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„Ich wollte nur fragen, ob zu mir auch noch jemand kommt.“ 29/12/2016

Posted by Hermione in Notaufnahme, Rettungsdienst, so bitte nicht.
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Triggerwarnung: Es geht wieder um wartende Patienten in der Notaufnahme. Wenn dieses Thema in dir den prinzipiellen Drang hervorruft, mich anzupöbeln: bitte gleich wieder wegklicken, danke.

Wir bringen einen Patienten unter Reanimation in den Schockraum der Notaufnahme.

Klar, sowas zieht Blicke auf sich. Warum aber die Patienten, die bereits in einem Behandlungsraum untergebracht sind, auf dem Flur rumlaufen, ist eine Sache für sich.

„Bitte gehen Sie zurück in Ihre Räume!“ ruft einer der Ärzte den Zuschauern zu. Ein paar davon drehen sich halbherzig um und gehen ein paar Schritte auf die jeweilige Tür zu.
Ein paar Patienten stehen weiterhin im Weg, also ist eine weitere Aufforderung, aus dem Weg und zurück in die Behandlungsräume zu gehen, notwendig.
Nach einer dritten, nun nachvollziehbar unfreundlichen Aufforderung schaffen wir es endlich in unseren Raum.

Übergabe in konzentrierter Ruhe, Umlagern und Umstöpseln der Geräte dann ein geordnetes Chaos. Alle Handgriffe sitzen, wir sind wie ein gut eingespieltes großes Team, auch wenn wir sonst auf unterschiedlichen Seiten der RTW-Halle arbeiten.

Plötzlich geht hinter uns die Tür wieder auf. Einer der wartenden Patienten steckt seinen Kopf rein.

„GEHEN SIE ZURÜCK IN IHREN RAUM!“ brüllt der Arzt.
„Ich wollte nur fragen, ob zu mir auch noch jemand kommt“ entgegnet der Patient.
„Nein!“ anworte ich genervt.
„Ach so, na dann“, murmelt der Patient im Weggehen.

Sowas hab ich ja noch nie erlebt. Wirklich. Noch nie.

Dass es in den Behandlungsräumen langweilig ist, wenn man warten muss: ja, das glaube ich. Trotzdem. Es geht einfach nicht anders, gerade wenn dauernd neue Notfälle (also, wirklich Notfälle, die keine Minute Aufschub dulden) reinkommen. Es ist halt keine Arztpraxis mit Termin und abschätzbarer Wartezeit.
Dennoch: auf dem Flur rumlaufen und gucken, was denn die anderen Patienten so haben, was wohl überall in den Schubladen ist und was der nächste RTW so bringt geht gar nicht!
Allein dafür disqualifiziert man sich schon für die Wahl zum Patienten des Jahres.

Aber dann die Tür zu einem (fremden!) Raum öffnen, in den gerade ein Team aus Ärzten, Rettern und Pflegern (m/w) mit einem Patienten, der wiederbelebt wird, hineinverschwunden ist – da stellt sich mir nicht die Frage ob, sondern wieviel Lack da gesoffen wurde.

Meine Güte, man muss doch erkennen können, dass es einem Patienten unter Reanimation schlechter geht als einem selbst, wenn man auf dem Flur rumlaufen kann. Was hat der denn erwartet, dass jemand von uns vielen sagt „Ach so, das ist jetzt schon etwas ungerecht aufgeteilt, ich komme mal direkt mit zu Ihnen“?

Bitte schaltet doch euren Verstand ein. Würdet ihr das wollen, wenn ihr der oder die Betroffene wärt? Würdet ihr wollen, dass das euren Angehörigen passiert?

Das wurde in einem anderen Zusammenhang getwittert, aber ich finde ja, der Spruch sollte in jeder Notaufnahme hängen:

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Adventskalender: 11. Türchen. Wartezeit in der Notaufnahme reloaded. [Themenmonat Empathie] 11/12/2016

Posted by Hermione in "Ich erklär das mal kurz...", Adventskalender, Alltag, Krankenhaus, Notaufnahme, Rettungsdienst, so bitte nicht.
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Es gibt anscheinend Klärungsbedarf zu meinem Adventskalender gestern. Gern.

Offensichtlich haben einige den Artikel gestern nicht richtig verstanden. Deswegen nochmal die Kernaussage in einfacher Sprache:

Es ist nicht schön, wenn man in der Notaufnahme lange warten muss. Das weiß ich. Ich habe auch Mitleid mit den Menschen, die in der Notaufnahme lange warten müssen. Aber ich kann nichts dafür. Und ich drängel mich mit meinen Notfallpatienten auch nicht vor. Es macht mich jedoch wütend, wenn ich dann von den Wartenden angepöbelt werde. Da hört mein Verständnis auf.
Bitte versetzt euch kurz in unsere Lage.

„ICH ALS PATIENT MUSS MICH GAR NICHTS!“

Okay. Wow. So viele Emotionen, ausgelöst durch einen falsch verstandenen Blogeintrag.

Leute, ich mach den Job nicht erst seit gestern. Ich weiß, wie es in den Notaufnahmen aussieht und dass die Wartezeiten extrem sind. Das finde ich ja auch scheiße, und das nicht nur, wenn ich selbst mal als Patientin in der Notaufnahme bin (und wer mich schon länger verfolgt, weiß dass ich das öfter mal bin).

Was ich aber noch viel mehr scheiße finde, ist, dass ich jedes Mal, wenn ich am Wochenende abends mit einem Notfallpatienten in die Notaufnahme eines Krankenhauses der Maximalversorgung komme, von mindestens zwei wartenden Patienten dumm angemacht werde.

„Jetzt bringen die noch einen! Geht doch woanders hin mit dem, hier sind schon zu viele“
„Wir warten schon seit drei Stunden!“
„Ihr drängelt euch jetzt aber nicht schon wieder vor!“
„Nächstes Mal ruf ich mir auch nen Krankenwagen!“
und natürlich diverse Beleidigungen und Androhungen körperlicher Gewalt.

(mehr …)

Netzfundstück: „Notaufnahme: Rette mich, wer kann!“ 15/10/2016

Posted by Hermione in Fundstücke, Krankenhaus, Notaufnahme, so bitte nicht.
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Da die bisherigen Artikel zu diesem Thema ziemlich gut ankommen, gehe ich davon aus dass grundsätzlich Interesse besteht.
Deswegen möchte ich euch den Zeit-Artikel nicht vorenthalten, den GothamRescue mir vorhin in die Twitter-Timeline gespült hat:

Notaufnahme: Rette mich, wer kann!

Viel Spaß beim Lesen.

Wer mehr zum Thema möchte: hier hab ich eine kleine Sammlung, von der aus man sich glaub ich ganz gut weiterklicken kann.

Über das Warten 12/08/2016

Posted by Hermione in blogosphere, Fundstücke, Krankenhaus, Notaufnahme.
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Passend zu meinem Artikel heute morgen mal positive Gegenbeispiele. Das tut gut, sowas zu lesen.
Freundliche und geduldige Patienten kenne ich natürlich auch, aber leider bleiben die richtig unverschämten und dreisten viel länger und deutlicher im Gedächtnis.
Schön, hier mal von freundlichen Wartenden zu lesen. ❤

s'gramselet

Dass man auf den Notfall mit Wartezeiten rechnen muss – mir scheint, das sollte allgemein bekannt sein. Je nachdem, was die Ambulanz oder der Heli noch so zwischendurch bringen, oder was halt so herein spaziert, verschieben sich Prioritäten. Kompliziertheit der Fälle, Kojenzahl, Anzahl Arzt- und Pflegepersonal und Anzahl Computerplätze sind (einige der) limitierende Faktoren. Dazu kommen Kapazität des Radiologiepersonals, die Dauer, bis eine Blutentnahme im Labor ausgewertet ist, die nebenher laufende Sprechstunde der Kaderärzte.

Manche Patienten reagieren mit ganz viel Verständnis. Vor allem, wenn sie Sirenen oder Rotoren hören und Rettungssanitäter herumwuseln sehen. Andere hingegen…

Natürlich sind es die Patienten mit den geringsten Problemen, die am unzufriedensten sind. „Ich hab gedacht ich kann einfach kurz kommen und krieg ein Medikament“ hören wir häufig. „Ich hab noch mehr vor heute, ich hab noch einen Termin“. Oder, auch ganz beliebt: „Was, in die Apotheke muss ich auch noch? Können Sie mir das nicht einfach…

Ursprünglichen Post anzeigen 308 weitere Wörter

Seid froh, wenn ihr warten dürft! 12/08/2016

Posted by Hermione in Fundstücke, Notaufnahme, Rettungsdienst, so bitte nicht.
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Wer hat sie noch nicht gelesen, die Geschichte der Kinderkrankenschwester aus der Notaufnahme?
Alle paar Tage (manchmal auch mehrmals am Tag) wird sie mir auf Facebook und/oder Twitter geschickt, und ich habe so langsam das Bedürfnis, mich dazu zu äußern.

Hier ist übrigens der Link zu dem Artikel auf Spiegel online.

(mehr …)

Und dann war da noch … 07/12/2012

Posted by Hermione in Alltag, Notaufnahme, Rettungswache, WTF.
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… der betrunkene Patient, der in der Notaufnahme erstmal die Hosen runterließ und sich vor aller Augen erleichterte.

 

Nur noch morgen… 25/02/2010

Posted by Hermione in Anästhesie, Bücher, Krankenhaus, misc, Notaufnahme, off topic, Praktika, Prüfungen, Schule.
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…dann ist meine Zeit als Praktikantin wieder vorbei.

Wow, ich hätte nicht gedacht dass die beiden Monate so schnell vergehen würden. Kaum zu glauben, dass ich ab Montag wieder jeden Tag nach Schulstadt pendeln werde.
Und dann hab ich ja auch nur noch fünf Wochen Unterricht, und in schon sieben Wochen ist meine Abschlussprüfung.

Meine Abschlussprüfung! Hallo, wo kommt die denn jetzt auf einmal her!? Ich hab doch eben erst angefangen, dass kann doch nicht schon alles vorbei sein? *fassungslos bin*

Nun, ich freu mich sehr drauf, wieder zur Schule zu gehen und darauf, was als nächstes auf mich zukommt. Trotzdem werd ich dieses Krankenhaus wahnsinnig vermissen (auch die Notaufnahme ein bisschen, denn ohne sie ist es ganz nett da, wenn auch nicht ansatzweise mit der Großartigkeit der Anästhesie zu vergleichen *g*).
Aber es ist ja kein Abschied für immer, ganz bestimmt nicht.
Mal ganz von der tollen Möglichkeit, zum Intubieren vorbeizuschauen, abgesehen – ich werde sicher nochmal dorthin zurückkehren. Entweder als RAiP in Heimatstadt, oder ich gehe back to the roots und lande wieder ehrenamtlich hier bei [Hilfsorganisation], wo vor knapp zehn Jahren meine „Karriere“ begonnen hat oder ich spül mal wieder nen Pizzateller ab und zerschneide mir die Hand und lande so in der Ambulanz, oder ich brech mir das Sprunggelenk, lande „bei uns oben“ im OP und mein Lieblingsanästhesist macht mir ne PDA.

Ähm, ja. *g*

Jedenfalls war es die letzten beiden Tage echt deutlich besser in der Ambulanz. Anscheinend haben meine Worte einfach nur ein bisschen länger gebraucht, um zu wirken; die unfreundliche Schwester war jedenfalls deutlich freundlicher zu mir (in der einen Stunde, die wir uns jeweils gesehen haben).
Und das, obwohl ich dachte es mir endgültig bei ihr verscherzt zu haben, weil sie mit der Aussage eines Patienten „Ich hab das WPW-Syndrom“ nichts anfangen konnte und ich es ihr kurz erklärt hab… (an dieser Stelle möchte ich noch einmal ausdrücklich das Buch „EKG endlich verständlich – alles, was man wissen muss“ empfehlen *g*).
Glücklicherweise hat sie das nicht als Angriff auf ihre Kompetenz missverstanden. *g* Vielleicht hat ihr das ja gezeigt, dass ich echt nicht blöd bin, sondern mir wirklich viel Mühe mit dem gebe, was ich tu. : )

Aber über die ganzen spannenden Patienten will ich eigentlich morgen in einem meiner Abschlussartikel berichten. Jahaa, es gab auch spannende Patienten im Kreiskrankenhaus Bad Dingenskirchen Heimatstadt! : )

Gedanken zum Mittwoch 24/02/2010

Posted by Hermione in Alltag, Anästhesie, Krankenhaus, misc, Notaufnahme, Praktika, Schule.
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Noch ein paar Stündchen, dann muss ich los. Immerhin dürften die Chancen gut stehen, dass ich nur in der Übergabestunde mit meiner Lieblingsschwester zusammen da bin.
Wie auch immer, ich werd diesen Mist jetzt einfach so gut es geht ignorieren und, sollte es zu schlimm werden, meinen Praktikumsverantwortlichen (der echt nett ist!) um Vermittlung bitten. Auch wenn ich nur noch drei Tage (heute mitgezählt) da bin, ist es nicht der Sinn der Sache mich dumm anmachen zu lassen.

Ich will ja auch in der Ambulanz noch was lernen, und außerdem hab ich einfach ein Recht auf ein angenehmes Arbeitsklima. *find*
Es reicht doch schon, dass manche Patienten einfach nur krass drauf sind und ein Anspruchsdenken an den Tag legen, dass man glauben kann die checken gerade im Fünf-Sterne-Hotel ein, anstatt sich auf die Untersuchungsliege zu legen.

Vielleicht kann ich mich ja heute mal wieder kurz in den OP-Bereich davonstehlen (das ist mir bereits einmal für ein paar Minuten gelungen, als ich für ne BGA auf Intensiv musste *kicher*).

Jedenfalls werd ich die unangenehme Situation jetzt einfach als Chance nutzen, zu lernen, mit unfreundlichen Menschen zusammenzuarbeiten, ohne mir davon meine Laune runterziehen zu lassen oder irgendwas, was die Tante meint mir vorwerfen zu müssen, persönlich zu nehmen.
Nicht, dass ich arrogant oder selbstüberschätzend rüberkomme: Klar gibts noch vieles, was ich nicht oder nicht so gut kann, und da freu ich mich auch immer sehr, wenn ich es erklärt bekomme oder (freundlich!) korrigiert werde. Für konstruktive Kritik bin ich immer offen! Nur so kann ich mich ja weiterentwickeln und besser werden.

Aber wenn mir etwas vollkommen Richtiges als falsch vorgeworfen wird, fühl ich mich nicht für vollgenommen. Wobei, eigentlich könnte ich das auch als Lob werten, denn dann hat sie wohl sonst nichts gefunden, worin sie mich korrigieren könnte. *g*

Vielen Dank für eure ganzen lieben aufmunternden Worte unter meinem letzten Artikel, ihr habt mich damit echt wieder aufgebaut und mir dabei geholfen, meine Taktik für die letzten paar Tage zurechtzulegen.

Vielleicht erscheint mir die Situation auch nur deswegen besonders übel, weil die letzten zwei Monate in der Anästhesie so traumhaft waren und ich mit allen so wunderbar ausgekommen bin. Der Kontrast ist einfach zu krass. *g*
Oder, um es positiv zu formulieren: Jetzt weiß ich erst so richtig, was für ein Glück ich mit den ganzen tollen Kollegen hatte. : )
Und ein weiterer positiver Gedanke: Dadurch, dass ich mein Anästhesiepraktikum um eine Woche verlängert habe, und meine bezahlten sieben Wochen damit ausschließlich „da oben“ war, bezahle ich strenggenommen wenigstens nichts für die Woche in der Ambulanz. Das würde mich ja noch richtig ärgern! *g*
(Und es geht positiv weiter: Mein „alter“ Praktikumsverantwortlicher hat mich beiseite genommen und mir mitgeteilt, dass sowohl er als auch der anästhesiologische Chefarzt nichts dagegen hätten, wenn ich ab und zu mal Lust hätte, nen Tag zum Intubieren und Zugänge legen vorbeizukommen. Ich solle dann nur nen Tag vorher per Mail bescheidsagen, und bezahlen müsste ich dafür natürlich auch nicht. Cool! Das Angebot werd ich sicher gerne annehmen und freu mich schon drauf.)

Übrigens: Gestern kam die Einladung meiner Schule zum zweiten Unterrichtsblock. : )
Ich freu mich schon total, die ganzen Leute wiederzusehen (von den beiden Rettungsrambos mal abgesehen) und bin gespannt, wie der zweite, praxisorientierte Block so sein wird. Ist ja schon nächste Woche.

Unfassbar, dass das erste Jahr meiner Ausbildung fast rum ist. Es kommt mir vor, als hätte ich den Ausbildungvertrag erst gestern unterschrieben…

Man möchte brechen. 23/02/2010

Posted by Hermione in Krankenhaus, misc, Notaufnahme, Praktika.
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Oder weglaufen. Das wär ich heute tatsächlich ein paar Mal gerne. Auf dem Weg vom Labor einfach rechts abbiegen und zurück in die Anästhesie… Hab ich leider nicht getan.

Stattdessen hab ich mich den ganzen Tag abwechselnd gelangweilt und zu Tode geärgert. -.-
Die meisten Mitarbeiter in der Ambulanz scheinen ja ganz nett zu sein, aber um mit ihnen rumzualbern kenn ich sie nicht gut genug (da vermiss ich doch die vielen lustigen Momente der letzten Monate doppelt so stark!), und die eine sehr unfreundliche Person reißt echt alles rum. Ich war lang nicht mehr (ich möchte fast sagen: noch nie) so sehr von einer einzigen Person angepisst wie jetzt. Noch nicht einmal in meinem „alten“ Krankenhaus von Schwester Schraube, und die war ja schon der Horror.

Ob das wohl die Stutenbissigkeit ist, vor der eine der jungen Anästhesistinnen mich vor kurzem noch gewarnt hat? Jedenfalls ist diese Schwester nur zu weiblichen Personen so verdammt unfreundlich, zu den Jungs ist sie übertrieben freundlich. Gnaa. Hey, immerhin scheint es dann nicht explizit an mir zu liegen. *kicher*

Nein, ich bin wirklich genervt, ich hab keinen Bock mehr und war heute schon ein paar Mal kurz davor, meine Tasche zu schnappen und zu gehen. Ernsthaft.
Ich mag es nicht, behandelt zu werden als sei ich geistig minderbemittelt.

Ja, ich bin nur die Praktikantin, und ja, ich bin erst den zweiten Tag in der Ambulanz und hab noch nicht so richtig nen Überblick über alles gewonnen. Trotzdem bin ich nicht blöd.
Ich kann verdammt gut Zugänge legen, Blutabnehmen ist auch kein Problem (auch wenn eine gewisse Person vielleicht den Eindruck hat, nur weil ich gefragt habe welcher Sticker auf welches Röhrchen kommt – woher soll ich das denn auch wissen, verdammt!?), 12-Kanal-EKGs schreiben kann ich im Schlaf und wie man Blutdruck misst, muss mir auch nicht mehr erklärt werden (sie hat mich da tatsächlich vorm Patienten und seinen Angehörigen in einem unmöglichen Tonfall korrigiert, obwohl ich das nun wirklich schon seit fast zehn Jahren kann und da bis jetzt noch nie jemand was zu meckern hatte…).

Nein, bitte: Es gibt keinen Grund, mich zu behandeln wie einen durchgedrehten Ersthelfer, der mit rostigem Taschenmesser und Kugelschreiber eine Koniotomie durchführen will. *g*
Ich weiß was ich kann und das tu ich dann auch, und wenn ich was nicht kann oder mir nicht sicher bin, dann frag ich nach.

Aber auch das ist falsch. Wie bereits erwähnt, ich bin erst den zweiten Tag da. Wenn ich frage, wo ich etwas finde, ist ein patziges „Da, wo es immer liegt!“ vielleicht nicht die hilfreichste aller möglichen Antworten. Und wenn ich sicherheitshalber nochmal nachfrage, ob ich beim Patienten XY schonmal Blut abnehmen soll, wäre es vielleicht freundlicher, einfach nur „Ja, bitte! zu antworten als genervt die Augen zu verdrehen und „Dafür hab ich Dir doch gesagt, dass Du mitgehen sollst“ zu motzen.

Auch das klärende Gespräch, das ich am späten Nachmittag mit ihr gesucht habe, hat nicht viel gebracht – außer dass ich hinterher noch genervter war und ihr am liebsten Desinfektionsmittel in die Augen gesprüht hätte… Nicht falsch verstehen, ich bin wirklich ein friedliebender Mensch und ich versuche auch soweit es geht, mit allen Kollegen gut klarzukommen. Aber mit dieser einen Person geht es leider echt nicht, und das Problem liegt nicht auf meiner Seite.

Meine Konsequenz wird sein, dass ich ihr in den nächsten drei Tagen so gut es geht aus dem Weg gehen werde und mich schon auf das Ende meines Praktikums freue. Ich zähle quasi schon die Stunden. Schade.

Hm tja. 22/02/2010

Posted by Hermione in misc, Notaufnahme, Praktika.
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Was soll ich sagen? Der heutige Tag war einfach nur blöd. : (

Es fing schon morgens damit an, dass die Tante in der Kleiderkammer mir unterstellen wollte, dass ich sie anlüge, um an Krankenhauskleidung ranzukommen. Die war echt durch nichts zu überzeugen, hat sogar im Krankenhaus rumtelefoniert um sich zu vergewissern, dass ich eine Betrügerin bin. -.-
Der Tante am Telefon durfte ich mich dann auch kurz vorstellen, und als ich sagte dass ich Praktikantin bin, riss die Kleidertante mir den Hörer aus der Hand und sagte zur Telefontante „Na, wenn die das mal gleich gesagt hätte dass die ne Praktikantin ist!“ – ähm, das hab ich ja nur ungefähr dreizehn mal erwähnt.

So startet man schonmal schön genervt in den Tag… In der Ambulanz selber war recht wenig los und ich hab mich eigentlich den ganzen Tag nur gelangweilt. Ein paarmal durfte ich Blut abnehmen und Zugänge legen, aber dazwischen hab ich nur rumgesessen und mich geärgert, dass ich mir kein Buch mitgenommen habe. Morgen nehm ich mir auf jeden Fall ein Fachbuch mit, um die wahnsinnigen Wartepausen irgendwie sinnvoll zu überbrücken. Und meinen eigenen Stauschlauch (ne liebe Freundin und Ex-Krankenschwester hat mir ihren vermacht) werd ich auch mitnehmen, dort gibts nämlich leider in keinem Raum einen und ich müsste jedesmal jemanden um seinen bitten. Wie blöd ist das denn?

Hm tja. Mal schaun, vielleicht sieht das alles morgen schon wieder anders aus und ich leb mich da doch noch ein.