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Tage, an denen man zu nichts kommt. 31/01/2017

Posted by Hermione in #medlife, Medizinstudium, Rettungsdienst.
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Kennt ihr das? Heute war wieder so einer.

Den ganzen Tag von einem Termin zum nächsten gehetzt, und trotzdem das Gefühl,nix geschafft zu haben.
Dabei hab ich zwischendurch sogar ein klein wenig Chemie und Physio gelernt. Nur ein bisschen, denn ich hatte ja kaum Zeit.
Und ich hab in einem Seminar ein verdammt tolles Lob bekommen und bin auch ziemlich stolz deswegen, weil es durchaus verdient war. Genießen kann ich das in dem momentanen Stress nicht so wirklich, aber es hat mir den nervigen Tag ein bisschen versüßt. 🙂

Und ich hatte mittags sogar ne Viertelstunde Zeit, um etwas im Sitzen zu essen. Hurra!

Mein Rucksack ähnelt immer mehr Hermines verzauberter Tasche. Was man darin alles findet!

Warum hab ich nen Tubus im Laptopfach meines Uni-Rucksacks? #justretterthings Nein ernsthaft, warum zur Hölle??

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Das „Warum“ hat sich inzwischen so halb aufgeklärt: Der Tubus ist abgelaufen, also vermute ich dass ich ihn irgendwann beim Fahrzeugcheck runter genommen hab. Warum er in meiner Tasche ist und nicht auf der Wache in der Kiste mit abgelaufenem Zeug (zum Üben auf Fortbildungen), das kann ich nun wirklich nicht mehr nachvollziehen. Tja.

Wenn ich das nächste Mal arbeiten gehe, werd ich ihn in die Kiste schmeißen. Falls ich ihn vorher nicht doch als stylishen Strohhalm benutzt hab oder damit in der Badewanne schnorcheln war. Denkt doch nur mal an die Möglichkeiten!

So. Und jetzt gehe ich endlich duschen und werde dabei lauthals singen.

 

 

 

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Überarbeitet. 19/01/2017

Posted by Hermione in #medlife, Alltag, Daily Prompts, Uncategorized.
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(über Täglicher Themenvorschlag: Overworked)

Ja, genau so fühlt es sich gerade in allen Bereichen an. Also, in allen Bereichen, aus denen mein Leben momentan besteht. Uni und Arbeit.
Ich mache entweder was für die Uni, oder ich arbeite. Momentan hauptsächlich Uni, aber wenn diese Phase in weniger als nem Monat vorbei ist, werde ich erstmal wieder jeden Tag arbeiten, um mein Konto wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen.
Das ist kacke. Das funktioniert nicht gut. Das hab ich mir ein bisschen ausgeglichener vorgestellt.

Ich freu mich wirklich auf die Semesterferien. In der zweiten oder dritten Woche werd ich mir dann einfach mal gar nichts vornehmen, sondern einfach nur schlafen.

Chefsache. 03/01/2017

Posted by Hermione in Kollegen, Krankentransport.
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Ich hab mich in den letzten Tagen viel mit den Kollegen darüber unterhalten, wie sie momentan die Stimmung einschätzen würden, und fast alle waren sich mal wieder einig.
Unser Chef spielt immer noch seine blöden Spielchen, wenn er jemanden nicht mag oder der Meinung ist, dass jemand sich zu oft krankmeldet.

Da wird kurz vor Ende der Probezeit nochmal richtig Druck gemacht („Momentan würde ich Sie nicht weiter beschäftigen wollen, aber sie haben ja noch ein paar Wochen, einen besseren Eindruck zu hinterlassen.“), um die Mitarbeiter dazu zu bringen, Überstunden und Zusatzdienste zu machen, in KTW-Schichten besonders flott zu arbeiten um viele Patienten zu „schaffen“ (wir arbeiten doch nicht mit Paketgut, sondern mit Menschen!) und selbstverständlich schon zwanzig Minuten vor Dienstbeginn umgezogen zu sein, das Fahrzeug gecheckt zu haben und dann auch zehn Minuten vor Dienstbeginn den ersten Einsatz zu fahren. Klar, vor Dienstbeginn ist das ja dann Überzeit, die nicht bezahlt wird.

Ich kann verstehen, dass niemand gern den Job verlieren möchte. Und es sind sicher auch einige dabei, denen es schwerfallen dürfte, schnell woanders was zu finden.
Aber grundsätzlich verstehe ich nicht, warum man bei diesen Spielchen mitmacht.

Als mir, kurz bevor mein erster befristeter Vertrag ausgelaufen ist, gesagt wurde „Ich bin mir unschlüssig, ob ich Ihnen einen zweiten Vertrag geben soll. Wollen wir uns die Frau Rescue wirklich für ein weiteres Jahr ans Bein binden?“ hab ich gelacht und gesagt, dass es ein ziemlicher Verlust für die Wache wäre, wenn ich woanders anfangen würde. Hat dem Chef gar nicht gefallen, dass er mich gar nicht in die Verzweiflung treiben konnte, die bei anderen immer zu besonders übermotivierter Arbeitseinstellung führt.

Es mag arrogant klingen, aber ich wusste, dass ich innerhalb weniger Wochen was neues gefunden hätte. Und ich wusste auch, dass es eigentlich keine Gründe gibt, die gegen meine weitere Anstellung sprechen – ich bin so gut wie immer pünktlich, melde mich nur krank wenn ich wirklich krank bin (und das war genau einmal), ich biete eine positive Außenwirkung und ich mach meine Arbeit gut.
Und bevor ich bei einem Arbeitgeber bleibe, bei dem eine ganz andere Arbeitshaltung erwartet wird, als ich an den Tag lege, geh ich lieber. Ich kann mir Mühe geben Erwartungen zu erfüllen, aber ich will mich nicht dauerhaft verstellen und gegen meine eigenen Überzeugungen handeln.

Ich möchte nicht dazu gezwungen werden, auf dem KTW 20% schneller zu arbeiten. Klar wär das möglich, aber wäre das noch menschlich? Bei der Aufnahme des Patienten unter Zeitdruck zu arbeiten, sich nicht den Moment nehmen noch Fragen zu beantworten oder bei der Entlassung den Moment geben, sich von den Zimmernachbarn zu verabschieden? Wie ein Vollidiot durch die Stadt heizen, auch wenn man genau weiß wie sich Schlaglöcher und zu schnell genommene Kurven hinten im KTW anfühlen? Patienten zuhause (oder im Altenheim, Krankenhaus, der Dialysepraxis) abzukippen und sich dann schnell verpissen, ohne noch tschüß zu sagen, alles Gute zu wünschen und den Patienten auch mal ausreden zu lassen?

Klar, dafür zahlen die Krankenkassen nicht. Jede Minute, die ich länger als nötig mit einem Patienten verbringe, summiert sich im Laufe der Woche auf zu einem bezahlten Transport, den ich weniger machen konnte und führt somit auch zu weniger Geld für meinen Arbeitgeber.

Aber will ich das? Natürlich nicht.

Ich will mich so um meine Patienten kümmern, wie ich es für richtig und vertretbar halte. Und wenn ich nach nem Heimtransport noch kurz das Foto vom Enkelkind angucken möchte, über das mir die ganze Fahrt über stolz berichtet wurde, dann mach ich das auch.

Leider ist beim Chef noch nicht so ganz angekommen, dass es im Zweifel mehr wert ist, durch eine menschliche Behandlung einen so guten Eindruck zu hinterlassen, dass man dadurch einen neuen „Stammkunden“ gewinnt, als durch schnellschnellschnell eine bis zwei Fahrten mehr am Tag zu machen.

Vielleicht lernt er es noch.

Wie ist das denn bei euch? Also, ich rede jetzt explizit vom Krankentransport, auf den Rettungsdienst lässt sich das nicht wirklich übertragen (finde ich).

Adventskalender: 19. Türchen. [Themenmonat Empathie] 19/12/2016

Posted by Hermione in Adventskalender, Medizinstudium, Prüfungen.
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Prüfungswoche bedeutet auch: Stress pur. Da fällt es mir nicht leicht, empathisch zu sein. Gut, dass ich diese Woche nicht arbeite. 

Ich bin ja schon von mir selbst total genervt und von den kleinsten Kleinigkeiten, die andere Menschen tun – natürlich nur, um mich zu ärgern. Genauso, wie die Züge diese Woche alle nur deswegen Verspätung hatten, damit ich mich noch ein wenig mehr aufregen kann. In der Mensa gibt’s mein Lieblingsessen natürlich auch genau an dem Tag, an dem ich nicht hinkann. Da steckt System hinter! 💀

Nein, im Ernst. Ich versuche, meinen Stress nicht an anderen auszulassen. Ich hoffe, dass es mir größtenteils gelingt.

Und ich mach drei Kreuze, wenn diese Woche endlich rum ist!

Adventskalender: 17. Türchen. [Themenmonat Empathie] 17/12/2016

Posted by Hermione in Adventskalender, Krankenhaus, Krankentransport, Rettungsdienst.
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Was für uns gilt, gilt auch für andere.
Manchmal haben Menschen, die eigentlich total freundlich und sympathsisch sind, nen so schlechten und anstrengenden Tag, dass ihr Freundlich nahezu aufgebraucht ist. Da kommt es dann schon mal vor, dass der Assistenzarzt, der sonst immer total nett ist, den Druck von oben „nach unten“ weitergibt.
Die Schwester in der Notaufnahme, die dem Rettungsdienst sonst immer Schokolade zusteckt, wurde vielleicht schon von drölfzig genervten Patienten angepampt und hat jetzt richtig schlechte Laune.
Die Notärztin, mit der man sonst mega gut zusammenarbeiten kann, hat vielleicht so nen beschissenen Einsatz hinter sich, dass sie jetzt ungewohnt ruppig und kurz angebunden ist.
Das ist scheiße, und es ist nicht okay seinen Ärger an anderen auszulassen, aber manchmal kriegen Menschen das nicht anders kompensiert und sie meinen es selten wirklich böse und persönlich.

In solchen Momenten ist es besser, kurz nachzufragen ob man gerade etwas falsch gemacht hat oder ob es ein anderes Problem gibt, gegebenenfalls darauf hinzuweisen dass man nicht der Fußabtreter ist, und nach Möglichkeit versuchen, verständnisvoll zu sein. Irgendwann kommt man ja selbst in ne Situation, in der es nicht leicht ist, geduldig und freundlich zu anderen zu sein. Kennen wir ja alle.

Adventskalender: 13. Türchen. [Themenmonat Empathie] 13/12/2016

Posted by Hermione in Adventskalender, Krankenhaus, Krankentransport, Medizinstudium, Rettungsdienst.
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Wenn wir genervt oder gestresst sind, fällt es uns schwerer, uns empathisch zu verhalten.

Das fällt mir besonders in stressigen Schichten auf. Stressig, weil sehr viel los ist ohne die Chance, mal durchzuatmen; stressig, weil ein Patient oder Angehöriger besonders anstrengend und/oder unverschämt war; stressig, weil ich an dem Tag an meinen privaten Problemen zu knabbern habe; oder stressig, weil ich mit jemandem zusammenarbeiten muss, den ich nicht mag, auf den ich mich nicht verlassen kann oder der ein schlechter Teamplayer ist. 

Da ist es manchmal nicht leicht, den Unmut nicht in den nächsten Einsatz mitzunehmen. Ich mache mir dann immer bewusst, dass der nächste Mensch, auf den ich treffe, nichts mit dem bisherigen Verlauf der Schicht zu tun hat und auch nichts dafür kann, dass mein Kollege ein arrogantes Arschloch ist oder dass ich in der Uni nen schlechten Tag hatte. 

Ich mag es auch nicht, wenn andere ihren Frust an mir ablassen. Also versuche ich, das ebenfalls nicht zu tun. 

Das sagt einem ja vorher auch niemand, … 23/11/2016

Posted by Hermione in #medlife, Medizinstudium.
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… dass die Koordinatoren versuchen, uns durch beschissene Planung mürbe zu machen.

Wir haben dieses Semester regelmäßig Tage, an denen wir zwölf Stunden in der Uni sind. Ohne Pause, denn die zwanzig bis dreißig Minuten, die zwischen den Seminaren oder Praktika liegen, gehen voll und ganz für den Ortswechsel drauf.

Wir haben auch Wochen, in denen wir drei solcher Tage haben. Wie sollen wir uns danach noch hinsetzen und irgendwas konzentriert vor- oder nachbereiten können?

Wie kann es überhaupt sein, dass Wochen geplant werden, in denen wir nur an zwei Tagen die Möglichkeit haben, etwas zu essen??

Ja, ich weiß. Beliebtes Argument für diesen hausgemachten Stress ist „Das bereitet euch auf den Stress später im Berufsleben vor, da habt ihr auch nicht immer Zeit zu essen! Wenn ihr das schon jetzt im Studium nicht aushaltet, solltet  ihr lieber keine Ärzte werden.“ 

Geht mir weg damit. 🙄

Schmeißt die magische Kaffeemaschine an … 28/09/2016

Posted by Hermione in #medlife, FERIEN, Lernen, Lernmarathon, Medizinstudium, Prüfungen, Prokrastinationsscheiße.
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… denn ich befinde mich jetzt so langsam im Endspurt der Klausurvorbereitung.

Und ignorieren wir doch weiterhin bequemerweise die zweite Klausur wenige Tage später, für die ich noch genau gar nichts getan habe. Was soll schon schief gehen? 😉

Meine letzten Tage waren dementsprechend gefüllt mit Spaß (und damit meine ich nicht unsere Twitter-Filmabende, denn: Study Hard, Party Harder), wie aufmerksamen Beobachtern vielleicht nicht entgangen ist.
Ich muss allerdings noch ein bisschen mehr Zeit in OC investieren, und ich hab diese Zeit eigentlich nicht. Denn eigentlich müsste ich ab jetzt jeden Tag drölf Altklausuren machen und nebenbei die ganzen scheiß Formeln und wasweißich richtig auswendig lernen. Ich muss aber noch ein bisschen was in OC machen. Und ich müsste eigentlich die Altklausuren langsam auswendig lernen, und jeden Tag die scheiß Formeln machen, und OC auswendig lernen und die Formeln und Altklausuren und OC und in AC bin ich noch nicht so sicher wie ich gern WAAAAHHHH!

*tief durchatme*

Ach so, und Trivialnamen, Alltagsbeispiele und medizinische Bewandnisse von den ganzen Sachen muss ich mir auch nochmal angucken, die fragt unser AC-Prof gerne mal ab, und ich will keinen Punkt verschenken, denn ich brauche jeden.

Was soll schon schiefgehen?

Immerhin hatte ich die letzten Tage echt schönes Wetter und konnte draußen lernen. Es wär toll, wenn sich die Wolkendecke heute noch lichtet und ich wieder raus kann. Draußen hab ich auch etwas weniger Ablenkung als drinnen. Nicht, dass ich mich ablenken lasse. Niemals!

Wer hat NICHT den schönsten Abend der Welt…? #prokrastinationsscheiße #chemiefürmediziner #medlife #hogwartsmedschool #releasethebeast

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Das schöne Leben. ⛱🍹☀️ #prokrastinationsscheiße #hogwartsmedschool #medlife #chemiefürmediziner #endlesssummer

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Ich muss gleich noch ne schöne neue Lern-Playlist erstellen, zur Motivationssteigerung. Man greift ja nach jedem Strohhalm, ne?

Meine Laborpartnerin hat mich gestern übrigens fast umgebracht, weil sie durch ein Missverständnis dachte, dass wir die Klausur schon morgen schreiben und mein Herz bestimmt drei Schläge lang ausgesetzt hat bis mein Hirn wieder funktionierte und wir uns vergewissert haben, dass wir wirklich noch ne Woche Zeit haben.
Das hat mich garantiert acht Jahre meines Lebens gekostet. Ich hätte ehrlich nicht zur Klausur antreten müssen, dazu bin ich noch nicht ansatzweise sicher genug. Ich schaff nichtmal unter entspannten Wohnzimmerbedingungen 50%, wie soll das denn in der stressigen Vorletzter-Versuch-Klausursituation werden? 😦

Außerdem habe ich keine Energy Drinks mehr, ich kann aber grad auch nicht einkaufen gehen, weil ich auf ne Paketeule mit meinem Zeitumkehrer warte.
Ich steuer quasi sehenden Auges auf die Katastrophe zu: KOFFEINENTZUG.

Habt ihr nach den Semesterferien auch Klausuren, oder habt ihr die schon hinter euch und könnt die restlichen Tage noch genießen? Ich hab langsam keinen Bock mehr.

*Kaffee nachschenk*

Aggression. 24/05/2016

Posted by Hermione in Angehörige from hell, Rettungsdienst, Themenwoche.
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Es gibt Situationen, da hat man von Anfang an ein ungutes Bauchgefühl.

Auch wenn wir im Rettungsdienst tatsächlich selten mit echten Notfällen zu tun haben, sind die Situationen für die Patienten und Angehörigen meist ein großer Stressfaktor. Die Stimmung ist oft sehr angespannt.

Meist gelingt es, mit ruhigem und professionellem Auftreten die Situation zu entspannen und (für beide Seiten) den Druck rauszunehmen. So kann man wesentlich besser arbeiten, die Mitarbeit der Patienten verbessert sich, Angehörige werden kooperativer und halten uns nicht davon ab, unsere eigentliche Arbeit zu tun (nämlich, sich um den Patienten zu kümmern, nicht wuselige Angehörige einzufangen).

Manchmal klappt das nicht. 

Wir sind zu dritt auf unserem Rettungswagen. Zwei Rettungsassistenten (ich und ein männlicher Kollege) und ein männlicher Praktikant, der gerade seinen Rettungshelfer gemacht hat und jetzt nen Monat bei uns mitfährt.

Einer unserer ersten Einsätze an dem Tag ist eine Patientin mit Verdacht auf Herzinfarkt. Der Notarzt ist da mitalarmiert und auf dem Weg, aber weil die Wohnung, zu der wir gerufen wurden, in der Nähe der Wache liegt, sind wir deutlich eher da als das NEF. 

Der Kollege und ich sind ein eingespieltes Team. Er redet mit der Patientin, um herauszufinden was passiert ist, ich mach die ganze Diagnostik, der (recht frische und unerfahrene) Praktikant reicht mir alles an, was ich brauche. 

Ich klebe die EKG-Elektroden auf und betrachte den Rhythmus auf dem Monitor. „Normaler Sinusrhythmus, bisschen schnell“ raune ich meinem Kollegen zu. 

Einen Herzinfarkt können wir natürlich nicht ausschließen, das muss im Krankenhaus geschehen, aber wir wissen jetzt, dass wir ein bisschen mehr Zeit haben.

Noch bevor mein Kollege irgendwie reagieren kann, packt der Angehörige ihn an den Schultern, schüttelt ihn und brüllt „Jetzt gucken Sie doch wenigstens mal auf das Gerät!“. Völlig perplex sage ich, dass ich das schon im Blick habe. Daraufhin schubst der Angehörige mich vom Defi weg und brüllt mich an, dass ich ja wohl kein Arzt sei.

Wir stellen richtig, dass niemand von uns Arzt ist, und bitten den Angehörigen, sich zu beruhigen und uns nicht noch einmal körperlich anzugehen, weil wir uns sonst nicht um seine Ehefrau kümmern können. 

Der Angehörige lässt sich aber nicht mehr beruhigen, beschimpft uns wüst und wirft mit seinem Telefon nach uns. 

Wir sehen uns dazu gezwungen, die Patientin und unsere Ausrüstung zurückzulassen, die Wohnung zu unserem eigenen Schutz zu verlassen, und (gemeinsam mit dem Notarzt und seiner Rettungsassistentin) vor dem Haus im RTW auf die Polizei zu warten.

Eigenschutz geht immer vor. Wenn du uns angreifst, weil wir uns in deinen Augen nicht gut genug um den Patienten kümmern, erreichst du das Gegenteil. (Und du hast dann halt zusätzlich noch ein Problem mit der Polizei. Die finden es auch gar nicht lustig, wenn Retter angegriffen werden.)

No Pressure, No Diamonds 14/04/2016

Posted by Hermione in #medlife, Medizinstudium.
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Wie putzig, wir haben noch nicht einmal die erste Woche geschafft, und es ist schon wieder so viel, dass wir mit dem Nachbereiten der Vorlesungen kaum hinterherkommen.
Gestern haben wir so gut wie gar nichts geschafft (ich habe die halbe Physiologievorlesung zusammengefasst, bis meine Tagesration an Konzentrationsvermögen aufgebraucht war), weil wir bis abends Uni hatten und dann auch im Ravenclawturm mehrmals mit unseren Lernsachen umziehen mussten, weil dauernd lärmende Idioten dazukamen und sich aufgeführt haben, als wären sie von Wölfen großgezogen worden. (No offense, Remus!)

Mein geliebtes Stressmagengeschwür ist nach drei Jahren endlich auch wieder da. Was habe ich es vermisst.

Außerdem habe ich ein völlig neues Körperempfinden für mich entdeckt: Hassschmerzen.
Wenn die miserable Organisation und das ganze Drumherum dir so sehr auf die Nerven geht, dass der Hass körperlich spürbar wird.

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