/12/2016

Posted by Hermione in Adventskalender, Krankenhaus, Krankentransport, Medizinstudium, Rettungsdienst.
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Zur Empathie gehört es auch, mit dem Patienten in einer Sprache zu reden, die er verstehen kann.

Und damit meine ich jetzt keine Fremdsprachen, sondern einfach, sich mit den Fachausdrücken zurückzuhalten und alles in normalem Deutsch zu erklären.
Wie überfahren und ausgeliefert muss sich jemand fühlen, der mit lauter bedrohlich klingenden Fremdwörtern bombardiert und dann mit seinen Gedanken alleingelassen wird?

Glücklicherweise waren die meisten Ärzte, die ich so „nebenbei“ bei der Arbeit miterlebt habe, in der Lage ihren Patienten alles in einer normalen Sprache zu erklären. Manche allerdings erst nach weiterem Nachfragen seitens der Patienten, was dieses oder jenes Wort denn bedeuten sollte.

Vielleicht ist das auch etwas, das wir bei Gesprächen mit unseren Patienten im Hinterkopf behalten sollten.

Adventskalender: 14. Türchen. [Themenmonat Enpathie] 14/12/2016

Posted by Hermione in Adventskalender, Krankenhaus, Krankentransport, Rettungsdienst.
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Manchen Patienten tut es gut, mal über alles zu reden, was ihnen in letzter Zeit so widerfahren ist. Die fangen dann schon von selbst damit an, meist bei KTW-Fahrten. 

Auch wenn das nicht immer interessante Geschichten sind, versuche ich, aktiv zuzuhören und dem Patienten das Gefühl zu geben, mir mal das Herz ausschütten zu können. Das ist nicht meine Aufgabe, aber gerade bei älteren Menschen weiß man ja nie, ob die nicht sonst vielleicht niemanden zum Reden haben und wir vielleicht der einzige soziale Kontakt des Tages oder der Woche sind. 

Ein bisschen Nicken, vielleicht mal ne Rückfrage (am besten zu irgendwas Schönem), ein Satz der zeigt, dass man versucht zu verstehen, wie der Patient sich fühlt („Ich kann mir vorstellen, dass das sehr viel Aufregung für sie war“, „Es ist sicher schön, wenn man sich im Krankenhaus auch menschlich gut aufgehoben fühlt“), all das kostet nichts und gibt dem Patienten das Gefühl, nicht nur Transportgut zu sein. 

Das ist mir wichtig.